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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
125 Jahre Arzneien mit dem Einhorn
Zwischenüberschrift:
1894 entstand die erste Apotheke außerhalb der Stadtmauern
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Das Einhorn gilt als Symbol für das Gute. Eine Skulptur dieses Fabelwesens ist an der Außenmauer der Apotheke angebracht, die vor 125 Jahren an der Lotter Straße in Sichtweite des Heger Tors eröffnet wurde.

Dass sie die Zeit überdauert hat, liegt aber nicht an dem Fabelwesen, sondern an ganz anderen Qualitäten, weiß die heutige Inhaberin Christina Passi. Am 20. Juni 1894 schloss ein gewisser Herr August Rump zum ersten Mal die Tür zu seiner Einhorn-Apotheke auf. Sie war die erste Apotheke außerhalb der ehemaligen Stadtmauer Osnabrücks. Die Hirsch-Apotheke wurde 1536, die Löwen-Apotheke 1601 und die Mohren-Apotheke 1666 eröffnet. Angesichts der Nähe zum Stadtkrankenhaus, der wachsenden Zahl der Bevölkerung und der günstigen Lage an der Einfallstraße nach Osnabrück machte die erste Eröffnung einer Apotheke nach 228 Jahren Sinn.

1974 übernahmen die Eltern von Christina Passi die Einhorn-Apotheke zunächst als Pächter, 1986 kauften sie sie. Die 43-jährige Apothekerin führt eine Tradition fort, die auch ihre Eltern von ihren Vorgängern übernahmen: Sie stellten Rezepturen für Wundtinkturen, Wundsalben und Kosmetik selbst her. Lange Jahre war die Einhorn-Apotheke in Osnabrück für ihre Pfefferminz-Plätzchen bekannt. Die gibt es aber nicht mehr. Ich komme nicht mehr an die Rohstoffe″, sagt Christina Passi bedauernd.

Die meisten Kunden kommen aber nicht wegen der Pfefferminz-Leckereien in die Einhorn-Apotheke. Bei uns spielt Beratung eine große Rolle. Dafür sind wir auch bekannt″, sagt Christina Passi. Die individuelle Beratung sei auch eine Tradition, fügt sie an. Sie betont aber, dass sie nicht das Gespräch bei einem Arzt ersetzt. Jeder, der ein Frage hat, bekommt eine Antwort. Spezielle Fragen werden aber von einem Arzt beantwortet.″

Dass die Einhorn-Apotheke seit 125 Jahren existiert, hat sie sicher diesen Eigenschaften zu verdanken. Die heutige Kundschaft wird aber sicher auch feststellen, dass Christina Passi ihren Beruf mit Spaß und Engagement ausübt. Ich bin Apothekerin, weil ich Menschen helfen kann″, sagt sie voller Überzeugung. Ihr Hauptantrieb sei es, Ansprechpartnerin zu sein und Wissen weiterzugeben. Sie sagt, sie habe zwar überwiegend mit kranken Menschen zu tun. Aber sie bekommt auch viel zurück. Die Patienten fühlen sich hier gut aufgehoben″, sagt sie und fügt einen Grund für die Freude an ihrem Beruf an, der persönlicher ist: Man steht hier mitten im Leben. Zu uns kommen ganz unterschiedliche Menschen aus allen Bevölkerungsgruppen.″

Dass diese Menschen zu ihr kommen und nicht im Internet bei einer Versandapotheke Medikamente bestellen, ist natürlich auch ein Grund dafür, dass es die Einhorn-Apotheke seit 125 Jahren gibt. Das Internet sei ein Konkurrent, sagt Christina Passi. Aber ein Grund für das Apotheken-Sterben sei auch, dass viele Besitzer aufhören und ihr Geschäft nicht verkaufen können. Viele Menschen wollen sich nicht selbstständig machen, weil sie den bürokratischen Aufwand scheuen, die Verantwortung nicht übernehmen wollen und die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen oft nicht mehr stimmen.″

Bildtext:
Mit Spaß und Engagement übt Christina Passi ihren Beruf aus. Sie ist Inhaberin der Einhorn-Apotheke, die vor 125 Jahren eröffnet wurde.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Thomas Wübker


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