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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadt will E-Ladenetz ausbauen
 
Strom tanken bleibt nicht kostenlos
Zwischenüberschrift:
OPG baut Lade-Infrastruktur für Elektroautos in Osnabrück aus
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Nicht nur die Busse fahren in Osnabrück vermehrt elektrisch. Auch Elektroautos sind immer häufiger auf den Straßen unterwegs. 43 Ladesäulen mit zusammen 72 Ladepunkten gibt es bereits in der Stadt. Die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) will dieses Ladenetz weiter ausbauen. Bislang waren die Stadtwerke dafür zuständig, nun wird dies ein neues Aufgabenfeld der OPG, die zu 94 Prozent den Stadtwerken und zu 6 Prozent der Stadt gehört. Da sich der Aufbau der E-Ladeinfrastruktur langfristig rechnen soll, werden künftig auch Stadtwerkekunden fürs Laden zahlen müssen. Bislang ist dies an den öffentlichen Ladepunkten für sie kostenlos. Die abgegebene Strommenge an den Ladesäulen hat sich laut Stadtwerken Osnabrück innerhalb eines Jahres mehr als verdoppelt.

Osnabrück Die Stadt stehe am Anfang einer großen Welle, was die Nutzung von E-Autos angehe, prognostiziert Wigand Maethner, Geschäftsführer der Osnabrücker Parkstättenbetriebsgesellschaft (OPG). OPG, Stadt und Stadtwerke wollen deshalb das Ladenetz ausbauen und Autofahrer perspektivisch zur Kasse bitten.

Wer ein eigenes Haus hat, kann sein Auto dort laden. Aber was machen Mieter oder Besucher? Vor einigen Jahren hatten die Stadtwerke geschätzt, dass 40 Prozent der E-Autos zu Hause geladen werden, 40 Prozent beim Arbeitgeber und 20 Prozent im öffentlichen Bereich. Um diese 20 Prozent geht es.

Inzwischen gibt es 43 öffentliche Ladesäulen mit 72 Ladepunkten im Stadtgebiet. Jedes von der OPG betriebene Parkhaus in Osnabrück habe seit Anfang 2019 zwei bis drei Ladesäulen, am Bahnhof und in der Stadthausgarage seien es fünf, erläuterte OPG-Geschäftsführer Wigand Maethner jetzt im Stadtentwicklungsausschuss.Auslastung gestiegen

Die Auslastung habe sich im vergangenen Jahr deutlich erhöht und die abgegebene Strommenge verdoppelt, wie Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer unserer Redaktion auf Anfrage mitteilte. So verzeichneten die Stadtwerke von Januar bis Mai 2018 rund 3500 Ladevorgänge. Von Januar bis Mai 2019 waren es bereits rund 5900 Ladevorgänge und da sind die neuen Ladestationen in den Parkhäusern noch gar nicht einberechnet, so Hörmeyer, weil diese erst im Laufe des ersten Quartals 2019 ans Netz gegangen sind.

Aktuell sind in Osnabrück 337 E-Fahrzeuge und 979 Hybridfahrzeuge zugelassen, wie Stadt-Pressesprecher Gerhard Meyering unserer Redaktion auf Anfrage mitteilte. Auch hier zeigt sich eine gewisse Dynamik: Allein in der Zeit vom 1. Januar bis 18. Juni 2019 wurden 81 E- und 132 Hybridfahrzeuge zugelassen.

Wir haben die Chance, uns jetzt gut aufzustellen″, sagte OPG-Chef Maethner. Beim weiteren Ausbau gehe es nicht um Schnellladesäulen in Autobahnnähe, sondern um Säulen, an denen Autofahrer ihren Wagen über zwei bis drei Stunden aufladen können. Und die will die OPG nur in Ausnahmefällen an den Straßenrand bauen. Erstens ist der Parkraum am Straßenrand begrenzt, zweitens koste so ein Ladepunkt am Straßenrand das Vierfache nämlich rund 10 000 Euro im Vergleich zu Ladesäulen in Parkhäusern, so Maethner. Einfach den Strom von Straßenlaternen abzapfen funktioniert nicht. Bei modernen E-Autos brauchen Sie mindestens 11 kW″, so Maethner. Bei einer Straßenlaterne mit LED-Leuchten sind die nicht gegeben.″

Die OPG setzt deshalb auf Quartiersgaragen als Lösung. Konkrete Überlegungen für solch eine Quartiersgarage gibt es bereits für das Wohngebiet im Bereich der Schulzentren Brinkstraße, Graf-Staufenberg-Gymnasium und Kreisvolkshochschule im Stadtteil Kalkhügel, wo der Parkdruck hoch ist.

Die OPG gehört zu 94 Prozent den Stadtwerken Osnabrück und zu 6 Prozent der Stadt. Voriges Jahr hat das Tochterunternehmen die E-Ladepunkte auf eigene Rechnung und eigenes wirtschaftliches Risiko von den Stadtwerken übernommen. Unser Ziel ist, dass sich alle Ladepunkte, die wir aufbauen, langfristig rechnen sollen″, so Maethner.

Rund 160 000 Euro will die OPG laut Stadtwerke-Sprecher Hörmeyer bis Ende des Jahres in die Infrastruktur der öffentlichen Ladepunkte investieren. Dafür gibt es auch Fördermittel des Bundes. Die Ladesäule wird zum Beispiel mit maximal 40 Prozent gefördert, die Förderung ist aber in der absoluten Höhe begrenzt″, so Hörmeyer.

Das bedeutet auch, dass Nutzer von E-Autos ihren Strom in der Zukunft bezahlen müssen. Bislang tanken Stadtwerke-Kunden mit einer Ladekarte kostenlos Ökostrom. Aufgrund der hohen Marktdynamik machen sich aber auch die Stadtwerke erste Gedanken über ein faires Preismodell″, so Hörmeyer.

Der Zeitpunkt stehe noch nicht fest. Externe Kunden zahlen bereits aktuell 35 Cent pro Kilowattstunde. Und das funktioniert so: E-Auto-Besitzer nutzen zum Laden in der Regel Ladekarten, davon gibt es je nach Stromanbieter unterschiedliche Modelle. 70 bis 80 Prozent aller Ladekarten seien mit den OPG- beziehungsweise Stadtwerke-Ladesäulen kompatibel, so Maethner.

E-Scooter oder Elektroräder können übrigens nicht an einer Auto-Ladesäule aufgeladen werden. Andersherum lassen sich E-Autos zwar an einer konventionellen Haus-Steckdose laden, das dauert allerdings bis zu zehnmal so lange wie an einer Ladebox, und außerdem kann es dabei zu Überlastungen kommen. Für solche Ladeboxen gibt es diverse Anbieter, auch die Stadtwerke bauen welche ein.

Bildtexte:
Im Parkhaus Kollegienwall gibt es im Erdgeschoss zwei Parkplätze mit Stromanschluss.
Die OPG setzt auf mehr Ladesäulen in Parkhäusern.
Fotos:
Jörn Martens

Kommentar
Strategie der OPG zahlt sich aus

Wer hätte vor rund zwei Jahren gedacht, dass aus einem Rosenkrieg doch noch etwas Gutes für Osnabrück werden würde? Damals herrschte Streit in der Parkhauslandschaft. Die städtische OPG trennte sich von den restlichen Anteilen an ihrer einstigen Tochter OPG Center Parking. Die war mit den Jahren immer größer und erfolgreicher geworden und gehört mittlerweile der bundesweit agierenden Firma Goldbeck Parking Services aus Bielefeld. Sie betreibt beispielsweise das L+ T-Parkhaus, während die Stadthausgarage und elf weitere Parkhäuser sowie elf Parkplätze der städtischen OPG gehören.

Für Autofahrer hatte der Scheidungsprozess zur Folge, dass es unübersichtlicher wurde: Es gibt keinen gemeinsamen Internetauftritt mehr, auf dem alle Osnabrücker Parkhäuser mit ihren aktuellen Auslastungszahlen zu finden sind, auch die Tarifmodelle entwickeln sich auseinander, was insbesondere Dauerparker betrifft.

Doch so langsam zeigt sich, dass Stadtwerke und OPG mit der Loslösung von der Goldbeck Parking Services den richtigen Weg eingeschlagen haben. Sie können nun frei entscheiden, mit welchen Mobilitätskonzepten sie ihre 23 Parkstätten verknüpfen das kommt der wachsenden E-Mobilität eindeutig zugute. Jetzt muss es sich nur noch rechnen. s.dorn@ noz.de
Autor:
Sandra Dorn


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