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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Landwehrviertel: So wächst die Mega-Siedlung
 
Es kommt Leben ins Landwehrviertel
Zwischenüberschrift:
Erste Häuser im größten Neubaugebiet der Stadt fast fertig / Vermarktung wird kleinteiliger
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Seit 2018 entsteht im Osnabrücker Stadtteil Atter eine Mega-Siedlung für 2500 Menschen: das Landwehrviertel. Mit den Quebec Gärten″ nimmt das erste von insgesamt einem knappen Dutzend Quartieren zunehmend Form an. Manche Häuser könnten bereits in wenigen Monaten bezogen werden, teilte Investor BPD (Düsseldorf) unserer Redaktion bei einem Rundgang über die Baustelle mit. Das im hinteren Teil des Geländes geplante Heidecarrée″ von Investor Delta Bau (Hannover) lässt dagegen weiter auf sich warten.

Unterdessen hat die Osnabrücker Esos GmbH als kommunale Flächeneignerin ihre Strategie bei der Vermarktung der einzelnen Teilbereiche verändert. Ziel ist es, durch größere Stückelung der Flächen die Chancen regionaler Bieter zu verbessern.

Osnabrück Die Quebec-Gärten″ nehmen Gestalt an und das schneller als geplant: Bereits im Herbst sollen die ersten von zunächst rund 150 Wohnungen im Osnabrücker Landwehrviertel bezugsfertig sein, meldet Investor BPD. Derweil steht die Vergabe weiterer Teilbereiche im größten Neubaugebiet der Stadt kurz bevor.

Fünf Mehrfamilienhäuser mit zusammen 110 Wohnungen sowie 37 Einfamilien-Reihenhäuser errichtet der Düsseldorfer Immobilienentwickler BPD auf einem 1, 8 Hektar großen Teilstück im vorderen Bereich der früheren Britenkaserne in Atter. Kaum ein Jahr nach Baubeginn sind die sogenannten Quebec-Gärten″ an einigen Stellen so gut wie fertig. Ab Ende September sollen sich die ersten Reihenhaus-Bewohner in der Siedlung links und rechts der Quebec-Allee (Yorkring, Leedsring) niederlassen können.

Wir liegen vor dem vertraglich vereinbarten Zeitplan″, sagte BPD-Projektentwickler Thomas Trendelkamp unserer Redaktion bei einem Ortstermin. Die erwartete Baukostensteigerung falle mit gut zehn Prozent moderat″ aus. Und auch der Verkauf der Immobilien gestalte sich erfolgreich: Es seien nur noch vereinzelte Reihenhäuser zu haben. Bis Ende Juni sollen alle Objekte veräußert sein.

Damit auch Familien mit weniger Geld im Landwehrviertel ihren Traum vom Eigenheim verwirklichen können, wurde auf Geheiß der Politik ein Teil der Reihenhäuser günstiger angeboten als üblich. Der Quadratmeterpreis lag in diesen Fällen laut Trendelkamp bei 1900 Euro. Insgesamt betrage die Spanne der Kaufpreise bei den Reihenhäusern je nach Größe zwischen 280 000 und 420 000 Euro.

Die fünf Mehrfamilienhäuser haben sich den Angaben zufolge langfristige Bestandshalter″ gesichert, darunter ein deutscher Versicherungskonzern. Die ersten 29 Wohnungen mit Größen zwischen 56 und 130 Quadratmetern sollen den Mietern Ende des Jahres zur Verfügung stehen. Mitte 2021 will der Investor dann mit allem fertig sein.

Allerdings könnten die Quebec-Gärten nicht das letzte Projekt von BPD im größten Neubaugebiet der Stadt gewesen sein. Trendelkamp: Wir wollen gerne noch ein bisschen mehr machen im Landwehrviertel und bewerben uns deshalb um weitere Teilbereiche.″Heidecarrée braucht Zeit

Langsamer als angekündigt gestaltet sich derweil die Realisierung weiterer Wohngebäude im hinteren Bereich des Landwehrviertels (Glasgowring). Dort plant Investor Delta Bau aus Hannover auf 1, 25 Hektar Fläche eine Siedlung namens Heidecarrée″.

Mit den Bauabschnitten I (3 Mehrfamilienhäuser mit 39 Wohnungen) und II (15 Reihenhäuser) hätte nach Unternehmensangaben vom vergangenen Sommer eigentlich Anfang 2019 begonnen werden sollen. Nun werde erst die vollständige Vermarktung abgewartet, teilte Projektentwickler Till Kesten auf Anfrage unserer Redaktion mit. Noch in diesem Jahr″ sollen jedoch erste Bagger anrollen.

Vorzeigbare Pläne für 21 weitere Reihen- und Doppelhäuser im Heidecarrée (Bauabschnitte III und IV) gibt es noch nicht. Auch Einzugstermine lässt Delta Bau sich nicht entlocken. Kesten: Hinsichtlich der Auftragsvergaben sind viele Entscheidungen offen. Daher können wir noch keine genauen Angaben zur Fertigstellung der Bauabschnitte machen.″

Und wie steht es um die übrigen Teilbereiche im Landwehrviertel? Auf Anfrage unserer Redaktion teilte die Stadtwerke-Erschließungstochter und Geländeeigentümerin Esos GmbH dazu Folgendes mit: Mit dem Bau eines großen Rewe-Supermarkts (Verkaufsfläche 1500 Quadratmeter) nebst angegliederter Bäckerei soll im Sommer begonnen werden. Für die Teilbereiche C (23 500 Quadratmeter) und Quartiersmitte West (15 500 Quadratmeter) wurden konzeptionelle Bieterverfahren durchgeführt.

Neu war, dass beide Teilbereiche vorab ungefähr halbiert wurden. Interessenten hatten damit die Chance, sich nicht nur um die jeweilige Gesamtfläche, sondern auch um einzelne Abschnitte zu bewerben. Derzeit finden konkrete Gespräche mit Investoren statt. Die Verkäufe sind noch für 2019 vorgesehen″, erklärte Stadtwerke-Sprecher Marco Hörmeyer. Die Esos behalte sich jedoch vor, auch beim Vorliegen von Komplettangeboten für beide Teilbereiche die insgesamt vier Abschnitte getrennt zu vergeben.Esos mit neuer Strategie

Für den Teilbereich B Nord (7000 Quadratmeter) führt die Esos derzeit eine sogenannte Interessenbekundung mit anschließender Anhandgabe durch. Diese Fläche soll an eine Bauherrengenossenschaft mit gemeinschaftlichem Konzept vergeben werden. Gespräche mit Interessenten würden aktuell geführt, heißt es.

Darüber hinaus sollen noch in diesem Jahr deutlich kleinteiligere Vergabeverfahren für den Teilbereich H (34 000 Quadratmeter) beginnen, um den Anforderungen des regionalen Marktes entgegenzukommen″, so Hörmeyer weiter. Der Grundstücksverkauf erfolge konkret in sechs Flurstücken, die durch die Parzellierung gemäß Bebauungsplan bereits vermessen seien. Das siebte Flurstück will die Esos behalten, um darauf selbst ein erstes Mehrfamilienhaus zu entwickeln.

Bildtext:
Diese Mehrfamilienhäuser sind Teil der von BPD gebauten Siedlung Quebec-Gärten″ und werden ab Ende 2019 vermietet.
In elf Teilbereiche gliedert sich das 37 Hektar große Landwehrviertel im Stadtteil Atter. k
Foto:
Jörn Martens
Grafik:
Esos/ Stadtwerke Osnabrück

Kommentar
Soziale Rendite

Das Landwehrviertel ist mit 37 Hektar das größte Neubaugebiet in Osnabrück. 2500 Menschen sollen dort mal wohnen. Doch aus dem Boden gestampft wird die Mega-Siedlung auf dem ehemaligen Gelände der Britenkaserne Quebec Barracks″ bislang nicht von heimischen Investoren, sondern von mächtigen, teils europaweit agierenden Immobilienkonzernen aus Düsseldorf und Hannover. Das soll sich nun ändern.

Mit einer veränderten Vermarktungsstrategie sorgt die Energieservice Osnabrück GmbH (Esos) als kommunale Flächeneignerin dafür, dass fortan auch die regionale Wirtschaft bei der Entwicklung in Atter zum Zuge kommt. Mittelständische Unternehmen und Genossenschaften etwa, die sich Stadt und Umland in besonderem Maße verpflichtet fühlen, denen die anfangs vergebenen Teilbereiche im Landwehrviertel wegen ihrer gewaltigen Ausmaße aber schlicht zu teuer waren.

Eine mitunter sehr kleinteilige Stückelung des Angebots, wie sie die Esos inzwischen bei den verbleibenden Grundstücken vornimmt, gibt auch kleineren Marktteilnehmern die Chance, sich gewinnbringend für alle zu beteiligen. Und sollte die Stadt deshalb auch den einen oder anderen Euro weniger einnehmen: Dem gegenüber steht ein unbezahlbares Plus an sozialer Rendite.

E-Mail: s.stricker@ noz.de
Autor:
Sebastian Stricker


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