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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Für die Konsumkultur ist der Zug abgefahren
Zwischenüberschrift:
Leserbriefe
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel „, Center nicht mehr zeitgemäß′ Osnabrücks Ex-Oberbürgermeister Fip stellt Pläne am Neumarkt infrage″ und dem Kommentar Neu denken″ von Rainer Lahmann-Lammert (Ausgabe vom 8. Juni) erhielten wir folgende Leserzuschriften, u. a. von Friedrich-Wilhelm Göbel, Generalbevollmächtigtem der Sinn GmbH.

Im Kommentar zu dem Bericht über die Meinung des ehemaligen Oberbürgermeisters zu dem geplanten Einkaufscenter am Neumarkt bezeichnet der Kommentator unser Unternehmen, die Sinn GmbH, als , Zweite Liga′. Zunächst war die Sinn GmbH über eine derartige Titulierung nicht glücklich, sind wir doch seit Jahrzehnten in Osnabrück erfolgreich als Betreiber eines Bekleidungshauses tätig und stellen in Osnabrück und an vielen anderen Orten fast 2000 Arbeitsplätze zur Verfügung. Nach einigen Minuten des Nachdenkens können wir in diesem speziellen Fall mit der Einordnung in die , Zweite Liga′ leben [...]:

Der VfL Osnabrück ist nach vielen Jahren der Neuorientierung wieder einmal in die Zweite (Bundes-) Liga aufgestiegen, und ich vermute, dass die große Mehrheit der Osnabrücker Bürgerinnen und Bürger sehr stolz auf diese Leistung ist und die Zugehörigkeit zur , Zweiten Liga′ als großen Erfolg betrachtet.

Im Zusammenhang mit einem der am besten geführten lokal aktiven Textilhändler in Deutschland, der Firma L& T, genannt zu werden ist eine Auszeichnung. Was der Kommentator jedoch verkennt, ist die Tatsache, dass die Firma Sinn in Osnabrück nicht der Wettbewerb zu L& T ist, sondern in ihrer Funktion als Einzelhändler die Innenstadt von Osnabrück als Ganzes stärkt. Sinn war jahrzehntelang erfolgreich neben L& T tätig und kann dies auch in Zukunft sein. [...]

Die Frage, ob das aktuelle Verhalten des Bauherrn des Centers und die historische Planung durch die Stadt aus heutiger Sicht richtig waren oder nicht, stellt sich für Sinn nicht. Dies wäre anmaßend und nicht korrekt. Die Betrachtung der aktuellen Situation mit dem Wissen von heute muss zwangsweise zu anderen Bewertungen von historischen Entscheidungen führen. Es ist allen Beteiligten zu wünschen, dass im Interesse von Osnabrück als Stadt und als bedeutendem Einzelhandelszentrum Lösungen für seine Bürgerinnen und Bürger gefunden werden, die der Bedeutung von Osnabrück gerecht werden. [...]″

Friedrich-Wilhelm Göbel
Hagen

Dank sei unserem ehemaligen OB für seine reflektierten Aussagen! Osnabrück sollte es sich erlauben, visionärer zu denken und planen, als allein in Kategorien von Einkaufszentren, flächenversiegelnden Bau-, Fliesen- und Möbelmärkten, Kettenhotels und Gewerbesteuereinnahmen. Vielleicht wird so die unhaltbare jahrelange Stagnation am Neumarkt im Nachhinein noch zum Glücksfall eines Zeitgewinns, um sich nachhaltig und modern neu zu orientieren.″

Joachim Raffel
Osnabrück

Immer nur mehr zu konsumieren macht auf Dauer nicht glücklicher. Was mir guttut, weiß nur ich selbst und ist nicht in jedem Fall im Osnabrücker Einzelhandel zu kaufen. Gespräche über Kultur, zur Art und Weise, wie wir miteinander ins Gespräch kommen, entstehen an Orten, an denen Begegnung, Gespräche und neue Ideen möglich werden. Noch mehr Konsumtempel braucht Osnabrück wahrlich nicht!

Was Osnabrück dagegen jetzt und künftig braucht, sind kleine und große kulturelle Freiräume, Biotope für gemeinsame Visionen aber keine zusätzlichen Handelszonen für gewinnorientierte Großunternehmen.

Man kann hier gut einkaufen, lautete lange ein bekanntes Urteil über Osnabrück. Ja, meinetwegen. Doch wann wird es auch in Osnabrück einmal heißen: Man kann hier gut neuartige Ideen entwickeln? Der Zeitgeist wird, da hat Ex-OB Fip völlig recht, vor allem auch das kulturelle Leben in Osnabrück hoffentlich in ein kreatives, weltoffenes Klima verwandeln. Diesem sollten wir endlich angemessene Räume geben! Aus dem alten Ideal einer Konsumkultur sollte auch in Osnabrück tendenziell eine lebendige Atmosphäre für einen neuen am Gemeinwohl orientierten Kulturkonsum werden.

Michael Kröger
Osnabrück

Kommt es oder kommt es nicht das Einkaufszentrum am Neumarkt? Ich möchte mich an diesen Spekulationen nicht beteiligen. Selbstverständlich kann man auch unterschiedlicher Meinung sein, ob das Center ein Gewinn für Osnabrück ist oder eben , nicht mehr zeitgemäß′, wie unser früherer Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip meint. Herrn Lahmann-Lammert ist es unbenommen, Fips Position zustimmend zu kommentieren.

Einigermaßen fassungslos war ich jedoch hinsichtlich der Wortwahl: Mit Sinn als Ankermieter habe man sich , gleich für die Zweite Liga entschieden′. Das geplante Zentrum sei weit davon entfernt, , eine Strahlkraft […] wie das L& T-Imperium′ zu entwickeln. Durch Abwertung und Glorifizierung zu polarisieren, mag der Verfasser mit dem Verweis auf , klare Worte′ zu rechtfertigen versuchen. Einem neuen Denken, so die Überschrift, leistet der Kommentar mit diesem Griff in die Mottenkiste der kämpferischen Redestrategien keinen Vorschub.″

Ines Klekamp
Osnabrück

Endlich hat jemand das , heiße Eisen′ Einkaufszentrum Neumarkt in die Hand genommen. Kein Geringerer als unser Ehrenbürger und Alt-OB Hans-Jürgen Fip. Sind denn wirklich die Bürger dieser Stadt so naiv und glauben an eine Realisierung? Richtig wäre, die Stadt urbaner zu gestalten. Wohnen in der City. Recht hat er, unser Hans-Jürgen Fip: Teurer als Bildung ist keine Bildung. Noch ist Zeit, diesen Zug umzuleiten in ein modernes Osnabrück. Konsumieren können wir überall, im Internet, in Wallenhorst und Georgsmarienhütte und natürlich in Osnabrück.″

Lothar Röwer
Osnabrück

Es ist wirklich schade, dass es Herrn Fip über all die zurückliegenden Jahre nicht gelungen ist, seine Parteigenossen von seinen absolut zutreffenden Erkenntnissen in dem erwähnten Artikel zu überzeugen und somit die Idee eines solchen Centers endgültig zu begraben. [...]

Es gibt ja genügend Beispiele für einen , Misserfolg′ solcher Center, verbunden mit dem Niedergang des jeweiligen örtlichen Einzelhandels. [...] Herr Fip hat ja dankenswerterweise äußerst interessante Alternativen aufgezeigt, welche mit Sicherheit zu einer Bereicherung unserer Stadt führen würden, denn das ist auch für mich unstrittig der heutige Schandfleck inmitten einer doch so schönen Stadt muss verschwinden, und das so bald wie möglich!

Hinrich Meyer
Osnabrück

Bildtext:
Der Osnabrücker Ehrenbürger Hans-Jürgen Fip hat gefordert, die Pläne für ein Einkaufszentrum am Neumarkt ad acta zu legen.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Friedrich-Wilhelm Göbel, Joachim Raffel, Michael Kröger , Ines Klekamp, Lothar Röwer, Hinrich Meyer


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