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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Internet? Fehlanzeige!
 
Von Müll und Musik
 
„Einer muss anfangen″
Zwischenüberschrift:
Mein Leben ohne Netz und schnellen Handyempfang – eine Kolumne
 
Wie steht es um den Umweltschutz beim Schlossgarten-Open-Air?
 
Stefanie und Klaus Bergmann haben 2016 das „Caférika″ in Erika eröffnet, um Geflüchtete und Dorfbewohner zusammenzubringen
Artikel:
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Originaltext:
Haren Das Internet ist inzwischen fester Bestandteil unseres privaten und beruflichen Lebens. Doch auf dem Land ist schnelles Internet immer noch keine Selbstverständlichkeit.

Mein Smartphone ist mein ständiger Begleiter: Morgens schnell einen Snap auf Snapchat verschicken, auf Twitter die neuesten Nachrichten verfolgen, sich via Whatsapp mit den Freunden verabreden. Nachmittags muss ich dann noch was für die Schule recherchieren, abends wechsle ich auf meinen Laptop und schaue mir Videos auf Youtube und Serien auf Netflix an. All diese Tätigkeiten wären ohne das Internet nicht möglich. Inzwischen kann man sagen, das Internet ist vom Luxus- zum Grundbedürfnis geworden.

Doch was ist, wenn dieses Grundbedürfnis nicht zureichend befriedigt werden kann? Denn während man in den Städten so gut wie fast überall Highspeed Internet hat, gibt es auf dem Land noch zahlreiche Gebiete, die nur sehr schlecht oder gar nicht versorgt sind. Der Landkreis, in dem ich lebe, gehört da leider ebenfalls zu.

Sobald ich das Haus und somit auch unser W-Lan verlasse, werden meine Snaps nicht mehr versendet. Musik auf Spotify ohne Premium zu hören ist nicht möglich. Dass meine Snaps nicht versendet werden, kann ich vielleicht noch ertragen. Aber ohne Musik Bus zu fahren, geht gar nicht. Musik lenkt mich ab, macht meine Fahrten erträglicher. Aber nicht nur für den Bus, auch für das Auto brauche ich Musik. Zu Hause kann ich mich noch erfolgreich mit dem Internet verbinden, nur damit ist Schluss, sobald ich das Haus verlasse. Dann geht nichts mehr. Das nervt.

Doch vor allem der digitale Stundenplan ist sehr, sehr häufig ein Grund für Aggressionen. Meine Mitschüler und ich, wir müssen lange Schulwege auf uns nehmen. Wenn dann plötzlich die erste Stunde ausfällt und es keiner gesehen hat, gibt es genervte Blicke, Flüche, den restlichen Schultag ist man gereizt. Ich kann nichts aktualisieren, weil das Internet einfach nicht existent ist. Innerhalb der Schule ist das nicht besser. Der Ort, an dem Kinder eigentlich auf das Leben vorbereitet werden sollen, drängt Schüler weiter vor die Computer mit Diskettenlaufwerk und dem wunderbaren Betriebssystem Windows XP.

Das Gefühl, wenn der PC gefühlt dreitausend Jahre hochfährt und du mit Begeisterung feststellst, dass das Betriebssystem älter ist als du selbst, das ist ja schon unbeschreiblich genug. Doch das Gefühl, was auftritt, wenn das Laden einer Webseite sich über die ganze Stunde zieht, ist dagegen nichts weiter als deprimierend. Aufgrund dieser Umstände ist es wenig verwunderlich, dass wir uns selbst digital fortbilden müssen.

Doch so einfach ist es nicht: Wollen wir in der Pause mal eben auf dem Smartphone checken, was gerade so los ist in der Welt, tut sich nichts. Da nützt dir die beste Flatrate nichts, die Seiten laden einfach nicht. Erst zu Hause im W-Lan sieht man die Nachricht dann vom Vormittag aus der Schule.

Zwar besitzen wir zu Hause W-Lan, doch auch das ist noch lange keine Garantie für schnelles Internet. Wie ich schon erwähnt habe, gucke ich abends gerne Videos auf Youtube, besonders sogenannte Let′s Plays″. Wie man aus dem Namen schon ableiten kann, geht es hier hauptsächlich um Videospiele. An den meisten Tagen habe ich sogar ganz viel Glück, und die Videos laden nur ein bis zwei Minuten. Sie laufen dann problemlos im Format 480p. Während der Let′s Player von der unglaublichen Qualität des neuen Spiels schwärmt, sehe ich dagegen zahlreiche, große Pixel. Positiv bleiben, denn hier ist das Motto: Das Video läuft problemlos, ohne Zwei-Sekunden-Stopps. Auch wenn man sich oft fragt, ob das Spiel nicht vielleicht doch aus den 1990er-Jahren stammt, so wie es aussieht.

Kritisch wird es, wenn man nebenbei noch etwas nachgucken möchte und einen zweiten Tab öffnet. Das Video stoppt sofort, die zweite Seite lädt sowieso nie, verzweifelt und voller Panik schließt man den Tab genauso schnell, wie man ihn geöffnet hat. Doch nichts hilft mehr: Das Video auf Youtube ist einer Ladeschnecke geworden.

Wenn es dir Spaß macht, stundenlang zuzusehen, wie ein Video lädt, wie ein zweiter Tab dein ganzes Internet crasht und selbst das Schließen von Google mehrere Jahre braucht, ziehe in die ländliche Gegend.

Es regt mich auf. Es regt meine Freunde auf. Es regt jeden auf, der auf das Internet angewiesen ist. Langsames Internet ist für mich und für viele meine Freunde der Grund, vom Land in die Stadt zu ziehen. Wir Menschen hier auf dem Land brauchen das Internet genauso wie alle anderen auch. Es kann ja letztendlich nicht so schwer sein, hier gute Leitungen zu verlegen. Nicht nur uns Jugendlichen wäre damit geholfen. Die Verantwortlichen würden unser aller Alltag um Längen verschönern.

Die Artikel auf dieser Klasse!- Seite sind in der NOZ-Jugendredaktion und im Profilfach Medien der Ursulaschule in Osnabrück entstanden. Auf den Klasse!- Seiten schreiben Schüler die Artikel, denn sie sind Teil des Klasse!- Medienprojektes. Sie schreiben ihre Texte entweder im Unterricht oder sind Mitglieder in der Jugendredaktion. Somit gibt es für alle Schüler eine Möglichkeit, selbst aktiv zu werden und zu schreiben. Bei der Themenauswahl helfen Redakteure der Neuen Osnabrücker Zeitung. So können die Schüler über Themen aus dem Unterricht schreiben, aber auch zum Beispiel die neueste Serie oder ihr Lieblingsbuch rezensieren. Weitere Informationen zum Klasse!- Projekt sind im Internet unter www.noz/ klasse.de zu finden. Die neuen Zeiträume für den Unterricht sind bereits im Netz einzusehen und können gebucht werden. Die neue Projektphase startet im September.

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In vielen ländlichen Gebieten ist ein guter Internetempfang nicht selbstverständlich. Damit kennt sich unsere Autorin nur zu gut aus.
Foto:
Colourbox

Osnabrück Konzerte und Musikfestivals sollen zuallererst natürlich Spaß machen. Doch nach dem Spaß kommt dann meist die Realität, und die heißt nicht selten: Müll. Denn viele Besucher lassen Becher, Zigarettenkippen und anderen Abfall einfach an Ort und Stelle fallen. Die Gelände großer Festivals ähneln nach der großen Sause dann eher Müllkippen als grünen Wiesen.

Auch das Schlossgarten-Open-Air in Osnabrück ist eine Großveranstaltung. Es findet in diesem Jahr zum fünften Mal im Schlossgarten der Universität Osnabrück statt. Am 16. und 17. August rechnen die Veranstalter vom Rosenhof mit mehr als 20 000 Besuchern. Doch achten sie nur auf Besucherzahlen und Gewinn oder auch auf den Umweltschutz? Und was können die Besucher tun, um der Umwelt möglichst wenig Schaden zuzufügen? Um die Natur zu schonen, wird seit Start des Events 2015 mit einem Pfandsystem gearbeitet. So soll unnötiger Müll, der bei den Besucherzahlen bei etwa 50 000 Einwegbechern liegen würde, vermieden werden.

In einem Gespräch verdeutlichte Alexander Quickert, Eventmanager beim Osnabrücker Rosenhof, dass stabile, weiterverwendbare Mehrwegbecher eingesetzt werden, welche bereits seit mehreren Jahren von einem lokalen Dienstleister bezogen würden. Das Pfand beträgt einen Euro pro Becher.

Wer sich den Weg zurück zu den Getränkeständen sparen und gleichzeitig etwas Gutes tun möchte, kann mit der Spende seines Bechers die Spendenaktion von HelpAge unterstützen. Die Mitglieder des gemeinnützigen Vereins sammeln die Pfandbecher der Besucher ein und erhalten somit einen Euro pro Becherspende für einen guten Zweck. Da nur ein geringer Anteil der 15 000 Mehrwegbecher aufgrund von Schäden verschrottet werden muss, ist dies eine Möglichkeit, unnötigen Plastikmüll zu vermeiden.

Auf dem Gelände befinden sich während des Events 80 Mülltonnen, sodass jeder Besucher aktiv dazu beitragen kann, das möglichst wenig Müll im Schlossgarten liegen bleibt. Um das Gelände ordentlich zu hinterlassen, vollzieht das Veranstaltungsteam zwei Tage nach Abschluss des Events eine Endreinigung des Schlossgartens. Nach Angaben des Veranstalters fielen letztes Jahr rund drei Tonnen Müll an.

Ziel sei es jedoch, diese Menge durch Optimierung von Kleinigkeiten von Jahr zu Jahr zu verringern. So werden im VIP-Bereich Holzgabeln anstatt Pikser aus Plastik und Würstchen im Brötchen von regionalen Gastrounternehmen angeboten. Außerdem werde der Bereich von stromsparenden LED-Lampen beleuchtet. Auf dem restlichen Gelände werden die benötigten Geräte möglichst spät eingeschaltet, um Strom sparen zu können.

Nach Aussage von Quickert kommen um die 80 Prozent der Besucher aus Osnabrück und dem Landkreis. Viele von ihnen haben die Möglichkeit, mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Fahrrad anzureisen. Um die Besucher zu animieren, mit dem Fahrrad zu kommen und somit die schwierige Parkplatzsituation zu entlasten und die Umwelt zu schonen, werde ein Fahrradparkplatz am Ledenhof errichtet.

Für Besucher, die mit dem Zug anreisen, stehe auch dieses Jahr wieder der normale Busverkehr vom Hauptbahnhof zum Veranstaltungsgelände zu Verfügung. Wer allerdings gut zu Fuß ist, kann diese Strecke auch mit einem Spaziergang verbinden.

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Musikfans beim Schlossgarten-Open-Air im vergangenen Jahr.
Foto:
Katharina Leuck

Haren Stefanie und Klaus Bergmann eröffneten im März 2016 ein Flüchtlingscafé in Haren-Erika, um den Geflüchteten bei der Integration zu helfen. Doch was ist das eigentlich genau, und was macht man dort?

Alles begann mit der sogenannten Flüchtlingskrise 2015: Zahlreiche Menschen aus kriegsgebeutelten Ländern kamen nach Europa und nach Deutschland in der Hoffnung auf ein besseres Leben. Sie kamen auch nach Haren-Erika, einem Dorf im Emsland. Wir haben festgestellt, dass überall um uns herum die Bevölkerung mit Sorge erfüllt war″, erinnert sich Stefanie Bergmann, die zusammen mit ihrem Mann Klaus am 1. März 2016 das Café eröffnete. Manche wirkten überfordert und ängstlich, es haben sich immer mehr Menschen negativ über ankommende Flüchtlinge geäußert.

Das wollte die Familie Bergmann so nicht hinnehmen. Wir hatten das Gefühl, dass wenn niemand etwas macht, die Leute im Wohnheim isoliert bleiben und einen schweren Zugang zu Integration haben könnten, da es hier in der Gegend nichts gibt.″ Auch die Uneinigkeit und Unentschlossenheit in Europa in Sachen Flüchtlingspolitik, die damit verbundenen menschlichen Dramen in Italien und Griechenland und die fehlende Hilfsbereitschaft anderer, vorwiegend osteuropäischer Länder, waren für Stefanie, die schon vor 20 Jahren Geflüchteten in Meppen half und bei Amnesty International aktiv ist, ein weiterer Grund zu handeln. Somit war für Stefanie und Klaus klar: Einer muss anfangen, sonst passiert hier nichts.″

Mit diesem Gedanken blieb die Familie Bergmann nicht allein, sehr bald bekamen sie Unterstützung von weiteren Erikanern″, die sich als Ehrenamtliche für die Integration der Geflüchteten einsetzten. Das Pfarrheim der Kirche, das als Raum für das Café zur Verfügung gestellt wird, wurde somit zu einem ersten Anlaufpunkt und sollte von nun an Geflüchtete und Einheimische zusammenbringen. Die ersten Wochen waren sehr zäh, doch man merkte, dass es nach einiger Zeit vertrauter wurde″, erzählt Stefanie. Dieses Vertrauen wurde wohl vor allem aufgrund der regelmäßigen Treffen und Aktivitäten aufgebaut.

Wie der Name schon verrät, wird im Caférika gemeinsam Kaffee getrunken, während die Kinder nebenbei die Möglichkeit haben zu spielen. Es folgten kulinarische Abende, Fahrradtouren durch die ländliche Gegend, Weihnachtsfeiern, ein Ausflug in die Eislaufhalle Nordhorn sowie weitere Begegnungstreffen mit Helfern und Geflüchteten aus den Nachbarortschaften Rütenbrock und Wesuwe.

Zeitweise wurde ein Reparatur-Workshop angeboten, außerdem wurden die Flüchtlinge bei Fragen zu ihren Dokumenten beraten. Einige Ehrenamtliche unterstützen die Geflüchteten bis heute unter großem Zeitaufwand in asylrechtlichen Angelegenheiten und bei Alltagsproblemen. Bei der Frage, wie das Café bei den Geflüchteten und Dörflern ankommt, überlegt Stefanie kurz. Wir konnten feststellen, dass das Angebot sehr gut angenommen wurde. Die, die sich aktiv engagieren wollen, sind regelmäßig dabei. Schade ist, dass viele die Chance zur Begegnung nicht nutzen.″ So bekämen sie zwar positive Rückmeldung, jedoch äußern sich viele auch gar nicht zu der Initiative. Dabei werden Ehrenamtliche immer gesucht. Rückblickend würden Stefanie und Klaus das Café noch mal eröffnen. Wir haben mit allen Aktiven des Caférika so viele schöne Erfahrungen gemacht, so viel von den Flüchtlingen geschenkt bekommen. Das ist eine tolle Arbeit, trotz einiger Herausforderungen, die es gab.″

Bildtext:
Caféfreunde unter sich: (von unten links gegen den Uhrzeigersinn) Hannah, Abodom (Eritrea), Fsha (Eritrea), Ali (Côte d′Ivoire), Daniel Bergmann, Michael (Eritrea), Stefanie Bergmann, Kahsay (Eritrea), Sazend (Syrien).
Foto:
Klaus Bergmann
Autor:
Ayleen Over, Lea Herkenhoff


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