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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schulfrieden in Sicht?
Zwischenüberschrift:
Osnabrücker Schulpolitikerinnen wollen gemeinsam Sek.-I-Reform voranbringen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Werden es diese Damen jetzt richten? Die Schulpolitikerinnen Petra Knabenschuh (CDU), Brigitte Neumann (CDU), Heidrun Achler (SPD) und Birgit Strangmann (Grüne) haben sich kürzlich buchstäblich auf den Weg gemacht und sich gemeinsam zwei Oberschulen angesehen.

Nicht ohne Grund, denn die Osnabrücker Schullandschaft bedarf der Überarbeitung, vor allem der Mittelstufenbereich, die Sekundarstufe I. Diskutiert wird das Thema bereits seit fast einem ganzen Jahrzehnt, Fortschritte gibt es nicht. Kein Geld und unterschiedliche politische Vorstellungen beim Thema Bildungspolitik waren wohl die größten Hemmschuhe bei den Versuchen einer Reform. Das soll nun alles besser werden.

Als erster Anlauf zu einer Lösung bestehender Probleme und Beseitigung nicht nur interfraktioneller sondern wohl auch parteiinterner Widerstände gegen die eine oder andere Idee darf sicherlich der gemeinsame Besuch der Schulpolitikerinnen der drei großen Ratsfraktionen in der Domschule und in der Oberschule Bissendorf gewertet werden.

Denn eine Kernfrage in der Sekundarstufen-Reform ist die Zukunft der städtischen Real- und Hauptschulen. Während in vielen anderen Kommunen und im Bistum die Oberschule die traditionellen Real- und Hauptschulen bereits ersetzt hat, leben in Osnabrück beide Systeme nach wie vor friedlich nebeneinander. Das System aber wird brüchig, sobald die drei Innenstadtschulen Schule an der Rolandsmauer, Möserrealschule und Hauptschule Innenstadt wie geplant in eine möglicherweise als Oberschule neu zu gründende Schule übergehen. Diese Idee der sogenannten Neuen Schule besteht schon so lange, dass das Gros ihrer Mütter und Väter mutmaßlich gar nicht mehr im Schuldienst ist. Jetzt aber soll sie mit einmütigem Beschluss aller Fraktionen verwirklicht werden.

Dann bleibt die Felix-Nussbaum-Schule als einzige Hauptschule über und das will niemand. Wahrscheinliche Lösung dieses Problems: das Zusammengehen als Oberschule mit der ebenfalls im Schulzentrum Sonnenhügel beheimateten Wittekind-Realschule. Warum also nicht nun auch noch aus den verbleibenden zwei kommunalen, nach Erich Maria Remarque und Bertha von Suttner benannten Realschulen Oberschulen machen?

Die CDU findet das eine charmante Idee, bei Rot und Grün hielt sich die Euphorie bislang eher in Grenzen. Hier bevorzugt man integrierte Konzepte. Wobei am Ende ohnehin die Frage stehen dürfte, ob denn eine Oberschule nicht sozusagen eine Gesamtschule light″ ist. Die Antwort auf diese Frage aber findet sich zuallerletzt im Etikett der Schule. Die Antwort findet sich im Konzept, nach dem die Kollegien arbeiten und die Schüler lernen.

Im Gespräch mit unserer Redaktion bekräftigen Knabenschuh, Achler und Strangmann, dass sie die ersten Grundsatzentscheidungen zur Sek.-I-Reform noch vor den Sommerferien im Rat treffen wollen. Wir streben einen Rahmenbeschluss an, den wir alle tragen können″, sagt Knabenschuh. Wir müssen das schaffen, sonst bekommen wir keine Ruhe″, verweist die Schulausschussvorsitzende Achler auf die Jahre währende Diskussion, während Strangmann zusätzlich den anzustrebenden Schulfrieden in den Blick rückt.

An diesem Mittwoch sollen in einer Sondersitzung des Schulausschusses die Weichen gestellt werden. Ab 20 Uhr geht es im Ratssitzungssaal einzig um das Thema Zukunft Schule in Osnabrück 2020–2030 Schulentwicklungsplanung Sek. I″. Noch in der letzten Sitzung des Rates vor der Sommerpause soll dann das Paket endgültig geschnürt sein.

Einig sind sich Knabenschuh, Achler und Strangmann vor allem in einem Punkt: Sie müssen es schaffen, ihre Fraktionen in der Diskussion um neue Schulen und Schulformen mitzunehmen. Integrative Systeme machen sich nicht am Namen fest″, stellt Strangmann denn auch nach dem Besuch der Oberschule Dom fest, die mit ihrem jahrgangsübergreifenden und differenzierenden Konzept integrativ und inklusiv arbeitet, wie die Ratsfrauen von Schulleiter Axel Diekmann erfuhren.

Dass spätestens zum Schuljahr 2026/ 27 eine zusätzliche Schule hermuss, um der wachsenden Schülerzahl gerecht zu werden, ist in der Kommunalpolitik unbestritten. Der Standort des ehemaligen Käthe-Kollwitz-Gymnasiums ist durchaus mehrheitsfähig. Welche Schulform am Ende am Schölerberg entstehen wird, ist dabei noch offen. Eine frühzeitige Elternbefragung soll rechtzeitig Klarheit bringen.

Bildtext:
Standort Käthe-Kollwitz-Schule: Oberschule oder Integrierte Gesamtschule? Das ist eine der Fragen, die im Zuge der Reform der Sekundarstufe I geklärt werden müssen.
Foto:
Michael Gründel

Kommentar
Silberstreif am Horizont

Der Besuch der vier Politikerinnen in der Domschule ist ein Statement, das vor allem in die jeweils eigene Partei wirken soll. Seht her″, lautet die Botschaft, eine gute Bildungspolitik geht nur über ideologische Grenzen hinweg.″

Die unbefriedigende Situation der drei Innenstadtschulen und der Bedarf für einen weiteren Schulstandort zwingen zum Handeln. Petra Knabenschuh und Brigitte Neumann (CDU), Heidrun Achler (SPD) und Birgit Strangmann (Grüne) wollen schnelle Ergebnisse. Dazu werden sie in ihren Fraktionen dicke Bretter bohren müssen.

Aber das lohnt sich. Denn eine Reform der Schullandschaft kann nur gelingen, wenn über Parteigrenzen hinweg nach dem besten Weg gesucht wird. Die erste Aufgabe des Quartetts wird sein, den Fraktionskollegen zu erklären, dass Etikettendenken niemanden weiterbringt. Oberschule″ ist zunächst einmal nur ein Name, ebenso wie Gesamtschule″. Die inhaltlichen Akzente setzen die Schulen mit ihren jeweiligen pädagogischen Konzepten.

Knabenschuh, Neumann, Achler und Strangmann haben gezeigt, wie gemeinsame Schulpolitik im Sinne der Schulen, Eltern und Schüler aussehen muss. Das ist der Silberstreif am Horizont der Osnabrücker Schullandschaft. Bleibt nur zu hoffen, dass die Fraktionen sich diese Einstellung ihrer Fachfrauen zu eigen machen. d.kroeger@ noz.de
Autor:
Dietmar Kröger


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