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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wo ist der Grenzstein der Laischaft?
Zwischenüberschrift:
Teil der alten Bruchsteinmauer an der Lotter Straße eingestürzt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Tatort Lotter Straße: Wenn die Heger Laischaft alle sieben Jahre beim Schnatgang ihre Grenzen abgeht, setzt es seit Jahrhunderten eine rituelle Backpfeife für einen Jungen, damit er sich die Stelle ganz genau merkt. So schwierig ist das allerdings nicht mehr, seit ein Grenzstein mit den Initialen HL″ den Ort markiert. Und um auch die letzten Zweifel auszuräumen, hat die Laischaft ein Sandsteinrelief mit der zur Ohrfeige ausgestreckten Hand in die Bruchsteinmauer einfügen lassen.

Ausgerechnet dieser traditionsbeladene Mauerabschnitt ist nun unter bislang nicht geklärten Umständen eingerissen worden. Und es gibt keine Gewissheit, ob der Grenzstein und das Hand-Relief dabei Schaden genommen haben.

Gärtnermeister Gerhard Gust, der Wort- und Buchhalter der Heger Laischaft, hat die städtische Denkmalpflege auf den Schaden aufmerksam gemacht. Nach seiner Kenntnis steht der Grenzstein, der in den Fuß der Mauer eingelassen war, unter Denkmalschutz, nicht aber die Sandsteinplatte mit der eisernen Hand. Dem steht entgegen, was Stadtsprecher Sven Jürgensen in Erfahrung gebracht hat: Die Gedenktafel ist im Verzeichnis der Baudenkmale der Stadt Osnabrück geführt. Die Mauer ist nicht in der Liste vorhanden und kein Baudenkmal.″

Kompliziert wird die Geschichte, weil die Mauer weder der Stadt noch der Heger Laischaft gehört, sondern dem Land Niedersachsen. Denn auf dem Grundstück hinter der Mauer befindet sich die Autowerkstatt der Polizei. Deshalb ist das Staatliche Baumanagement zuständig, wenn es um den Wiederaufbau des zerstörten Abschnitts geht. Gerhard Gust hofft, dass der Ort des schmerzhaften Rituals möglichst bald wieder hergerichtet wird.

Am historischen Grenzstein soll es im Dreißigjährigen Krieg einmal zu einer Auseinandersetzung zwischen den Schüttern den Viehhirten der Heger Laischaft und Fleischergesellen aus Tecklenburg gekommen sein.

In der entbehrungsreichen Zeit hatten die Eindringlinge aus der benachbarten Grafschaft wohl gehofft, sie könnten still und heimlich mit den Kühen und Schafen der Osnabrücker Bürger über die Grenze verschwinden. Doch das, so heißt es, sollen die bewaffneten Kräfte der Stadtwache damals zu verhindern gewusst haben.

Bildtexte:
Liegen die eiserne Hand″ und der Grenzstein noch unter diesen Trümmern? Seit ein Teil der Bruchsteinmauer an der Lotter Straße eingestürzt ist, vermisst die Heger Laischaft beides.
Die eiserne Hand″ auf einem Foto von 2010.
Fotos:
Arne Köhler, M. Hehmann
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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