User Online: 1 | Timeout: 19:02Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kirchenglocken bleiben stumm
Zwischenüberschrift:
Bombenräumung: Wie sich Anwohner auf die Evakuierung am Sonntag vorbereiten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Der 1. Adventnaht. Doch in diesem Jahrwerden ihn rund 15 000 Osnabrücker anders als gewohnt feiern. Grund ist diegeplante Bombenentschärfung, die die Stadtteile Sonnenhügel, Dodesheide und Haste betrifft. Das bedeutet, dass die Anwohner die Zeit ab 9 Uhr im Evakuierungszentrum oder bei Bekannten und Verwandtenverbringen. Die Räumung von vermutlich mehreren Blindgängern macht sichaber noch ganz anders bemerkbar.

Dazu gehört, dass einige Kirchenglocken in den betroffenen Stadtteilen garnicht oder zumindest nicht zur gewohnten Zeit läuten. Kein Glockengeläut gilt für die evangelischen Kirchen von Thomasgemeinde und Matthäusgemeinde. Sehrtraurig″ findet dies Helga Beer vom Kirchenvorstand der Matthäusgemeinde. Der Gottesdienst gehört für sie und Ehemann Manfred zur Adventsfeier dazu. In den vergangenen Jahren kamen dann auch die Söhne Stephan und Christian zum Kaffeetrinken vorbei, auch das fällt in diesem Jahr aus. Stattdessen wird das Ehepaar auswärts frühstücken und dann einen Weihnachtsmarkt in der Region besuchen. Zusätzliche Gottesdienste Zu einer ungewohnten Zeit läuten die Glocken hingegen in der katholischen Pfarrei Christus König, die die drei Gemeinden St. Franziskus (Dodesheide), Heilig Geist (Sonnenhügel) sowie Christus König (Haste) umfasst. Generell wird in St.Franziskus am Samstag um 17 Uhr die Messe gefeiert. Nun kommen weitere Gottesdienste um 18 Uhr in Heilig Geist sowie im Kloster St. Angela hinzu. Schon im Oktober hatte die Pfarrei wegen der seinerzeit vorgesehenen Bombenräumung Ausweichgottesdienste geplant. Von Gemeindemitgliedern kam die Rückmeldung, dass weitere Messen am Samstagabend wünschenswert seien, dem habe man Rechnung getragen, sagt Pastor Thomas Stühlmeyer. Und das bedeutet einiges an Aufwand, von der Benachrichtigung von Küster, Organist und Messdienern bis zum Einprogrammieren der Heizungen. Stühlmeyer selbst hat dadurch am Sonntag die Möglichkeit, mit seinen Eltern in Melle frühstücken zu gehen, die am Vorabend ihre goldene Hochzeit begehen. Für Peter Klösener, Vorsitzenderdes Pastoralausschusses, kommt ganz gelegen, dass er in seiner Eigenschaft als pädagogischer Mitarbeiter der Katholischen Landvolkhochschule Oesede an einem dreitägigen Seminar teilnimmt, das am Sonntag endet. Ehefrau Birgit und der jüngste Sohn Simon (15) werden ihn daher nach Georgsmarienhütte begleiten. Das traf sich recht glücklich″, sagt Klösener. Im Anschluss werden die drei zum Weihnachtsmarkt nach Minden fahren.Hohen Aufwand bedeutetdie Bombenräumung für das Alten- und Pflegeheim St.Franziskus. Allerdings: Wir haben uns gut vorbereitet″, sagt Leiter Franz Paul. Gewissermaßen als Testlauf diente eine Evakuierung der Einrichtung St. Clara, die wie auch St. Franziskus und Paulusheim zum Verbund St. Elisabeth Pflege gehört. Die 64 Bewohner werden nun ab sechs Uhr morgens zum Paulusheim an der Magdalenenstraße gebracht.Nettebad geschlossen Kleine und große Wasserratten müssen am Sonntag auf das Badevergnügen im Nettebad verzichten. Das Bad befindet sich im Evakuierungsgebiet und bleibt ganztägig geschlossen. Als Alternative öffnet das Schinkelbad ausnahmsweise von 7 bis 20 Uhr. Nicht betroffen ist hingegen die Wärmestube an der Bramscher Straße. Dort findet auch wie vorgesehen der Weihnachtsbasar von 9 bis 18Uhr statt. In den sauren Apfelmüssen hingegen einige Gastronomiebetriebe beißen. Für einen Inhaber, der seinen Namen nicht nennen möchte, ist nicht nachvollziehbar, dass mit der heutigen Technik immer noch nicht mit Sicherheit festgestellt werden kann, ob tatsächlich ein Blindgänger gefunden wurde. Bei Fehlalarm hätte er auch nicht (wie nun geschehen) Hotelgästen absagen müssen. Denn: Welcher Hotelier möchte schon, dass seine Gäste von der Polizei aus dem Bett geholt werden? Behinderungen gibt es am Sonntag im Stadtbusverkehr. Ab etwa 11 Uhr bis zum Abschluss der Entschärfungen enden die Linien 31, 32 und 33 an der Haltestelle Klinikum Gertrudenberg. Die Linien 51, 52 und 53 enden an der Haltestelle Roopstraße.Die Linien 41 und 541 fahrenab Haster Mühle bis zur Haltestelle Güstrower Straße eine Umleitung. Eine nicht repräsentative Umfrage auf www.noz.de ergab, dass 23 Prozent der Teilnehmer das Ausmaß der Evakuierung für übertrieben halten. 33 Prozent sagen, dass die Sicherheit in jedem Fall vorgeht. 20 Prozent finden, dass der Termin für die Bombenräumung am ersten Advent falsch gewählt ist. 24 Prozent äußern, dass sie nicht betroffen sind. Insgesamt haben sich rund 200 Nutzer an der Umfrage beteiligt.Warum so früh? Für Unmut sorgt bei vielen Bürgern, dass sie schon sehrfrüh, nämlich bis 9 Uhr, ihre Wohnungen verlassen müssen. Das liege an der dunklen Jahreszeit, heißt es in einer Stellungnahme der Stadt. Falls einer oder mehrere Blindgänger gesprengt werden müssten, sollte das noch bei Tageslicht möglich sein. In den betroffenen Stadtteilen gibt es sechs Verdachtsfälle. Gestern begannen an vier Stellen Vorarbeiten. Aus Sicherheitsgründen werdendie genauen Lagen im Vorfeld nicht offiziell kommuniziert.

Bildtext:
Auf einem Grundstück am Tannenkamp wird ein Blindgänger aus dem 2. Weltkrieg vermutet. Der Kampfmittelbeseitigungsdienst hat hier und an anderen Stellen mit vorbereitenden Arbeiten für die Entschärfung am Sonntag begonnen.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Henning Müller-Detert


Anfang der Liste Ende der Liste