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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Unter Volldampf
Zwischenüberschrift:
Mammutprojekt in Osnabrück: Restaurierung der Schinkellok geht voran
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Es ist ein Mammutprojekt: Seit rund sieben Jahren restaurieren die Osnabrücker Dampflokfreunde die ehemalige Schinkellok. Nun sind sie ihrem Ziel, die Dampflok 41052 wieder fahrtüchtig zu machen, einen Schritt näher gekommen.

Vor dem alten Steinbrecher am Piesberg werkeln vier Männer an dem roten Rahmen der alten Dampflok, die als solche ohne ihren Kessel kaum zu erkennen ist. Die Lok präsentiert sich nun wieder mit ihren Dampfzylindern″, sagt Reinhard Rolf von den Dampflokfreunden stolz. Der Rahmenverbinder war korrodiert und musste erneuert werden. Damit er ausgebaut werden konnte, mussten auch die Zylinder runter, die dann ebenfalls überarbeitet wurden. Geplant waren diese Arbeiten allerdings nicht. Als Fachfirmen die Lok vor Jahren begutachtet hätten, sei der Rahmenverbinder niemandem aufgefallen. Das hat uns locker zwei, drei Jahre zurückgeworfen″, sagt Rolf.Desolater Zustand

Von ihrem Ziel, die 41052 wieder fahrtüchtig zu machen, lassen sich die Dampflokfreunde dadurch trotzdem nicht abbringen. Mit viel Herzblut kümmern sich sieben der rund 125 Vereinsmitglieder um das alte Stück alles ehrenamtlich natürlich. Das Besondere ist, dass es eine echte Lok der deutschen Bundesbahn ist, die hier in Osnabrück stationiert war und bis zum Schluss auch hier gefahren ist″, sagt Rolf. Deshalb hängen sie so an der Lok.

Sie restaurieren die Schinkellok aber nicht nur aus eigenem Interesse. Wir tun es auch für die Osnabrücker, damit sie damit irgendwann wieder fahren können″, erzählt Bernhard Kovermann. Der 70-Jährige hat die 41052 früher als Lokführer angeheizt. Die Erfahrung hilft ihm nun bei dem Neuaufbau der Lok. Wir sind alles gelernte Maschinenbauer, aber eben auch Lokführer. So kennen wir beide Seiten″, sagt Rolf.

Bevor die Lok in den Besitz der Dampflokfreunde überging, stand sie von 1979 bis 2001 als Denkmal im Schinkel. Dadurch war sie nach Angaben von Rolf damals in einem desolaten Zustand″ gewesen. Die 40-jährige Abstellzeit macht sich bemerkbar″, sagt der 52-Jährige. Deshalb dauere die Restauration auch so lange.Rückschläge

Seit 2012 arbeiten sie intensiv an der Lok und müssen immer wieder mit Rückschlägen kämpfen. Nicht nur der Rahmenverbinder und die Zylinder hätten sie zurückgeworfen, sondern auch die Achsen. Als wir die Lok letztes Jahr eingeachst haben, haben wir Abweichungen von mehreren Millimetern festgestellt″, berichtet Rolf. Das sei vermutlich schon immer so gewesen, doch die Dampflokfreunde wollten das nicht hinnehmen. Also hieß es: alles wieder raus, neu messen, fräsen, einstellen und alles wieder zusammen. Aber es passte immer noch nicht, also wieder von vorne″, sagt Rolf.

Davon lassen sie sich aber nicht entmutigen. Man braucht einen langen Atem, Rückschläge gehören dazu″, sagt Ralf Schlapberger. Vor allem seien sie jetzt in der Aufbauphase, die viel mehr Spaß mache als das Zerlegen. Das Zusammenbauen ist das Spannende. Jetzt sieht man, wie wir gearbeitet haben″, erzählt Kovermann. Das Auseinanderbauen sei nur Maloche″ gewesen.

Als Nächstes soll nun der Kessel zurück auf die Lok, die dann auch wieder eher als solche zu erkennen sei. Das soll bis zum Dampflokfest Osnabrück unter Dampf″ am 1. September geschehen. Danach kommt das ganze große Drumherum″, berichtet Rolf. Man sehe dann zwar nicht mehr so große Fortschritte, dennoch ist noch einiges zu tun″.

Wann die Lok endlich wieder über die Schienen rollen kann, lassen die Dampflokfreunde offen. Dazu machen wir keine Aussage mehr″, sagt der 70-jährige Kovermann. Zu oft hätten sie sich Ziele gesetzt, die sie nicht erreicht hätten, weil immer wieder neue Baustellen dazwischengekommen seien. Das ist nur demotivierend, wenn du an gesetzte Ziele nicht rankommst″, berichtet Schlapberger. Dann sei die Gefahr groß, dass man anfange zu schludern. Wir wollen die Arbeit vernünftig machen. Wenn sie fertig ist, ist sie fertig″, so der 53-Jährige.

Ein Bild vom aktuellen Stand der Restaurierung können sich alle Interessierten am 2. Juni beim Anheizertag am Piesberg machen.

Bildtext:
Die alte Schinkellok präsentiert sich wieder mit ihren Dampfzylindern. Bernhard Kovermann (links) und Reinhard Rolf arbeiten seit rund sieben Jahren an der Instandsetzung der Lok 41052.
Fotos:
David Ebener
Autor:
Lea Becker


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