User Online: 1 | Timeout: 10:10Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
33,3 Prozent: Rekordergebnis für die Grünen
Zwischenüberschrift:
Dramatische Verluste für SPD und CDU / Tiemo Wölken behält sein Mandat im Europäischen Parlament
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Sie rieben sich die Augen, sie stellten sich mit ihren Smartphones vor die Leinwand und fotografierten die Balkendiagramme: Die Grünen konnten kaum glauben, dass sie mit 33, 3 Prozent die stärkste Kraft bei der Europawahl in Osnabrück geworden sind CDU, SPD und die anderen Parteien weit abgeschlagen dahinter!

Mit lautstarkem Jubel quittierten die Grünen bei ihrer Wahlparty in der Lagerhalle um kurz nach 18 Uhr die erste Prognose in der ARD, die ihnen bundesweit einen Schnitt von 22 Prozent vorhersagte. Doch dann wurde erst einmal über andere Themen geredet, während sich mehr oder weniger unbemerkt das Rekordergebnis abzeichnete. Schon nach Auszählung der ersten 16 von insgesamt 134 Wahlbezirken kratzte die Partei an der 30-Prozent-Marke um sie nur wenig später ein für alle Mal zu überwinden. Am Ende heimste die Ökopartei sogar ein Drittel aller Stimmen ein. Und vereinigte damit fast genauso viele Wähler hinter sich wie SPD, FDP, Linke, AfD und Piraten zusammen.

Um ja keine Blamage zu riskieren, hielten sich die Mitglieder von Vorstand und Fraktion der Grünen lange mit einem Statement zurück, bis sich Volker Bajus, der Fraktionsvorsitzende im Rat, um 20.20 Uhr in Gewissheit wähnte. Das ist sensationell!″, verkündete er unter anhaltendem Applaus. Das wurde dann mit Freibier begossen.

Freibier schenkte auch die SPD aus, was den Genossen im Café Spitzboden zeitweise den größten Zulauf sicherte. Aber dass die Sozialdemokraten in Osnabrück unter 18 Prozent abgerutscht waren, ließ sich auch nicht schöntrinken. Einen Grund zum Feiern ließen sich die Genossen aber nicht nehmen: Der Europaabgeordnete Tiemo Wölken darf die Region für die nächsten fünf Jahre in Straßburg vertreten.

Das schlechte Abschneiden seiner Partei führt er auf die Klimadebatte zurück. Schmerzlich″ findet er das und gibt zu bedenken, dass in der Öffentlichkeit ein falscher Eindruck entstehen könne: Auf europäischer Ebene sind wir aufseiten der Grünen″. Wölken findet aber, dass die SPD mehr tun müsse, um die Menschen unter 30 anzusprechen: Politik findet nicht in Hinterzimmern statt. Wir müssen transparenter werden! Für den Europaabgeordneten ist es kein Trost, dass auch die CDU deutlich verloren hat.

Die Christdemokraten musste man in der Lagerhalle fast mit der Lupe suchen. Dabei hatten sie sich ebenfalls zur Wahlparty angekündigt. Im Foyer verfolgte ein kleines Häufchen von CDU-Anhängern die Zahlen, die über den Monitor flimmerten. Es wurden Wunden geleckt. Ja, der Klimaschutz. Aber eigentlich, so lautete der Tenor, seien doch die Christdemokraten die Ersten gewesen, die sich für eine intakte Umwelt eingesetzt hätten.

Verglichen mit den Ergebnissen der Europawahl 2014, erlebten CDU und SPD den größten Absturz. Die Christdemokraten verloren mehr als zehn Prozentpunkte, die Sozialdemokraten sogar knapp zwölf. Bei den kleineren Parteien dagegen kaum Veränderungen: FDP, Linke und AfD bewegten sich ähnlich wie vor fünf Jahren jeweils um die Fünf-Prozent-Marke.

Auffällig jedoch, wie stark diesmal auch die Sonstigen vom schwachen Abschneiden der Volksparteien profitierten. Insbesondere die Satirepartei Die Partei″ mit dem Osnabrücker EU-Parlametarier und früheren Titanic″-Chefredakteur Martin Sonneborn an der Spitze: Sie wurde mit 3, 44 Prozent (2710 Stimmen) siebtstärkste Kraft gerade einmal 1000 Wählerstimmen hinter den Liberalen und der nationalkonservativen, teils rechtsextremen Alternative für Deutschland″.

Bildtext:
Strahlende Gesichter bei den Grünen: Die Europawahl bescherte ihnen 33, 3 Prozent in der Stadt Osnabrück.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert, Sebastian Stricker


Anfang der Liste Ende der Liste