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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Stadtversus Landleben: Wo ist es schöner?
 
Von Werkatzen, Magie und geheimen Zeichen
Zwischenüberschrift:
Die Autorinnen der Jugendredaktion haben sich über genau diese Frage Gedanken gemacht
 
Osnabrücker Schülerin veröffentlicht ihr erstes Fantasy-Buch
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück/ Haren Frieda (17) wohnt in der Stadt und Ayleen (18) auf dem Land. Wo lebt es sich besser für Jugendliche? Oder kann man das gar nicht so genau sagen? Eine Kolumne aus zwei Blickwinkeln.

Ein Leben auf dem Land

Bauernhöfe, grüne Wiesen, Zeltlager viele träumen von einem Leben auf dem Land. Doch ist das wirklich so idyllisch?

Wenn sich der eigentlich kurze Weg zur Arbeit über Stunden zieht, weil du im Stau stehst, die Straßenbahn neben dir fast dein Auto touchiert und die Menschen sich wie die Ölsardinen in den Bus quetschen. Du zwischen einem Getümmel aus Radfahrern, Fußgängern und Reisegruppen den Überblick im Dschungel des Verkehrs verlierst, dann bist du in der Stadt gelandet. Das Stadtleben ist in meinen Augen sehr stressig. Dass man in einem Getümmel aus Verkehr und Lärm nicht zur Ruhe kommen kann, finde ich vollkommen nachvollziehbar.

Ich lebe weit weg von einer Stadt. Meine Gegend ist geprägt von unzähligen Feldern, von Treckern, großen Einfamilienhäusern mit riesigen Gärten und schlechten Straßen. Ich lebe sozusagen in einer Idylle, von der viele Städter offenbar träumen. Wenn man mich fragen würde, dann schätze ich am Landleben vor allem die Ruhe. Ich höre kaum Verkehrslärm, eher Vogelgezwitscher und das Rascheln der Blätter im Wind. Manchmal könnte man denken, die Zeit wäre in meinem Dorf stehen geblieben, während die Stadt in unglaublicher Geschwindigkeit in Richtung Kollaps steuert.

Ich glaube, für Kinder ist das Landleben toll. Wenn ich an meine Kindheit denke, dann denke ich an unseren Pool im Garten, in dem wir jeden Sommer schwammen, wie wir im Winter Schlitten fuhren und vor allem wie wir im Dreck spielten.

Doch das Leben als Teenager auf dem Dorf ist alles andere als idyllisch. Traditionen sind das Lebenselixier vieler Dörfler. Traditionen müssen gelernt und geliebt werden. Schützenfeste, Sonntagsbraten, der Dialekt oder einfach nur der Gang zur Kirche. Es gibt ausreichend davon, wohl auch, um das Leben auf dem Land spannender zu machen. Wenn man aber nicht auf diese Art Veranstaltungen steht, dann hat man ein Problem.

Ich kann Schützenfeste zum Beispiel nicht leiden. Man muss sie wirklich von Beginn an lieben. Andere Rituale lebe ich dagegen gerne, wie unsere Ortskontrollfahrt″, kurz OKF″. Und die geht so: Sobald einer aus dem Freundeskreis achtzehn ist, einen Führerschein und möglichst ein eigenes Auto besitzt, wird mit den Freunden die Nacht zum Tag gemacht. Bei der OKF″ fährt man herum, guckt, was so los ist im Dorf, und hält beim nächsten Supermarkt oder einem Fast-Food-Laden an. Ja, mehr macht man nicht. Klingt langweilig? Es ist unsere Art, rauszugehen und Spaß zu haben. Jetzt fällt für einige die Schlussfolgerung: Man kann dann ja nur Spaß haben, wenn man volljährig ist und einen Führerschein hat. Ja, das ist wahr. Und der wohl größte Nachteil des Landlebens.

Ohne Auto dauert die Fahrt zur Schule aufgrund der miesen Busverbindung doppelt so lange, was bei einer fast vierzigminütigen Autofahrt viel ausmacht. Der Bus fährt nur dreimal am Tag. Verpasst du deinen Schulbus morgens, dann hast du Pech gehabt, sofern sich deine Eltern nicht erbarmen und dich fahren können. Du möchtest nur zu Freunden, sie sind aber nicht gerade deine Nachbarn? Deine Eltern müssen dich fahren. Mal eben einkaufen? Ohne Auto keine Chance. Der Führerschein ist und bleibt der Heilige Gral auf dem Land, und diese Abhängigkeit nervt.

Stadtbesuche sind für mich immer noch wie ein Kulturschock. Alles kommt einem so lebhaft vor, es wirkt einfach, als gäbe es in der Stadt so viele verschiedene Menschen mit Interessen, die man auf dem Land niemals ausleben könnte.

Ich finde es schade, wenn man hört, dass die Dörfer langsam aussterben, aber man muss dazu sagen, dass das Land, besonders für Jugendliche, einfach nicht viel bietet. Natürlich kann ich nicht für alle sprechen. Ich kenne auch einige, die das Landleben genießen und hierbleiben wollen. Ich möchte mich aber lieber dem Kulturschock hingeben und einfach mal was Neues sehen.

Ein Leben in der Stadt

Einmal im Jahr Ferien auf dem Bauernhof decken meinen Bedarf an Ruhe, frischer Luft und Natur. Diese Dinge sind wichtig. Dennoch können sie mich nicht für das Leben auf dem Land überzeugen. Viel zu bedeutungsvoll sind für mich die Argumente der Stadt. Sie bietet mir die Möglichkeit, abwechslungsreich, flexibel, bunt und auch ökologisch zu leben.

Zwei Worte, die mich gut beschreiben: Ich bin neugierig und aufgeschlossen. Es ist für mich beinahe lebensnotwendig, regelmäßig Neues auszuprobieren. Ich brauche Abwechslung in meinen Freizeitbeschäftigungen. Theatervorstellungen, Konzerte, Lesungen, Kinofilme oder Museen müssen sein. Hauptsache es gibt etwas zu sehen und zu erleben. Diesen Lebensstil kann ich ausschließlich in der Stadt führen. Nicht nur, dass es eine riesige Auswahl an Angeboten gibt; wenn man sich auskennt und spontan ist, bekommt man als Schülerin auch Vergünstigungen, sodass all das auch halbwegs bezahlbar bleibt.

Jugendlicher auf dem Land zu sein ist für mich auch deshalb unvorstellbar, weil es dort schwierig ist, feiern zu gehen. Das erste Bier, mit Freunden nachts durch die Stadt ziehen, mit sechzehn Partys besuchen und tanzen gehen darauf könnte ich nicht verzichten.

Wenn man aber eine Autostunde vom nächsten Club entfernt lebt, wird das schwierig. Ich behaupte nicht, dass junge Menschen auf dem Land diese Erfahrungen nicht machen, doch ich habe genug genervte Freunde, die nur selten ausgehen können, weil der Weg nach Hause viel zu weit ist.

Ich kann dagegen ganz spontan entscheiden, wo ich wann hingehen möchte. In der Stadt kann man zu jeder Tageszeit überall hingelangen, auch ohne Führerschein. In Osnabrück sind die meisten Orte mit dem Fahrrad erreichbar, ansonsten gibt es Busse. Zur Schule und zum nächsten Supermarkt gelange ich sogar problemlos zu Fuß. Ich war nie auf das Eltern-Taxi″ angewiesen und wurde schnell selbstständig. Mobil sein bedeutet für mich frei sein.

Die Stadt ist aber nicht nur aufgrund ihrer Möglichkeiten vielfältig. Sie ist der Ort, an dem verschiedene Kulturen aufeinandertreffen, sie ist bunt und lebendig. Während sich an der einen Straßenecke ein alter Mann eine Zigarette anzündet, läuft am Weg daneben ein Hipster mit Jutebeutel vorbei, eine Gruppe Austauschstudenten fragt mich nach dem Weg und eine Mutter schiebt einen Kinderwagen zum nächsten Spielplatz. Ich liebe es, unbekannte Sprachen im Bus zu hören. Ich beobachte gerne andere Leute. In unserer Nachbarschaft leben viele Senioren, gleichzeitig steht um die Ecke ein Flüchtlingsheim, und in das neue Wohngebiet sind viele Studenten gezogen. Diese ganzen Menschen treffen jeden Tag aufeinander, und auch, wenn man sich selten dabei kennenlernt, glaube ich, dass auch flüchtige Begegnungen wichtig sind.

Die kurzen Wege, die Auswahl an Geschäften und das nahe Zusammenleben mit anderen machen es mir viel einfacher, meinen Alltag ökologisch zu gestalten. Umweltschutz wird immer bedeutender und anders, als man zuerst denken könnte, lebt es sich in der Stadt umweltfreundlicher. Zum einen lässt sich das Auto meist problemlos gegen ein Fahrrad eintauschen. Meine Lebensmittel kann ich in einem der vielen Bioläden kaufen, und es gibt sogar einen Supermarkt, der ganz auf Verpackungen verzichtet. Auch energetisch gesehen sind Mehrfamilienhäuser und das Zusammenleben vieler Menschen sparsamer. Für mich steht also fest: Ich bin ein Stadt-Mensch. Ich brauche den Rummel, die Abwechslung und genieße die Flexibilität. Nach der Schule kann ich mir auch vorstellen, einmal in einer richtigen Großstadt zu leben, denn während andere über Lärm, Dreck und Stress schimpfen, sitze ich auf einer Parkbank, sehe Menschen an mir vorbeihetzen, höre Autohupen und rieche die Gewürze vom nächsten Imbiss und erfreue mich daran.

Die Artikel auf dieser Klasse!- Seite haben die Mitglieder der NOZ-Jugendredaktion geplant, recherchiert und geschrieben. Die Jugendredaktion ist Teil des Klasse!- Medienprojekts.

Bildtext:
Das Stadtleben: Viel los oder erstickt die Stadt im Verkehrschaos?
Das Landleben: Idylle pur oder einfach nichts los für Jugendliche?
Foto:
Jörn Martens, dpa/ Lino Mirgeler

Osnabrück Die 16-jährige Ursulaschülerin aus Osnabrück, Anna Birkemeyer, hat ihr erstes Buch Das Zeichen des Raben″ mit nur vierzehn Jahren geschrieben. Im November 2018, zwei Jahre später, wurde ihre Fantasy-Geschichte vom Verein Osnabrücker Jugendliteratur veröffentlicht. Im Interview erzählt sie, wie ihre Geschichten entstehen und worum es in ihrem Buch geht.

Seit wann schreibst du Geschichten?

Kurzgeschichten schreibe ich schon so lange, ich denken kann. Das Zeichen des Raben ist allerdings mein erstes Buch.

Was gefällt dir am Schreiben?

Ich lese selber sehr gerne, und irgendwann kitzelte es dann in meinen Fingern, und ich wollte mir auch mal selber etwas ausdenken. Dabei kann ich meine ganze Fantasie austoben, das macht einfach Spaß.

Wie entstehen deine Geschichten?

Ich überlege mir zuerst ein Thema und eine grobe Idee, in welche Richtung sich die Geschichte entwickeln soll und wie sie endet. Vieles verändert sich beim Schreiben wieder, ganz besonders bei der Überarbeitung habe ich einiges noch einmal überdacht.

Worüber schreibst du so?

Ich kreiere vor allem Fantasygeschichten, so wie auch in meinem ersten Buch. Am liebsten schreibe ich über Figuren, mit denen ich mich selbst ein bisschen identifizieren kann, also auch Jugendliche. Auch wenn die dann vielleicht Dinge können, die ich selbst gerne könnte, wie zum Beispiel Magie anwenden.

Dein erstes Buch heißt Das Zeichen des Raben″. Worum geht es in dem Buch?

Ein junger Werkater, Spalathien, findet ein Amulett mit einem Anhänger in Rabengestalt.

Eine kurze Frage, was ist ein Werkater?

Ein Werkater ist ein Junge, der die Gestalt einer Raubkatze annehmen kann. Dieser findet ein Amulett, das unter Berührung ein sonderbares Zeichen auf seiner Haut hinterlässt. Nachdem er Lilith kennenlernt, die ein ähnliches Mal auf der Haut trägt, machen sie sich auf die Suche nach der Bedeutung des magischen Symbols. Der mächtige Alakir will die Macht des Zeichens für sich und nimmt die beiden in Gefangenschaft. Gemeinsam wagen sie einen gefährlichen Fluchtversuch…

Wie kam es zu der Veröffentlichung deines Buches?

Das war ein ganz schön langer Weg. Nachdem ich den Text meiner Deutschlehrerin gezeigt hatte, legte sie ihn einem anderen Lehrer, der auch Journalist ist, vor. Dieser half mir, die Geschichte zu veröffentlichen. Mit dem Verein für soziale Kommunikation machten wir uns auf die Suche nach Sponsoren und gründeten den Verein Osnabrücker Jugendliteratur. Die Einnahmen aus dem Verkauf der Bücher gehen in die Förderung weiterer junger Autoren.

Was war für dich das Schwierigste beim Schreiben?

Das Schwierigste beim Schreiben ist erst einmal sich nicht aufzuregen, wenn etwas schiefgeht. Ansonsten habe ich viele logische Fehler zunächst nicht bemerkt. Das sind oft ganz einfache Dinge: Man sieht zum Beispiel den Himmel nicht, wenn man im Wald steht. Das ist manchmal schwer, einen Überblick zu haben, damit die Geschichte sinnvoll wird.

Was macht für dich das Genre Fantasy aus?

Dass Sachen möglich sind, die es so bei uns nicht gibt. Die Welt und Atmosphäre ist in Fantasy-Geschichten eine andere. Man kann Schwertkämpfe einbauen und Drachen fliegen lassen. Man hat einfach mehr Möglichkeiten zu schreiben.

Was denkst du darüber, dass jetzt andere Menschen deine Geschichte lesen?

Das ist auf jeden Fall ein sehr schönes Gefühl. Ich hoffe, dass den Leuten die Geschichte gefällt.

Warum glaubst du, ist es wichtig, dass Jugendliche für andere Jugendliche schreiben?

Wenn man als Jugendlicher schreibt, schreibt man ja meistens dass, was man auch selber gerne lesen würde, das macht die Werke dann auch für andere Jugendliche interessant, denke ich. Außerdem kann ich mir vorstellen, dass man sich, wenn man selber noch Jugendlicher ist, besser in die jugendlichen Charaktere hineinversetzen kann.

Werden wir irgendwann noch mehr von dir zu Lesen haben?

Im Moment habe ich leider kaum Zeit. Aber irgendwann werde ich bestimmt noch etwas schreiben. Ich könnte mir auch vorstellen, mich mal mit etwas anderem auszuprobieren, vielleicht Semi-Fantasy.

Das Buch Das Zeichen des Raben″ist auch in einigen Osnabrücker Buchhandlungen erhältlich: Bei den Altstädter Bücherstuben, der Dombuchhandlung, der Buchhandlung zur Heide, dem NOZ-Shop sowie in der Ursulaschule.

Bildtext:
Die stolze Autorin mit ihrem Werk: Schülerin Anna Birkemeyer schreibt in ihrem Buch über magische Wesen, die nicht von dieser Welt sind.
Foto:
Tobias Romberg
Autor:
Frieda Doornbos, Ayleen Over, Frieda Doornboos


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