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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Institut für Musik bekommt seinen Neubau
 
Am Montag rücken die Bagger an
Zwischenüberschrift:
Spatenstich zum Neubau des Instituts für Musik der Hochschule Osnabrück
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Noch ist der Neubau des Instituts für Musik am Westerberg ein Architektentraum. Doch gestern erfolgte der Spatenstich zu dem dreiteiligen Gebäude, und am Montag rücken die Bagger an. Ende 2020 soll der Neubau fertig sein und ab dem folgenden Sommersemester genutzt werden. Der Hochschule Osnabrück ist der Komplex acht bis neun Millionen Euro wert. Außerdem hat die Dieter-Fuchs-Stiftung 1, 25 Millionen Euro gespendet.
Foto:
Ahrens & Pörtner

Osnabrück Trompetenprofessor Frederik Köster fehlt beim feierlichen Spatenstich zum Neubau des Instituts für Musik (IfM) der Hochschule Osnabrück. Präsent ist er trotzdem durch seine Fanfare für zwei Trompeten, Altsaxofon und Bassklarinette, die er komponiert hat, um dem Anlass den angemessenen musikalischen Rahmen zu geben. Von strahlendem Jubel kündet das kleine Werk aber nicht gerade; die Feierlaune versteckt sich hinter mollgefärbten Jazzakkorden und entwickelt sich nur in getragenem Tempo. Doch genau das spiegelt die Genese des Projekts wider: Fast zehn Jahre mussten ins Land gehen, bevor nun Vertreter der beteiligten Institutionen, Unternehmen und Gremien die Spaten in die Grasnarbe auf dem bis dato freien Gelände neben dem IfM in der Caprivistraße stechen konnten. Am Montag rücken dann die Bagger an.Kein leichtes Thema

Nicht leicht″ sei es gewesen, das Thema Musik in den Hochschulgremien so zu platzieren, dass am Ende ein Neubau bewilligt wird, sagte Andreas Bertram, der Präsident der Hochschule. Ein entscheidender Schritt sei deshalb die Zusage der Dieter-Fuchs-Stiftung gewesen, den Neubau mit 1, 25 Millionen Euro zu fördern. Danach lief die Diskussion im Haus anders″, sagte Bertram. Trotzdem bleibt ein Rest von acht bis neun Millionen Euro, den die Hochschule aus eigenen Mitteln deckt.

Möglich wäre das sicher nicht, wäre das IfM weniger erfolgreich. Bertram dankt deshalb an erster Stelle den Studierenden: Ohne Sie würden wir nicht bauen″, sagt er. Eine Erfolgsgeschichte″ sei das IfM, sagt er weiter, tatsächlich studieren derzeit über 400 junge Musikerinnen und Musiker in den fünf Studienprofilen Jazz, Klassik, Musical, Pop und elementare Musikpädagogik. Gerade mit den populärmusikalischen Studiengängen ist das IfM zum größten Standort Deutschlands aufgestiegen.

In drei Komplexen sollen die Profile künftig zusammenfinden. Sie stehen jetzt im Flur″, sagt Dekan Sascha Wienhausen zu den Gästen des kleinen Festaktes, hier proben die Jazzer, dort die Musicalleute, und während hier gesteppt wird, kann dort eine Violinsonate geübt werden.″ Damit spielt er auf eine Grundbedingung an, die der Bau erfüllen muss: Jeder Raum im IfM ist akustisch autark.

Entworfen hat den Neubau das Architekturbüro Ahrens & Pörtner. Der Clou dabei: Die drei Gebäude unter einem Dach erinnern in ihrer Form an Plektren, also an die Plättchen, mit denen Gitarristen die Saiten ihres Instruments anschlagen. Ein Akzent am Westerberg″ sei das, sagt Bertram und betont aber im gleichen Atemzug die Funktionalität des Gebäudes. Das ist bei Musik etwas aufwendiger″, sagt er.„Das hält die Stadt jung″

Die kluge Weichenstellung″ lobt auch Eva-Maria Westermann, Bürgermeisterin der Stadt Osnabrück, die Entwicklung am Westerberg. Der Neubau steigere die Attraktivität der Stadt″, sagt sie, und das ist ja sehr im Sinne der Stadt: Das IfM holt Studierende in die Stadt, die im Idealfall ihren Lebensmittelpunkt hierher verlagern. Das halte die Stadt jung.

So findet der langwierige Prozess ein gutes Ende, und das symbolisiert die Fanfare von Frederik Köster ebenfalls. Nach dem Weg durch das etwas melancholische Moll findet die Fanfare zu einem Schluss in reinem C-Dur nicht gleißend, aber optimistisch. Der Jubel kann ja folgen, wenn der Neubau eröffnet wird.

Bildtext:
Da ist Musik drin: Den Spatenstich zum Neubau des Instituts für Musik leitet eine Fanfare von Frederik Köster ein, gespielt von Studierenden des IfM.
Fotos:
David Ebener

Kommentar
Modell für Kulturentwicklung

Gemessen an Effizienzkriterien, hinken Musikstudiengänge den Wirtschafts- und Technikstudiengängen hinterher. Denn während die einen sich an potente Wirtschaftsunternehmen anschließen lassen und so Geld in die Kasse spülen, kostet Musik erst mal. Trotzdem investiert die Hochschule kräftig ins Institut für Musik.

Darin spiegelt sich das Renommee wider, das sich das IfM erarbeitet hat. Tausende Menschen erleben die hohe Kunst der Unterhaltung, wenn die Musicalabteilung die Marktplatzbühne der Maiwoche bespielt. Erstklassige Jamsessions in Osnabrücker Clubs begeistern Jazzfreaks, und Gewinner bei überregionalen Musikwettbewerben tragen den Namen des IfM genauso in die Fachwelt wie Plattenverträge bei renommierten Labels. So entwickelt das IfM Strahlkraft.

Die Stadt bekommt damit einen wichtigen Baustein für ihr Vorhaben, den Musikstandort Osnabrück zu entwickeln, und sie muss dafür nicht einmal Geld in die Hand nehmen. Das muss sie aber, soll der Plan vom Musikstandort gelingen. Doch die Investition lohnt sich. Das IfM macht es vor.

r.doering@ noz.de
Autor:
Ralf Döring


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