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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie aus Habadü eine Weltfirma wurde
Zwischenüberschrift:
Sievert AG wird 100 Jahre alt / Wann kommen die Häuser aus dem Drucker?
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Kommen Häuser bald aus dem 3-D-Drucker? Die Sievert AG in Osnabrück stellt sich schon auf die revolutionär neue Bauweise ein. Typisch für das Unternehmen, das vor 100 Jahren unter dem Namen Habadü″ begann.

Carl Fliege, der Großvater des heutigen Gesellschafters Hans-Wolf Sievert, gründete im Frühjahr 1919 die Handelsgesellschaft für Bau- und Düngestoffe in Osnabrück verkürzt: Habadü. Welch schöner Name für ein grundsolides Geschäft im Baugewerbe. Habadü bildete das Fundament für die heutige Sievert AG, die am Samstag mit einem Familienfest auf dem Firmengelände am Mühleneschweg in Osnabrück auf hundert erfolgreiche Jahre zurückblickte. Eine wichtige Konstante in diesem Jahrhundert war: der ständige Wandel.

Nach dem Zweiten Weltkrieg blickte das Familienunternehmen über das Feld der Bauwirtschaft hinaus und erschloss sich neue Geschäftsfelder. Es engagierte sich im Maschinenbau, in der Immobilienwirtschaft, in der Textilbranche, im Flugverkehr, im Transportwesen. Mit dem Namen Sievert verbinden viele die gelb und blau gestreiften Sibo-Betonlastwagen. Doch Sibo hat Sievert schon vor neun Jahren an die Dyckerhoff AG abgetreten als die Sievert-Gesellschafter begannen, das Unternehmen auf seine Kernkompetenz zu konzentrieren.

Diesen Weg setzt die neue Geschäftsführung weiter fort. Hans-Wolf Sievert, Gesellschafter und Ehrenvorsitzender des Aufsichtsrates, holte mit Jens Günther (49) im vergangenen Jahr einen erfahrenen Baufachmann an die Spitze der Sievert AG.

Günther hatte zuvor bei der Doka Group, Thyssen-Krupp und Hochtief Verantwortung getragen. An seiner Seite steht Carsten Beier, der seit 2014 im Vorstand für die Sparten Trockenmörtel und Bauchemie zuständig ist. Ab Juni wird der Vorstand auf drei Köpfe erweitert: Christian Schwarck kommt von der Basalt AG in Berlin an die Hase und übernimmt den kaufmännischen Part im Vorstand.

Damit verbunden ist nach den Worten Günthers der Aufbau einer neuen Unternehmens- und Markenstruktur. Die Sievert AG konzentriert sich auf zwei Bereiche: Baustoffe und Logistik. Unter dem Sievert-Dach sammeln sich die Produktmarken Quick-Mix (Mörtel, Beton), Hahne (Bautenschutz, Beschichtungen), Akurit (Putztechnik), Tubag (Gartenbau) und Strasser (Fugenmörtel, Fliesenkleber). Stagnation überwunden

Der neue Vorstandsvorsitzende habe nach einer gewissen Stagnation″ einen Umbruch eingeleitet, sagt Niklas Sievert, in vierter Generation in der Geschäftsführung tätig. Der Umbruch geschieht im Innern: Wir optimieren unsere Prozesse mit dem Ziel, unsere Rentabilität zu steigern″, sagt Günther. Beispiel: Die 21 Werke der Sievert AG sollen stärker zentral gesteuert werden, um Lieferketten zu optimieren und Synergien zu heben. Die simple Frage sei: Welches Werk braucht welches Material wann?

Die Geschäftsentwicklung bezeichnet Günther als gut″. Sievert sei auf allen Märkten gewachsen oder zumindest stabil. In Polen und Russland sind wir sehr erfolgreich, auch China entwickelt sich sehr positiv.″ in Shaoxing bei Schanghai hat Sievert im März in einem Joint Venture ein weiteres Werk eröffnet. Die Sievert AG ist an 60 Standorten in Deutschland, China, Russland, Polen, Schweiz, Slowakei, Tschechien, Niederlanden und Luxemburg aktiv. 1700 Mitarbeiter erwirtschaften einen Jahresumsatz von etwas über 400 Millionen Euro (2018). Am Stammsitz in Osnabrück sind 190 Mitarbeiter beschäftigt.

Ein Schwerpunkt im Hauptsitz am Mühleneschweg ist die Forschung und Entwicklung. Natürlich wollen wir immer vorn dabei sein″, sagt Günther. Beispiel: Bauen mit dem 3-D-Drucker. Günther: Unser Schwerpunkt ist das Material.″ Die Experten arbeiten an der Entwicklung eines Materials, das von computergesteuerten Spritzgeräten verarbeitet werden kann. Die ersten Mini-Häuser aus dem 3-D-Betondrucker sind bereits auf dem Markt.

Zum 100. Geburtstag hat das Familienunternehmen unter dem Titel 100 gute Taten″ eine Spendenaktion ins Leben gerufen. Wir haben alle Mitarbeiter an allen Standorten aufgerufen, Ideen einzubringen″, sagt Niklas Sievert. Es seien viele schöne und interessante Vorschläge″ eingegangen, die im Laufe des Jahres umgesetzt werden sollen.

Bildtext:
Die Sievert-Zentrale am Mühleneschweg in Osnabrück mit dem neuen Logo. Das Unternehmen beschäftigt an 60 Standorten über 1700 Menschen.
Foto:
Frössel/ Sievert AG
Autor:
Wilfried Hinrichs


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