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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Skepsis gegenüber neuen Nachbarn
Zwischenüberschrift:
Aussicht auf 21 Sozialwohnungen in der Kokschen Straße weckt Ängste
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Stadt Osnabrück will eine Baulücke an der Kokschen Straße füllen mit zwei Häusern, die Platz für 21 Wohnungen bieten. Doch das freut nicht alle: Im Bürgerforum Kalkhügel/ Wüste äußerten Nachbarn jetzt ihre Bedenken.

Eine schmale Stichstraße führt auf das Gelände in der Nähe der Bahngleise, auf dem bis 2022 die Mehrfamilienhäuser mit den Hausnummern 75 und 75a entstehen sollen. Aber sind die künftigen Nachbarn auch willkommen? Nicht alle Alteingesessenen sind von den Plänen begeistert, wie nun im Bürgerforum für die Stadtteile Kalkhügel und Wüste deutlich wurde. Manche befürchten, dass es in der Stichstraße zu eng und in der Umgebung der Parkdruck noch größer wird. Und: Was für Menschen werden es sein, die dort einziehen?

Das Grundstück gehört der Stadt. Ende vergangenen Jahres hatte der Rat die Verwaltung beauftragt, zwischen der Kokschen Straße, der schmalen Stichstraße und den Bahngleisen zwei Wohngebäude im Passivhausstandard zu errichten verbunden mit der Festsetzung: Die Wohnungen werden nur an Haushalte mit niedrigen Einkommen vermietet, die über Wohnberechtigungsscheine verfügen.″

Die Einkommensgrenzen, um einen solchen Berechtigungsschein zu erhalten, liegen bei 17 000 Euro pro Jahr im Fall von Einpersonenhaushalten und bei 23 000 Euro im Fall von Zweipersonenhaushalten. Die Nettokaltmiete will die Stadt zunächst auf 5, 60 Euro pro Quadratmeter begrenzen. Ziel ist es, den Wohnungsmarkt zu ergänzen″, sagte CDU-Ratsherr Fritz Brickwedde, der das Bürgerforum leitete.

Aber diese Ergänzung könnte nach Ansicht von Anwohner Johannes Beckmann auch Probleme mit sich bringen sei es wegen der drei Meter schmalen Zufahrt, die außerdem zu weiteren Häusern hinter der Kokschen Straße führt, sei es wegen zusätzlicher Autos, sei es wegen des Belegungskonzepts″.

Stadtbaurat Frank Otte berichtete, dass die Verwaltung die Stichstraße für ausreichend dimensioniert″ hält, für die 21 Wohnungen würden auch 21 Stellplätze eingerichtet ebenfalls auf städtischem Grund –, was reichen dürfte, denn es werde sich bei den Mietern um keine Klientel mit zwei oder drei Fahrzeugen″ handeln.

Auch wenn Otte 21 Fahrzeuge für noch tolerierbar″ hält: Anwohnerinnen hielten ihm entgegen, dass die Koksche Straße jetzt schon mit Autos überfüllt″ und längst das Limit erreicht″ sei. Besucher fänden kaum noch Platz zum Parken. Otte erwiderte, Flächen innerhalb der Stadt seien viel zu wertvoll″, um sie als Parkplätze zu verwenden.

Wie viele neue Bewohner werden einziehen? Während in der Nachbarschaft eine hohe Anzahl befürchtet wird, hält sich die Verwaltung mit genauen Angaben noch zurück. Der städtische Eigenbetrieb Immobilien und Gebäudemanagement″ wies auf das frühe Stadium des Projektes hin. Noch liege kein konkretes Konzept für die Vermietung vor. Der Stadtbaurat erläuterte, dass die Anzahl ja von der jeweiligen Belegung der unterschiedlichen Wohnungen abhänge. Manche werden demnach 50 Quadratmeter groß sein, andere mehr als 70 Quadratmeter.

Otte kündigte an, dass die Stadt auf das soziale Gefüge achten werde. Fritz Brickwedde sprach von einer Durchmischung″ mit jüngeren und älteren Menschen aus verschiedenen Bevölkerungsgruppen es müsse jedenfalls nicht befürchtet werden, dass dort ein Getto entstehe. Einer der Anwohner sagte zu Brickwedde: Wir nehmen Sie beim Wort.″

Sabine Steinkamp von der städtischen Kontaktstelle Wohnraum ermutigte die Anwohner, den Blick nicht allein auf mögliche Risiken zu richten. Die neuen Häuser hinter der Kokschen Straße böten auch Chancen, gut miteinander in Kontakt zu sein″. So könne die schmale Stichstraße auch Vorteile bieten: Dort ist es dann weniger anonym man sieht sich und kann einander Hilfe anbieten.″ Ihre Idee zum Umgang der Alteingesessenen mit den neuen Nachbarn: Sie können das Kennenlernen organisieren vielleicht mit Grillpartys auf dem Platz zwischen den neuen Häusern.″

Bildtexte:
Koksche Straße 75 und 75a: Hinter der Häuserzeile ist Platz für zwei Gebäude mit zusammen 21 Sozialwohnungen. Hier will die Stadt bauen. 2022 sollen die Häuser fertig sein. Aber nicht alle in der Nachbarschaft sind begeistert.
Eine Stichstraße führt in die bestehende Häuserreihe hinter der Kokschen Straße, wo auch die neuen Gebäude entstehen.
Fotos:
Michael Gründel
Autor:
Jann Weber


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