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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Schranke statt Berliner Kissen?
Zwischenüberschrift:
Runder Tisch Westerberg denkt über nächtliche Sperrungen nach
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Berliner Kissen sind weg, was unternimmt die Stadt nun, um den Verkehr auf dem Westerberg zu beruhigen? Beim Runden Tisch kam ein neuer Gedanke auf: eine Schranke, die nachts Autofahrern den Weg versperrt.

Der Runde Tisch Verkehr Westerberg″ tagte Anfang Mai unter Ausschluss der Öffentlichkeit. Die Stadt hatte ihn wieder ins Leben gerufen, nachdem die Berliner Kissen von der Gluckstraße und Händelstraße abgebaut worden waren. Die etwa 30 Teilnehmer Vertreter von Interessengruppen, Anlieger, Verkehrsexperten und Politiker diskutierten über Möglichkeiten, die Verkehrsbelastung auf der heimlichen Westumgehung (Gluckstraße, Händelstraße, Mozartstraße) zu reduzieren.

Wie Teilnehmer berichten, sollen Aufpflasterungen, Einengungen, Piktogramme und eine Sperrung des Straßenzuges für den Durchgangsverkehr in den Abend- und Nachtstunden bis zur nächsten Sitzung am 2. Juli geprüft werden.

Nachtfahrverbot: Der Vorschlag, die Straße nachts zur verbotenen Zone zu erklären, ist neu. Diskutiert wurde nach Angaben von Teilnehmern, die Durchfahrt abends ab 18 Uhr zu verbieten. Genügt es dazu, Schilder aufzustellen? Anlieger äußerten ihre Skepsis, denn auch das vor der Paracelsus-Klinik geltende Nachtfahrverbot halte Autofahrer offenbar nicht ab. Sie schlagen deshalb vor, auf der Händelstraße auf Höhe des Recyclinghofes eine Schranke zu installieren, die nur von Rettungsdiensten und anderen Berechtigten geöffnet werden kann. Der Durchgangsverkehr würde damit unterbunden, während die Anlieger ihre Häuser von Norden oder Süden problemlos erreichen könnten.

Ampeln: Zur Diskussion stand den Angaben zufolge auch ein Ampelsystem, das Autofahrer dazu bringt, Tempo 30 einzuhalten. Wer 30 km/ h einhält, rutscht ohne Halt durch. Wer schneller fährt, steht vor einer roten Ampel. Auch die Idee, auf der Trasse der Entlastungsstraße-West einen Radweg zu bauen, tauchte in der Diskussion wieder auf. Teilnehmer schlugen vor, diesen Radweg für Rettungsfahrzeuge zu öffnen, die das Klinikum dann auf direktem Weg und ohne Buckel oder Einengungen erreichen könnten.

Aufpflasterungen und Einengungen, Buckel und Kurven hätten dieselbe Wirkung wie die Berliner Kissen: Die Verbindung würde für den Durchgangsverkehr unattraktiver, und die Autofahrer würden zur langsamen Fahrt gezwungen. Allerdings könnten Rettungsfahrzeuge Probleme bekommen. Das war auch der Anlass, die Berliner Kissen wieder zu entfernen. Die Patienten wurden im Krankenwagen zu sehr durchgeschüttelt.

Der verkehrsberuhigende Wirkung der Kissen ist dagegen unbestritten. Ein Verkehrsplaner aus Dortmund, der das Verkehrskonzept Westerberg seit Jahren betreut, stellte Zahlen vor, wie Teilnehmer berichten. Demnach reduzierte sich die Durchfahrtgeschwindigkeit im Mittel um vier Stundenkilometer. Außerdem waren die Geschwindigkeitsüberschreitungen um bis zu 46 Prozent verringert.

Markierungen: Wenig Hoffnung setzen Teilnehmer des Rundes Tisches auf Tempo-30-Piktogramme, die auf die Straße aufgebracht werden sollen. Die Erfahrung zeige, dass Autofahrer sich davon kaum bremsen ließen, hieß es.

Querungshilfen: Unbeantwortet blieb die Frage aus dem Teilnehmerkreis, warum es keine Querungshilfen für Fußgänger gibt. Solche Übergänge sollten dem Konzept zufolge, das der Runde Tisch in seiner ersten Auflage erarbeitet hatte, an der Einmündung Edinghäuser Weg und an der abknickenden Vorfahrt Sedanstraße/ Gluckstraße entstehen. Sie fehlen bis heute.

Der Runde Tisch Verkehr Westerberg ist ein Ergebnis der Auseinandersetzung um den Bau einer Entlastungsstraße. Nach dem Nein zur Straße bei der Bürgerbefragung 2014 versprach die Politik einen Plan B″ zur Verkehrsberuhigung, den der Runde Tisch erarbeiten sollte. Zu den Maßnahmen gehören die Optimierung der Buslinie 22, die Einbahnstraßen-Regelung in der Artilleriestraße, Querungshilfen und Dialogdisplays, die Autofahrern ihre Geschwindigkeit anzeigen, und die Berliner Kissen.

Bildtext:
Im Februar wurden die Berliner Kissen von der Gluckstraße entfernt. Und was geschieht jetzt, um den Durchgangsverkehr zu reduzieren?
Foto:
Achiv/ Jörn Martens
Autor:
Wilfried Hinrichs


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