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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bürger fürchten um grüne Finger
Zwischenüberschrift:
Diskussionsabend des Bürgervereins Schinkel-Ost zu Neubaugebieten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Sorge um die grünen Finger″ angesichts geplanter Neubausiedlungen im Schinkel hat jetzt mehr als 100 Bürger aus den Stadtteilen Schinkel und Schinkel-Ost in das Gemeindezentrum der Rosenkranzkirche gelockt.

Zu einer Diskussion im Rahmen seiner Jahreshauptversammlung hatte der Bürgerverein Schinkel-Ost Politker aus dem Rat eingeladen. Die waren sich zumindest in einem Punkt weitgehend einig: Auf den Flächen der ehemaligen Landwirte Entrup und Vincke sollen Baugebiete entstehen.

Einig waren sich die Diskutanten auch darüber, dass Planungsprozesse zu lange dauern. Frank Henning brach dennoch eine Lanze für die Osnabrücker Verwaltung. Dort werde sehr effizient gearbeitet″, versicherte er den Zuhörern.

Deutlich traten aber erneut die Konflikte im Rat über eine kommunale Wohnungsbaugesellschaft und die jeweilige Position zum entsprechenden Bürgerentscheid zutage. Während die CDU es ablehnt, eine neue städtische Gesellschaft zu gründen, hielt Henning dem entgegen, er habe rechtliche Bedenken, privaten Baugesellschaften Grundstücke verbilligt zu überlassen, um preiswerten Wohnraum zu schaffen.

Viele Versammlungsteilnehmer kritisierten fehlende Informationen zu den geplanten Bauprojekten. Als Stimmungsbild zeichnete sich ab, dass die meisten Zuhörer die sogenannten grünen Finger als naturnahe Oasen im Schinkel erhalten wissen wollten und zudem befürchten, dort entstehende Wohnungen mit Mietpreisbindung könnten zu einer Getto-Bildung führen.

Manfred Kopatz von den Grünen widersprach Wünschen nach mehr Einfamilien-Häusern statt Mietwohnungsblöcken, da die wenigen verfügbaren Freiflächen in der Stadt dafür zu wertvoll″ seien. Auch wenn heute weit weniger kompakt gebaut werde als früher, bekannte sich Henning dazu, selbst in einem solchen Mietwohnblock aufgewachsen zu sein. Geschadet habe ihm das nicht. Mehrfach verwiesen Anette Meyer zu Strohen (CDU) und ihre Ratskollegen darauf, dass die Verwaltung mit einem Aufstellungsbeschluss lediglich aufgefordert werde, die Machbarkeit und das Für und Wider von Bauvorhaben vorab zu prüfen. Detailinformationen, wie von vielen Bürgern gewünscht, könne man deshalb noch gar nicht liefern. Der Kritik, dass noch vor Abschluss eines vom Rat in Auftrag gegebenen Klimagutachtens mit Vorplanungen begonnen werde, konterte Henning damit, dass langwierige Bauplanungen so viel Zeit beanspruchen, dass es sinnvoll sei, parallel daran zu arbeiten.

Günter Sandfort (CDU) widersprach gegen Ende dem Titel der Diskussion. Statt Wohnungsbau kontra Klimaschutz″ müsse es Wohnungsbau und Klimaschutz″ heißen. Diesen Spagat gelte es zu schaffen. Ralph Lübbe vom Bund Osnabrücker Bürger (BOB) sprach sich deshalb dafür aus, möglichst bescheiden″ zu planen.

Bei allem Verständnis für Naturschutzbelange warnte der Grüne Kopatz davor, angesichts des Problems der Wohnungsnot stets bloß auf andere Orte in der Stadt oder im Umland zu verweisen, vor der eigenen Haustür aber eine zusätzliche Bebauung abzulehnen. Er sei bereit, sich über Einzelinteressen zugunsten des Gemeinwohls hinwegzusetzen″.
Autor:
Andreas Wenk


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