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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Armutsforscher fordert Fahrverbote
Zwischenüberschrift:
34. Osnabrücker Sozialkonferenz zum Thema „Nachhaltige und gerechte Mobilität″
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Wege zu einer nachhaltigen und gerechten Mobilität″ lautete das Thema der 34. Osnabrücker Sozialkonferenz, die nun in der katholischen Fabi stattfand. Die Kooperationsstelle Hochschulen und Gewerkschaften″ hatte den Armutsforscher Stephan Daubitz von der TU Berlin als Referenten eingeladen. Dessen Forschungsschwerpunkt ist die Mobilitätsarmut″. Daubitz befasst sich damit, wie sich Menschen mit geringem Einkommen fortbewegen. Beispielsweise ließ er Berliner Hartz-IV-Empfänger über mehrere Tage protokollieren, welche Ziele sie ansteuerten und wie sie sich dorthin begeben haben. Sein Resümee: Viele der Befragten würden sich wenig bis gar nicht mehr nach draußen begeben.

Dies machte Daubitz auch an den sogenannten Sozialtickets fest. Diese, so der Forscher, könnten Menschen mit geringem Einkommen zwar vergünstigt erhalten. Sie würden sie aber auch stark einschränken, etwa durch Begrenzungen auf bestimmte Tarif- und Zeitzonen. Daubitz konstatierte: Die Menschen sind wie in einem Käfig gefangen.″ Er zweifelte daher auch die Effektivität des auf acht Fahrten beschränkten Sozial-Tickets″ an, das die Stadtwerke Osnabrück herausgeben.

Daubitz beschrieb auch, wie sich soziale Spaltung mobilitätstechnisch bemerkbar mache. So müssten wohlhabendere Haushalte einen geringeren Anteil ihres Einkommens für Fortbewegung ausgeben als beispielsweise Hartz-IV-Empfänger. Um den Verkehr gerechter zu gestalten, fordert Daubitz deshalb, die Innenstädte fahrrad- und fußgängerfreundlicher zu machen notfalls auch durch Fahrverbote.

Dass Verbote und Sperrungen Streit auslösen, wie in Osnabrück die Diskussionen um den Neumarkt zeigt, ist Daubitz durchaus bewusst. Da muss man dann durch″, sagte er. Von Auseinandersetzungen dürfe man sich im Sinne einer gerechteren Mobilität nicht einschüchtern lassen.
Autor:
Leon Walter


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