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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Anlass genug für Optimismus
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Leserbrief von Dr. Gerhard Kooiker E-Autos: Wie wird der Strom erzeugt? (Ausgabe vom 23. März) mit Bezug auf den Artikel Angezapft Wie die Stadtwerke ihre 70 Millionen Euro teure Elektrobus-Flotte bezahlen″ (Ausgabe vom 19. Februar).

Herr Dr. Kooiker begrüßt die Anschaffung der Osnabrücker E-Busse, vermisst aber einen Vergleich zur CO2-Bilanz konventioneller Fahrzeuge. Das ist zu begrüßen, aber bitte auf Basis überprüfbarer Daten und frei von unrealistisch schlechten Annahmen. Diese verwendet Herr Dr. Kooiker leider, wenn es um die CO2-Belastung im laufenden Betrieb beziehungsweise die Herstellung der Akkus und diroft problematischen Gewinnung von Lithium und Kobalt geht.

Selbst wenn man Strom entsprechend dem deutschen Strommix einsetzt, produziert ein Diesel immer noch circa 50 Prozent mehr CO2 (Berechnungsbasis: Strommix von 2017 lt. UBA: 489 g CO2/ kWh; Verbrauch: 18, 0 kWh bzw. 5, 0 l Diesel je 100 km; 2, 65 kg CO2/ l Diesel). Allerdings werden alle mir bekannten E-Autos mit Strom aus nicht-fossilen Quellen betrieben, häufig direkt aus einer eigenen PV-Anlage: CO2 ~ 0! Hinzu kommt: Die CO2-Menge bei Kraftstoffen wird frei Zapfsäule berechnet: Für den korrekten Vergleich fehlen somit noch die nicht geringen CO2-Beiträge, die bei Gewinnung, Transport, Aufbereitung und Feinverteilung anfallen . . .

Leider argumentiert auch Herr Dr. Kooiker mit überhöhten CO2-Werten für die Akku-Herstellung, die wohl aus einer schwedischen Umweltstudie stammen. Darin sind bestimmte Bandbreiten abgebildet, von denen Gegner der E-Mobilität gerne die ungünstigsten verwenden, die aber nicht dem Stand der Technik und dem Entwicklungspotenzial entsprechen.

Bei einzelnen Anbietern hat sich zum Beispiel die Energiedichte der Akkus inzwischen fast verdoppelt, und die Akkuhersteller werden künftig wohl zunehmend nicht-fossile Energiequellen einsetzen. Schwer wiegt der Vorwurf, dass die für die Akkuherstellung notwendigen Metalle aus politisch problematischen Gebieten stammen, in denen Umwelt- und Arbeitsschutzauflagen so gut wie keine Rolle spielen.

Leider gilt das für die Verbrenner gleichermaßen: So werden für die immer umfangreicheren Elektronik- und Reinigungssysteme ebenfalls seltene und knappe Metalle benötigt, die aus vergleichbaren Ländern stammen. Und wo kommt das Rohöl her? E-Autos auf Akku-Basis stellen bereits jetzt einen wirksamen Beitrag zur Entlastung der Umwelt dar. Das gilt ganz besonders für die Fahrzeuge, die täglich weniger als 150 bis 200 Kilometer zurücklegen und daher keinen besonders großen Akku benötigen. Anlass genug für Optimismus, obwohl wir damit allein die Klimaprobleme nicht in dem nötigen Maße stoppen können: Dazu müssen wir unser Verhalten erheblich verändern, vor allem bescheidener werden mehr als es viele Menschen wahrhaben wollen.″

Ulrich Mühlenhoff
Osnabrück

Bildtext:
Für Diskussuionen sorgen die neuen E-Busse in Osnabrück.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Ulrich Mühlenhoff


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