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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Über verbotene Wege zum Bahnhof
 
Gefährliche Trampelpfade am Hauptbahnhof
Zwischenüberschrift:
Passanten nutzen verbotene Abkürzung über die Gleise
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Wer zu Fuß von Osten kommt, erreicht den Hauptbahnhof Osnabrück nur über Umwege oder überquert illegal die Gleise. Ein gefährlicher Trampelpfad wirft die alte Frage wieder auf, wann es einen offiziellen Ostzugang gibt.

Gefährliche Trampelpfade an der Hamburger Straße sind zu einer Abkürzung vom Schinkel zum Hauptbahnhof geworden. Sie werfen die Frage nach einem Zugang vom Hasepark direkt zum Gleis auf.
Osnabrück Ein östlicher Zugang zum Osnabrücker Hauptbahnhof besteht zwar noch nicht, eine Abkürzung gibt es trotzdem. Gegenüber dem B+ B-Hotel″ an der Hamburger Straße klaffen drei große Löcher im Zaun. Fußgänger nutzen sie, um so über die Gleise zum Bahnhof zu gelangen. Damit sparen sie knapp zehn Minuten und 700 Meter Fußweg, der sie entlang der Hamburger Straße über die Humboldtbrücke zum Bahnhof führt.

Hubert Neumann, der in der Nähe des Hotels wohnt, hat bereits einige Passanten beobachtet, die die Trampelpfade nutzen. Es sind auch schon Kinder über die Gleise gegangen″, sagt er. Die Deutsche Bahn kennt das Problem. Wir haben den Zaun bereits mehrfach geflickt, aber er wurde immer wieder zerstört″, sagt Pressesprecherin Sabine Brunkhorst. Zum Zeitpunkt der letzten Erneuerung macht sie keine Angaben. Immerhin: Die Bahn denkt über einen massiven Zaun an der Hamburger Straße nach.

Der Bundespolizei, die für die Sicherheit an Bahnhöfen zuständig ist, bleiben nur Warnungen. Das kann lebensgefährlich sein″, sagt Pressesprecher Ralf Löning. Und die Beamten bitten zur Kasse: 25 Euro kostet der Übertritt, muss ein Zug gebremst werden, droht sogar eine Strafanzeige.

Die Trampelpfade an der Hamburger Straße werfen die Frage auf, warum aus dem Zugang von der Hamburger Straße zum Hauptbahnhof (Terminal Ost) bisher nichts geworden ist. Dafür müsste der Tunnel zu den Gleisen 1 bis 5 um 40 Meter verlängert werden. Der Bürgerverein Schinkel fordert schon seit einem Jahrhundert die Anbindung seines Stadtteils, die Planungen bei der Stadt gibt es seit mehr als 20 Jahren. Wir leben zwar direkt am Bahnhof, aber die Gleise schneiden uns ab″, sagt Carsten Friderici vom Bürgerverein.

Hoffen lässt den Bürgerverein der im November 2018 beigelegte Rechtsstreit zwischen Stadt und 3G Group (vormals Zion GmbH). Die Stadt kann endlich den Neubau der maroden Hamburger Brücke vorantreiben. 2022 soll es losgehen, und bei den Planungen wurde der Ostzugang berücksichtigt: Es soll Platz für eine Treppe und einen Fahrstuhl gelassen werden. Sie sollen später einmal zu einem Gleistunnel führen, der den Hauptbahnhof mit dem Güterbahnhof verbindet. Für die Stadt ist das Projekt wichtig. Der Ostzugang hat eine hohe Priorität″, sagt Stadtbaurat Frank Otte im Hinblick auf die Nutzung des Ringlokschuppens als Veranstaltungszentrum.

Baulich ist von städtischer Seite alles vorbereitet″, erklärt Mike Bohne, Leiter des Fachbereichs Geodaten und Verkehrsanlagen. Wenn die Brücke fertiggestellt ist, kann mit dem Bau des Tunnels begonnen werden. Bis dahin müssen noch einige Hürden genommen werden. Dazu zählen die Sperrzeiten der Bahn, also der Zeitraum, in dem aufgrund der Bauarbeiten die Gleise nicht befahren werden können. Für die Brücke müssen die Züge auf der Ost-West-Strecke umgeleitet werden. Die Sperrzeiten für den Tunnel betreffen die Nord-Süd-Verbindung. Die müssen drei Jahre vor Baubeginn bei der Stadt beantragt werden. Wir sind mit der Bahn in guten Gesprächen″, sagt Stadtbaurat Otte. Bis zum Baustart werden aber trotzdem mindestens vier Jahre vergehen. Bis dahin bleibt der Umweg über die Humboldtstraße.

Bildtext:
Hubert Neumann hat auch schon Kinder beobachtet, die die Abkürzung über die Gleise nehmen.
Foto:
Jörn Martens

Kommentar
Ein Gewinn für alle

Die Idee hat Wert: Der Hauptbahnhof erhält einen Zugang auf seiner hässlichen Seite. Der Vorschlag kennt nur Gewinner.

Da wären die Bewohner, die profitieren, weil sie schneller am Zielort wären. Auch für die Deutsche Bahn wäre der Zugang ein Gewinn: Der Bahnhof wäre attraktiver und würde mehr Menschen anlocken. Die Stadt hätte einen bequemen Zugang zum möglichen neuen Veranstaltungszentrum.

Umso bedauerlicher ist es, dass das Projekt seit mehr als 20 Jahren in der Schublade liegt, hin und wieder rausgeholt und entstaubt wird und dann wieder verschwindet. Mit dem Neubau der Hamburger Brücke rückt die Realisierung aber endlich in greifbare Nähe: Die Pläne sind auf dem Tisch, und sie sind sehr konkret. Alle Beteiligten sind nun gut beraten, eng zusammenzuarbeiten. Hoffen lässt, dass die Stadt entschlossen ist, das Projekt umzusetzen. Schade, dass es noch so lange dauern wird.

m.busse@ noz.de
Autor:
Marie Busse


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