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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Die endlose Umbaugeschichte der 90er
Zwischenüberschrift:
So sollte die anstehende Theatersanierung am Domhof möglichst nicht verlaufen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Manches hätte schon beim Theaterumbau in den 90-er Jahren technisch besser gelöst werden können. Warum verlief die Sanierung so schleppend und was sollte sich dieses Mal möglichst nicht wiederholen?

Osnabrück Nicht nur der Leserbrief, mit dem der frühere Verwaltungsdirektor des Osnabrücker Theaters, Wolf-Dieter Heidecker, kürzlich auf kritische Töne aus der Theaterleitung an der Sanierung der 90-er Jahre reagierte, gibt Anlass, an den steinigen Weg zum letzten Umbau des Theaters am Domhof zu erinnern. Intendant Ralf Waldschmidt und Generalmusikdirektor Andreas Hotz sprechen im NOZ-Interview (Anfang März) von falschen Planungen ohne Weitsicht″, Wolf-Dieter Heidecker im fernen Australien weist die Schelte zurück, beziehungsweise differenziert sie mit Blick auf eine wirtschaftliche Krise in diesen Jahren und Schwierigkeiten, den notwendigen Neubau überhaupt noch durchsetzen zu können. Warum verlief die Sanierung so schleppend und was sollte sich dieses Mal möglichst nicht wiederholen? Zähes Kürzungsdrama

Die finanziellen Engpässe in Stadt und Theater schleppten sich nicht nur über viele Jahre hinweg, sondern ließen auch das Kostenvolumen von ursprünglich 52 Millionen Mark für den Architektenentwurf auf rund 36 Millionen Mark zusammenschrumpfen. Das ist ein Szenario, das sich niemand für eine Sanierung wünscht. 16 Millionen weniger für das, was der Originalentwurf vorgesehen hatte: So erklärt der frühere Verwaltungsdirektor die akustischen und räumlichen Mängel speziell auch im neuen Anbau, die Waldschmidt und Hotz nun als unzumutbar beklagen.

Einige Stationen dieses Kürzungsdramas mit vielen zähen Akten: Es hatte, so berichtete jedenfalls damals die NOZ″, zum einen mit der strukturellen Unterfinanzierung des Theaters zu tun und seinen Problemen, Überschüsse zu erwirtschaften. Zum anderen wurden seit 1987 Planungsmittel im Haushalt der Stadt gestrichen, die für die Theatersanierung vorgesehen waren.

Als Intendant löste im Sommer 1990 Norbert Kleine Borgmann Erdmut C. August ab. Im März 1990 empfahl der Kulturausschuss 45 Millionen Mark für den Theaterumbau, den sogenannten 2. Bauabschnitt allerdings ohne zu wissen, ob das Land Niedersachsen einen Anteil von etwa vierzig Prozent an den Kosten übernehmen würde.

Dieser Bauabschnitt sollte Bühnenturm, Hinterbühne und einen Durchbruch zur Seitenbühne enthalten. Im Anbau sollten endlich Proberäume für Orchester, Chor und Ballett entstehen, außerdem zwei Probebühnen und eine Seiten- und eine Hinterbühne. Im Mai 1990 beklagte Hans-Jürgen Fip, SPD-Fraktionsvorsitzender, dass mit dem zweiten Bauabschnitt erst zehn Jahre nach dem ersten begonnen werden könne, und machte das niedersächsische Kultusministerium dafür verantwortlich, weil es nicht rechtzeitig Mittel zur Verfügung gestellt habe.

Kurz darauf verweigerte das Land die gewünschte Zusage für seine anteiligen 40 Prozent, weil die Stadt ihren Löwenanteil nicht aufzubringen vermochte. Abgespeckte Sanierung

Ende 1992 reduzierte der Rat der Stadt die Bausumme drastisch auf 35 Millionen Mark, das Land gab nun aber die 40 Prozent Zuschuss, und der Baubeginn wurde für 1995 angesetzt. Nun suchte man allerdings nach abgespeckten Lösungen für die ursprünglichen Umbaupläne.

So kam es, dass an der Bühnentechnik Abstriche in Kauf genommen werden, eine der Probebühnen ohne Tageslicht und direkte Belüftungsmöglichkeit auskommen musste und die akustische Dämmung im Bau unzureichend war. Die Drehbühne war daher schon bei ihrem Einbau 1997 nicht mehr auf dem neuesten Stand der Technik. Jetzt wird überprüft, wie sie noch verbessert werden, ohne sie allzu teuer ersetzen zu müssen.

Bildtext:
Ein Bagger reißt den alten Balkon vom Theaterfoyer am Domhof ab.
Foto:
Archiv/ Jörg Martens
Autor:
Christine Adam


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