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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Frust und Freude am Limberg
Zwischenüberschrift:
So ergeht es drei Unternehmen kurz vor dem Auszug aus der Ex-Kaserne
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Weil die Stadt auf dem Gelände der ehemaligen Limberg-Kaserne ein neues Gewerbegebiet errichten lassen will, müssen die bisherigen Mieter weichen. Bei manch einem Gewerbetreibenden ist der Frust groß wieder andere freuen sich auf den Neustart.

Osnabrück 70 Hektar misst die letzte große Konversionsfläche innerhalb der Stadtgrenzen. Nachdem die Briten aus der im Osten Osnabrücks gelegenen Kaserne ausgezogen waren, eroberten viele kleine und mittelgroße Unternehmen die ehemals militärisch genutzten Gebäude am Limberg. Noch heute schätzen die Mieter das grüne, bewaldete Umfeld und die zum Teil hochwertigen Immobilien, die sie erst von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) und seit vergangenem Jahr von der Stadt Osnabrück gemietet haben.

Doch bald sollen im Stadtteil Dodesheide die Bagger anrollen: Spätestens im Herbst will die Stadt mit den Abrissarbeiten der Gebäude beginnen, zum 30. Juni sollen die bisherigen Mieter ihre Gebäude verlassen haben. Einer davon ist Matthias Lohmöller, der sich vor einigen Jahren im ehemaligen Offizierskasino ein professionelles Tonstudio eingerichtet hat. Wie alle Unternehmer war ihm von vornherein klar, dass die Nutzung am Limberg nur als Zwischenlösung gedacht war. Dennoch stand auch er vor einer Ungewissheit, wie und vor allem wo es mit seinem Studio weitergehen soll.

Ich habe lange nach einem neuen Standort in Osnabrück gesucht″, sagt Lohmöller. Kein einfaches Unterfangen, denn für ein Tonstudio müssen gewisse Anforderungen erfüllt werden. Lohmöller wurde schließlich am Kalkhügel fündig übrigens ebenfalls auf einem ehemaligen Kasernengelände. Ein Zufall″, wie er betont. Ich hatte fast schon aufgegeben, in der Stadt nach einem Objekt zu suchen.″ Bis Juni laufen noch Aufnahmen im bisherigen Standort am Limberg, anschließend erfolgt der endgültige Umzug in die ehemalige Funk- und Fernmeldezentrale in der Mercatorstraße, die momentan einer Baustelle gleicht.Wehmut vor Umzug

Lohmöller verspürt durchaus etwas Wehmut angesichts des Wegzuges vom Limberg. Das Gelände besitze Charme, und auch sein bisheriges Tonstudio im ehemaligen Offizierskasino sei etwas Besonderes. Anders als am Limberg wird Lohmöller am Kalkhügel aber unbegrenzt bleiben dürfen er hat seine neue Immobilie gekauft.

Für einige Gewerbetreibende auf dem Limberg-Areal sind die Planungen der Stadt aber nichts anderes als existenzbedrohend weil sich die Standortsuche als große Schwierigkeit entpuppt. Gertrud Kunst beispielsweise sucht seit Monaten einen Alternativstandort für ihr Unternehmen aus dem Bereich E-Mobilität. Die Osnabrückerin importiert kleine Elektromobile nach Deutschland und ist Mieterin in einer Halle auf dem ehemaligen Kasernengelände.

Zum Problem wird ihr wie vielen anderen Mietern die angespannte Lage auf dem Osnabrücker Immobilienmarkt. Gerade bei Hallen zwischen 100 und 400 Quadratmetern sei es fast ein Ding der Unmöglichkeit, an eine geeignete Immobilie zu kommen die darüber hinaus bezahlbar ist. Kunst sagt: Es erinnert an die Berichte über die bisweilen sehr schwierige Wohnungssuche von Menschen in Osnabrück″

Marina Heuermann, Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung Osnabrück, hatte bei einem Pressegespräch am Dienstag den Noch-Mietern Unterstützung bei der Suche nach einem neuen Standort angeboten. Gertrud Kunst hat von dieser Hilfe bislang nichts gemerkt. Vielmehr sei in Gesprächen eine Räumungsklage angedroht worden, sollte das Unternehmen nicht innerhalb der Frist ausgezogen sein.

Die einst auch von Kämmerer Thomas Fillep angekündigte Unterstützung bei der Immobiliensuche hat Thomas Manke von den Lederprofis vermisst. Bei uns hat sich keiner gemeldet. Wir haben unseren neuen Standort durch Glück alleine gefunden″, so Manke, der keinen Hehl daraus macht, stinksauer″ zu sein: Ich kann nicht verstehen, warum Gewerbetreibende hier weggescheucht werden. Der Standort funktioniert doch so, wie er ist.″

Manke wird mit seinem Unternehmen an einen neuen Standort im Osnabrücker Hafen ziehen ein Umzug, der mit steigenden Kosten verbunden ist. Wir müssen jeden Euro erst einmal verdienen″, sagt Manke. Er glaubt, dass das Limberg-Areal zumindest kurzfristig keine rosige Zukunft hat. Angesichts der Altlasten auf dem Gelände werden sich viele noch umschauen.″

Bildtext:
Matthias Lohmöller hat am Kalkhügel einen neuen Standort für sein Tonstudio gefunden. Doch nicht alle Mieter der Limberg-Kaserne hatten bei der Immobiliensuche bislang Glück.
Foto:
David Ebener
Autor:
Sebastian Philipp


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