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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
EU verschärft Kampf gegen Plastikmüll
Zwischenüberschrift:
Verkaufsverbot für Trinkhalme und Einweggeschirr gebilligt
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Strassburg Das Europaparlament hat ein Verkaufsverbot für Einwegartikel aus Plastik gebilligt. Das Verbot von Produkten wie etwa Trinkhalmen, Geschirr oder Wattestäbchen soll ab dem Jahr 2021 gelten. Der Vorstoß zielt vor allem darauf, die Meere sauberer zu machen.

Geplant ist auch, dass bis 2029 mindestens neun von zehn Plastikflaschen getrennt gesammelt werden müssen. Außerdem wird festgelegt, dass neu verkaufte Plastikflaschen bis 2025 zu mindestens 25 Prozent aus recyceltem Material bestehen müssen.

Ferner sollen Hersteller verpflichtet werden, sich an den Kosten von Reinigungsaktionen etwa an Stränden zu beteiligen. Dies gilt insbesondere für die Tabakindustrie, da zahlreiche Zigarettenfilter in der Umwelt landen.

Einwegprodukte mit einem gewissen Kunststoffgehalt müssen gekennzeichnet werden. So soll auf negative Umweltauswirkungen etwa von Hygieneeinlagen und Feuchttüchern hingewiesen werden.

Derzeit gelangen jährlich acht Millionen Tonnen Plastik in die Ozeane. Das entspricht etwa einem Müllwagen pro Minute, der in die Meere entleert wird. Die Zahl könnte sich bis 2050 vervierfachen, heißt es in einer Studie, die das Weltwirtschaftsforum veröffentlicht hat.

Eine Abschaffung von Trinkhalmen mache das Meer nicht sauberer″, kritisierte die umweltpolitische Sprecherin der FDP-Bundestagsfraktion, Judith Skudelny. Die Verbotspolitik lenke davon ab, dass auch in vielen EU-Ländern wegen eines fehlenden Deponierungsverbots noch immer Hausmüll im Boden vergraben werden darf und ungeklärtes Wasser ins Meer gespült wird″. Skudelny verwies zudem darauf, dass Alternativen zu Plastikprodukten wie etwa Papiertüten oftmals eine schlechtere Ökobilanz aufweisen″.

Kommentar:
Es braucht Vorreiter

Wie schön, dass die EU endlich Ernst macht im Kampf gegen Plastikmüll. Es ist freilich zunächst nur ein winzig kleiner Schritt, einige wenige Einwegprodukte vom Markt zu nehmen. Auch ist die EU nur ein einzelner Akteur im Umweltdrama rund um den Globus. Zu den größten Verursachern der ozeanischen Plastikverschmutzung gehören China, Indonesien, Vietnam, Thailand und die Philippinen.

Hinzu kommt: Plastik in den Meeren hält sich dort Hunderte von Jahren. Und die Müllstrudel sind inzwischen so groß, dass man sie vom All aus erkennen kann. Im Jahr 2050, so befürchten Forscher, wird womöglich mehr Plastik als Fisch in den Weltmeeren sein.

Ein Verbot von Trinkhalmen und Plastiktellern wirkt vor diesem Hintergrund fast schon lächerlich. Und dennoch kann die Europäische Union Großes erreichen dann nämlich, wenn sie weitere Schritte folgen lässt und wenn sich andere Staaten ihrem Vorbild anschließen.

Es geht darum, Verantwortung zu übernehmen und Vorreiter zu sein. Und wer, wenn nicht die reichen Industriestaaten, sollte dazu in der Lage sein? Das gilt beim Plastikmüll, aber auch beim Klimaschutz. Und ganz besonders gilt es für technologische Führer wie Deutschland. Sie müssen die Trends setzen zum Wohl der Umwelt, aber auch, um durch stete Innovation international wettbewerbsfähig zu bleiben. u.westdoerp@ noz.de
Autor:
AFP, Uwe Westdörp


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