User Online: 2 | Timeout: 20:03Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Ratsgymnasium muss weiter warten
Zwischenüberschrift:
Schulausschuss debattiert mit Stadtbaurat Otte über Erweiterungspläne
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Stadtbaurat Frank Otte hatte sich jetzt extra Zeit für den Schulausschuss genommen, obwohl zeitgleich seine Anwesenheit im Stadtentwicklungsausschuss gefragt war. Seine Mission: den Ausschussmitgliedern erläutern, welche Variante für die Erweiterung des Ratsgymnasiums im Zuge der Umstellung von G8 auf G9 die beste ist.

Osnabrück Letztendlich muss der Rat entscheiden, welche Lösung er am Ende umsetzen möchte″, machte der Stadtbaurat klar. Otte beschrieb drei Möglichkeiten eines Baus für die dringend benötigten sechs zusätzlichen Unterrichtsräume. Erstens: ein Anbau an den historischen Lehmann-Bau von 1906. Zweitens: ein zweigeschossiges Solitärgebäude an der Grenze zum Schlosspark. Drittens: ein dreigeschossiger Solitär an selber Stelle.

Otte machte keinen Hehl daraus, dass er die Anbauvariante befürwortet. Das war den anwesenden Vertretern des Ratsgymnasiums sicherlich schon im Vorfeld klar, dürfte aber nicht zu einer urplötzlich wachsenden Begeisterung für diesen Plan geführt haben, da die Schulgemeinschaft in einer Gesamtkonferenz deutlich für einen Solitärbau gestimmt hatte.

Für Grünen-Mitglied Otte liegt der größte Vorteil eines Anbaus im mit 189 Quadratmetern geringeren Flächenverbrauch gegenüber der Solitärvariante (374 Quadratmeter bei der zweigeschossigen Form und etwa 290 bei der dreigeschossigen Variante). Dies käme der Größe des verbleibenden Schulhofs zugute, der bei einem Anbau noch 2, 71 Quadratmeter pro Schüler bieten würde gegenüber 2, 49 Quadratmetern bzw. etwa 2, 6 Quadratmetern bei den Solitärvarianten. Zudem könnte durch den Anbau auch der Altbau der Schule behindertengerecht erschlossen werden. Der Anbau würde laut Otte etwa 3 Millionen Euro kosten, der Solitär etwa 3, 5 Millionen Euro. Außerdem würde ein Solitär etwa 30 000 Euro pro Jahr mehr in der Unterhaltung kosten. Wir haben die Anregungen der Schule aufgenommen″, so der Stadtrat weiter. Das betrifft in erster Linie den Anbau eines weiteren Treppenhauses, das die zu erwartenden Schülerströme aufnehmen soll.

Ottes mündlicher Bericht eröffnete eine angeregte Diskussion der Ausschussmitglieder. Vor allem aus den Reihen der CDU kam Gegenwind für den Verwaltungsvorschlag Anbau″. Die Schule habe bereits im Sommer 2018 deutlich″ artikuliert, was sie sich wünscht, so Elisabeth Neumann. Ich wüsste nicht, warum wir das nicht ernst nehmen sollten.″ Es sei nachvollziehbar, dass Lehrer und Schüler den Schulalltag räumlich entzerren wollten. Neumann weiter: Es ist wichtig, dass wir mit der Schule die Lösung besprechen und Einvernehmen herstellen.″

Lehrer und Schüler müssen damit leben″, meinte die Ausschussvorsitzende Heidrun Achler (SPD). Aber die Politik müsse eben auch die Kosten im Auge behalten. Die seien ein überzeugendes Argument, sagte Thomas Klein für die Grünen. Auch die Erreichbarkeit des Altbaus für mobilitätseingeschränkte Menschen sei ein Pluspunkt für den Anbau. Klein hält den Anbau-Plan zugleich architektonisch für gelungen. Und während seine Parteikollegin Birgit Strangmann vor der Beschattung des Solitärs durch die direkt angrenzenden Bäume im Schlosspark warnte, vermochte Tobias Gieschen, selber Lehrer an der Ursulaschule und hinzugewähltes Ausschussmitglied für die Gruppe CDU/ BOB, darin eher einen ganz pragmatischen Vorteil sehen: Im Sommer spendeten die Bäume Schatten für sonst oft überhitzte Räume, und das weniger grelle Licht mache den Einsatz von Medientechnik einfacher.

Und so war es denn ein munteres Hin und Her der Argumente, ohne dass am Ende des Gedankenaustausches ein greifbares Ergebnis gestanden hätte. Das war auch nicht gewollt, da die Verwaltung dem Ausschuss noch keinen Beschluss vorgelegt hatte, sondern zunächst die Sachlage darlegen wollte. Einzig, dass eine Fertigstellung des Erweiterungsbaus in welcher Form auch immer bis zum Eintreffen des zusätzlichen Jahrgangs zum Schuljahresbeginn 2020/ 21 mittlerweile in den Bereich der Illusion gehört, war nicht mehr infrage zu stellen. Ludger Rasche vom Fachbereich Immobilien rechnet mittlerweile mit einer Verzögerung von einem Jahr.

Kultusdezernent Wolfgang Beckermann hatte zu Beginn der Sitzung schon einmal kurz den weiteren Ablauf skizziert: Am 2. April wird der Immobilienausschuss sich mit dem Kasus in Form einer Beschlussvorlage befassen, die er an den Schulausschuss weiterreicht, der in seiner Sitzung am 25. April sein Votum abgibt, bevor der Rat dann am 30. April das letzte Wort hat. Wie Frank Otte gesagt hatte: Das ist Ihre Entscheidung.″

Die Vertreter des Ratsgymnasiums dürften die Sitzung mit einem nagenden Gefühl des Zweifels verlassen haben, ob denn ihre Vorstellung von einer Erweiterung der Schule tatsächlich umgesetzt wird.

Bildtext:
Anbau an den Altbau (Gebäudetrakt A) oder Solitärbau an der Grenze zum Schlossgarten? Die Politik wird sich spätestens am 30. April entscheiden müssen.
Foto:
Jörn Martens
Autor:
Dietmar Kröger


Anfang der Liste Ende der Liste