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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Limberg-Kaserne wird abgeräumt
 
Unternehmen stehen schon Schlange
Zwischenüberschrift:
Es geht los: Aus der Limberg-Kaserne wird ein Sport- und Gewerbepark
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Im Herbst beginnt der Abriss der Baracken und Lagerhallen in der alten Briten-Kaserne auf dem Limberg. Die noch 80 verbliebenen Mieter haben die Kündigung bekommen. Geplant ist ein Gewerbe- und Sportpark im Grünen.

In der ehemaligen Briten-Kaserne auf dem Limberg entsteht ein Gewerbe- und Sportpark. Die derzeitigen Mieter haben ihre Kündigungen bekommen, im Herbst rollen die Abrissbagger an. Das Interesse der Wirtschaft an den Flächen ist offenbar groß.

Osnabrück Die Limberg-Kaserne ist die letzte Militärfläche in Osnabrück aus der Erbschaft der britischen Streitkräfte, die für zivile Zwecke nutzbar gemacht wird. Die einstige Doppelkaserne ist 70 Hektar groß, zum Teil bewaldet, zum Teil mit noch neuen und hochwertigen Immobilien bebaut. In der Masse allerdings besteht die Hinterlassenschaft aus maroden Baracken, Lagerhallen, Fahrzeuggaragen und betonierten Stellflächen, die ab Herbst abgerissen werden.

Die Stadt schafft damit Platz für ein 25 Hektar großes Gewerbegebiet, verteilt auf zwei Areale im Norden und Süden der alten Kaserne. Dazwischen bleiben die Turnhalle, die Kindertagesstätte und weitere relativ junge Gebäude erhalten. Der Wald wird nicht angetastet, auch der Hockey-Kunstrasenplatz und das Übungszentrum der Feuerwehr bleiben. Die Flüchtlingsunterkunft wird für eine Übergangsfrist weitergeführt, weil die Stadt bislang keine Möglichkeit gefunden hat, die etwa 180 Menschen unterzubringen.

Ganz im Süden sieht der Plan Sportplätze vor – „ als Platzhalter″, wie Stadtbaurat Frank Otte in einem Pressegespräch betonte. Entsprechende Beschlüsse gibt es bislang nicht. Der Limberg werde zum größten Gewerbepark, den die Stadt in den letzten Jahrzehnten entwickelt habe, sagte Otte.

Die Stadt hat im August 2018 die alte Kaserne für einen Euro von der Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) gekauft und damit auch die Mietverträge von 140 Nutzern übernommen. Gewerbetreibende nutzen die Hallen als Werkstätten und Lagerflächen, eine Mannschaftsbaracke diente als Probenzentrum für Musikgruppen. 60 der einst 140 Mieter haben den Limberg inzwischen verlassen, die verbliebenen 80 haben in diesen Tagen die Kündigung zum 30. Juni erhalten.Alle Mieter müssen raus

Die Mieter wussten, worauf sie sich einlassen. Ihnen war bei der Unterschrift unter dem Mietvertrag klar, dass sie ausziehen müssen, sobald die Stadt ihre Pläne für dem Limberg umzusetzen beginnt. Trotzdem ist der Verlust für manchen Kleinunternehmer hart, weil es nicht viele ähnlich preiswerte Gewerbeimmobilien in der Stadt gibt. Auch Musiker, die dort optimale Proberäume vorfanden, hingen lange in der Luft, bis sich im Hafen eine Alternative fand. Inzwischen sind mehrere Bands in den Lauten Speicher″ umgezogen.

Wenn im Herbst der Abriss der alten Immobilien beginnt, müssen alle Mieter weg sein, weil es nur eine Versorgungsleitung gibt, wie Stadtbaurat Otte erklärte. Diese Leitung wird mit Beginn der Abrissarbeiten gekappt. Für die Flüchtlingsunterkunft werde eine provisorische Versorgungsleitung gebaut, sagte Finanzchef Thomas Fillep.

Fillep taxiert die Kosten für den Rückbau auf 34 Millionen Euro. Er geht davon aus, die die Stadt aus dem Förderungsprogramm Stadtumbau West″ 20 Millionen Euro Zuschuss von Bund und Land bekommt. Von den künftigen Grundbesitzern erwartet die Stadt Erschließungsbeiträge von rund sechs bis sieben Millionen Euro, so dass die Stadt einen Eigenanteil von ebenfalls sechs bis sieben Millionen Euro leisten muss.

Osnabrück brauche dringend zusätzliche Gewerbeflächen, sagte die Geschäftsführerin der Wirtschaftsförderung (WFO), Marina Heuermann. Die Unternehmen stehen nach ihren Angaben Schlange: Wir führen Wartelisten auch für den Limberg.″ Büros, Dienstleistungsunternehmen und wenig störendes Gewerbe sollen im neuen Gewerbepark angesiedelt werden. Die Vermarktung werde 2022 beginnen, so Heuermann.

Unklar ist, welche Altlasten der Boden noch birgt. Gutachter sind beauftragt, für Klarheit zu sorgen. Auf dem Limberg produzierten die Teutowerke ab Mitte der Dreißigerjahre Gewehrmunition. Möglicherweise verbergen sich im Untergrund noch Stollengänge und Munitionsreste. Auch Blindgänger könnten im Boden schlummern. Wegen des dichten Baumbestandes lassen sich aus den Luftbildern keine sicheren Rückschlüsse auf etwaige Bombeneinschläge ziehen. Die Konsequenz: Bei den Abriss- und Erschließungsarbeiten muss immer jemand danebenstehen und aufpassen.165 Hektar

Als die Briten 2008 ihren Rückzug antraten, wurden 165 Hektar militärisches Sperrgebiet in der Stadt frei. Die Sorge war groß, dass es zu langen Leerständen mit allen unangenehmen Folgen kommen würde.

Das Gegenteil ist eingetreten: In einem zielstrebigen Konversionsprozess unter Beteiligung der Bürger gelang es der Stadt binnen zehn Jahren, die Kasernen am Westerberg (Campus), an der Sedanstraße (Wohn- und Wissenschaftspark), am Hafen (Gewerbe) und an der Landwehrstraße (Wohnen) umzuwandeln.

Bildtext:
2014 wurden Militärbaracken auf dem Limberg abgerissen, um Platz für eine Grünzone zu schaffen. Im Herbst geht der Rückbau weiter. 2022 soll die Vermarktung der begehrten Gewerbeflächen beginnen.
Foto:
Archiv/ Michael Gründel
Autor:
Wilfried Hinrichs


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