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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Gastronomie und klare Blickachsen
Zwischenüberschrift:
Ideen aus der Bürgerwerkstatt für den Osnabrücker Ledenhof
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die einen wünschen sich einen ruhigen Platz, die anderen einen Ort für Veranstaltungen, an dem es auch mal etwas lauter werden darf. Aber die Bürgerwerkstatt zur Neugestaltung des Ledenhofs brachte nicht nur gegensätzliche Ideen hervor, sondern auch viele gemeinsame Vorschläge.

Osnabrück Mit erheblicher Unterstützung aus dem Förderprogramm Zukunft Stadtgrün″ des Bundesumweltministeriums will die Stadt den heruntergekommenen Ledenhof neu gestalten. 18 Architektenteams sollen in einem freiraumplanerischen Wettbewerb ihre Entwürfe ausarbeiten. Welche Wünsche die Bürger haben, fragte die Stadt in einem Workshop ab, der im Steinwerk St. Katharinen stattfand. Es kamen zwar nur 20 Interessierte, aber die brachten eine Vielzahl von Ideen ein, die in das Verfahren eingehen sollen.

Dass zum neuen Ledenhof auch Restaurants oder Cafés mit Außenbestuhlung gehören sollen, war Konsens in beiden Arbeitsgruppen der Bürgerwerkstatt. Hochwertige Gastronomie wurde dabei eingefordert, wie am Markt″, aber auf keinen Fall eine Döner-Bude, wie eine Teilnehmerin vermerkte.

Einigkeit bestand auch darin, die Blickachsen auf die historischen Gebäude zu verbessern. Man kann doch ein Schloss, das man hat, nicht verschenken″, bekundete eine Innenstadtbewohnerin. Dabei wurde festgehalten, dass die Sicht auf das Schloss schon jetzt nicht zu kurz kommt. Anders sehen es Teilnehmer der Bürgerwerkstatt beim Blick auf die Katharinenkirche und den denkmalgeschützten Adelssitz der Familie von Leden mit seinem Steinwerk aus dem 14. Jahrhundert. Durch Bäume und Gestaltungselemente kämen diese Gebäude nicht angemessen zur Wirkung, wurde mehrfach moniert.

Die Bäume, die seit mehr als 40 Jahren auf dem Platz stehen, werden voraussichtlich nicht Bestandteil der Neuplanung sein. Darauf wies Stadtbaurat Frank Otte hin. Denn unter dem Areal befindet sich die Tiefgarage Ledenhof, deren Betondecke undicht geworden ist. Der Auto-Keller soll umfassend saniert werden, bevor die Arbeiten zu ebener Erde beginnen. Dafür müssen die Bäume weichen.Laut oder leise?

Eine Forderung, die in der Bürgerwerkstatt immer wieder gestellt wurde, ist ein besserer Übergang vom Ledenhof zum Schloss. In der Vergangenheit hatte die Stadt sogar Barrieren aufgestellt, um Fußgängern das Überqueren der fünfspurigen Fahrbahn zu erschweren. Das könnte in Zukunft einfacher werden: Die Überlegungen gehen dahin, in jede Richtung nur noch eine Spur zu behalten″, so Stadtplaner Franz Schürings. Er fügte aber hinzu, dass auch für die Busse genug Platz bleiben müsse.

Kontrovers wurde die Frage behandelt, ob es auf dem Ledenhof künftig eher leise oder auch mal etwas lauter zugehen soll. Einige Teilnehmer wünschen sich einen Ruhepunkt, den vom Großstadtrummel genervte Passanten aufsuchen können, vielleicht auch mit Rasenflächen und lärmdämmender Bepflanzung. Anderen schwebt ein Platz für Events vor, wie es sie mit dem Eiszauber im Winter schon gibt.

Eine Bühne für Musik- und Theatervorführungen wurde vorgeschlagen, eine Boulebahn und ein großformatiges Schachbrett. Ein Teilnehmer regte an, auf dem Ledenhof jeden Samstag einen Flohmarkt mit amtlicher Platzvergabe zu veranstalten, um das Chaos des Nachtflohmarkts zu beenden.

Die Ideen aus der Bürgerwerkstatt sollen nun dokumentiert und in die Vorgaben für den freiraumplanerischen Wettbewerb eingearbeitet werden. Wie der Platz gestaltet wird, entscheidet sich in der Sitzung des Preisgerichts Ende August.

Bildtexte:
Die Blickachse zum Schloss soll auch bei der Neugestaltung des Ledenhofs betont werden. Das forderten Teilnehmer beider Arbeitsgruppen in der Bürgerwerkstatt.
In zwei Arbeitsgruppen wurden in der Bürgerwerkstatt Ideen für die Ledenhof-Neugestaltung gesammelt.
Fotos:
Rainer Lahmann-Lammert
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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