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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wer am lautesten brüllt...
Zwischenüberschrift:
Leserbrief
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zum Artikel „, Fridays for Future′ Organisatoren suchen Dialog″ (Ausgabe vom 15. März.

„[…] Ich selbst bin Lehrer am Gymnasium , In der Wüste′ und muss dem im Artikel erzeugten Bild entschieden widersprechen:

1. Ob sich ein Lehrer für oder gegen die Teilnahme an diesem Forum entscheidet, ist seine persönliche Entscheidung und sollte nicht mit , fehlendem Rückgrat′ diffamiert werden. Ich diffamiere diese Mutter ja umgekehrt auch nicht, dass sie sich instrumentalisieren lässt, ohne es aufgrund ihrer erschreckenden Unkenntnis selbst zu merken. Und wenn ich es indirekt doch tue, wie jetzt gerade, nenne ich wenigstens meinen Namen.

2. Fernbleiben vom Unterricht kann anders als von der Mutter behauptet eben nicht aus beliebigem Grund entschuldigt werden. Als entschuldigt gelten gemäß dem niedersächsischen Schulgesetz (!) nur Absenzen , aus Gründen, die der Schüler nicht selbst zu verantworten hat′. Diese Rechtslage stellt keine , Schikane′ oder unverhältnismäßige , Bestrafung′ dar, wie es zurzeit leider immer wieder kolportiert wird, sondern entspringt schlicht und ergreifend der demokratisch beschlossenen allgemeinen Schulpflicht und dient dem Wohl des Schülers. Wenn ein Schüler dem Unterricht unentschuldigt fernbleibt, steht es dann eben als simple Ziffer rechts oben im Zeugnis. In der gymnasialen Oberstufe werden Einzelfehltage hingegen überhaupt nicht mehr auf dem Zeugnis vermerkt. Darüber hinaus können Eltern ihre Kinder aus persönlichen Gründen vom Unterricht beurlauben lassen, wenn sie dies vorher schriftlich beantragen: Bis zu einem Tag beim Klassenlehrer, ab zwei Tagen beim Schulleiter. Natürlich können diese dem Antrag dann auch einmal nicht entsprechen. Nach meiner Erfahrung genehmigen sie aber fast immer fast alles. Eltern, die offen fordern, der Schulleiter möge Fernbleiben vom Unterricht aus anderen als den legalen Gründen sanktionieren, rufen ihn schlicht und ergreifend zu illegalem Handeln auf. Die Folgen müsste dann der Schulleiter im Rahmen seines Beamtenstatus tragen, nicht die Eltern. Am Gymnasium , In der Wüste′ herrscht nach meiner Erfahrung eine große Offenheit und Diskussionsfreudigkeit bei gleichzeitigem Bemühen, dabei stets sachlich zu bleiben. Zusätzlich ist den Schülern erlaubt worden, mit Plakaten für die Demonstration zu werben. In dieser Thematik von , neuerdings erlassenen Verboten′ zu sprechen kann schon nicht mehr mit Ignoranz begründet werden. Ich vermute bewusste zielgerichtete Meinungsmache. Denselben Grund muss ich auch vermuten, wenn ich mich frage, warum immer wieder die schlichte Tatsache ignoriert wird, dass ja auch außerhalb der Unterrichtszeit demonstriert werden könnte. Das Argument, dass man damit nicht so viel Aufmerksamkeit erregen könne, zeigt, in welchem […] Zustand unsere […] Presse und unsere demokratische Diskussionskultur bereits ist. Wer am lautesten brüllt, kommt in die Nachrichten und hat dann eben recht.″

Oliver Kunde

Dissen

Bildtext:
Klima-Streik am Freitag in Osnabrück.
Foto:
David Ebener
Autor:
Oliver Kunde


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