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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Bürgerinitiativen übergeben „Rote Karten″
Zwischenüberschrift:
5000 Bürger unterstützen Erdverkabelung / Übergabe an Peter Altmaier
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Bürgerinitiative Keine 380-kV-Leitung am Teuto″ hat am Wochenende über 5000 Rote Karten″ an die heimischen Bundestagsabgeordneten überreicht. Sie werden jetzt an Bundeswirtschaftsminister Altmaier weitergeleitet, um den Druck nach einer Erdverkabelung im Osnabrücker Land zu erhöhen.

Melle Seit November haben die Bürgerinitiativen entlang der geplanten Höchstspannungsleitung Rote Karten″ gesammelt, um damit ihre Forderung nach einer Erdverkabelung im Osnabrücker Land zu untermauern. Jetzt ist die Aktion beendet: Über 5000 Karten haben die Initiativen aus Wellingholzhausen, Bissendorf und Borgloh gezählt: Ein top Ergebnis, damit haben wir nicht gerechnet″, betonte Initiativensprecher Frank Vornholt bei der Übergabe der Karten an die beiden Bundestagsabgeordneten André Berghegger (CDU) und Rainer Spiering (SPD). Wegen einer Auslandsreise konnte die Grünen-Abgeordnete Filiz Polat den Termin nicht wahrnehmen.

Übergabe am Strommast

An symbolträchtiger Stelle vor dem Leitungsmast an der Schützenstraße in Wellingholzhausen trafen sich am Wochenende Vertreter der Initiativen aus Wellingholzhausen, Bissendorf, Borgloh und Ankum zur Übergabe der Karten. André Berghegger verstaute sie in seinem Kofferraum und sicherte zu, sie gleich am Montag an Peter Altmaier weiterzuleiten. André Berghegger und Rainer Spiering dankten den Bürgerinitiativen für ihren Einsatz und lobten unisono die vorbildliche Haltung der Initiativen″ in ihrem Kampf zugunsten der Erdverkabelung. Die Aktion diene dazu, das Thema des Netzausbaues im Bewusstsein zu halten und dafür zu sorgen, eine für Mensch und Natur verträgliche Lösung anzustreben.

Einmal mehr untermauerten Berghegger und Spiering wie auch die Sprecher der Initiativen ihre Enttäuschung gegenüber Netzbetreiber Amprion, der lediglich ein kurzes Teilstück in Lüstringen erdverkabeln möchte, der Rest der Strecke jedoch als Freileitung geplant ist. Dies stehe im krassen Widerspruch zu den Plänen aus Berlin, die Strecke als Pilotstrecke zu deklarieren und entsprechend eine Erdverkabelung vorzusehen.

Minister in der Pflicht

Auch die defensive Haltung des Netzbetreibers gegenüber der neuen AGS-Technik stieß einmal mehr auf Kritik: Peter Altmaier muss in die Pflicht genommen werden, sich bei Amprion für den Einsatz der neuen Technologie einzusetzen. Es gibt keinen Grund, die neue Technologie nicht deutschlandweit einzusetzen″, erklärte Christian Pohlmann-Geers, der sich auf eine Aussage von Bundesinnenminister Horst Seehofer beruft, der gefordert hatte, das Kabel deutschlandweit unter die Erde zu legen.

Mit der Rote Karte″-Aktion wollen die Bürgerinitiativen ein kraftvolles Signal an den Bundeswirtschaftsminister senden, um den Umfang der Erdverkabelung im Osnabrücker Land zu erhöhen. Denn: Die bisherigen Leitungsplanungen von Amprion zeigen, dass vornehmlich in den Außenbereichen im Zickzack verlaufende Stromtrassen geplant werden, um die gesetzlich vorgeschriebenen Abstandsregelungen von 200 Metern im Außenbereich einzuhalten.

Bereits am Montag sollen die Roten Karten″ an Peter Altmaier übergeben werden. Die Initiativen berufen sich dabei auch auf die vom Wirtschaftsminister gegebene Aussage, dass bei konfliktträchtigen Leitungsabschnitten eine Erdverkabelung einzusetzen ist, wenn diese hilft, den Leitungsausbau zu beschleunigen. Im Raum steht auch noch die Ankündigung von Altmaier, alle konfliktbehafteten Leitungsvorhaben zu besuchen. Ein Besuch im Osnabrücker Land steht noch aus. Daher bitten die Initiativen die Bundestagsabgeordneten darum, ihre Einladung zu erneuern.

Bildtext:
Über 5000 Rote Karten haben die Bürgerinitiativen an die heimischen Bundestagsabgeordneten übergeben: Christian Bräke, Frank Vornholt, Rainer Spiering, André Berghegger und Christian Pohlmann-Geers (von links) bei der Übergabe am Strommast in Wellingholzhausen.
Foto:
Simone Grawe

Kommentar
Deutlich

Erdkabel statt Freileitung: Um beim Stromtrassenausbau im Osnabrücker Land eine möglichst verträgliche Lösung für Mensch und Natur zu finden, haben die Bürgerinitiativen entlang der Trasse ein weiteres Ausrufezeichen gesetzt.

Mehr als 5000 Bürger unterstützen die Forderung nach einer Vollerdverbabelung und untermauern dies mit einer Roten Karte″: ein kraftvolles und eindrucksvolles Signal an Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier. Bei ihm liegt der buchstäblich Schwarze Peter.

Will er den Schulterschluss mit seinem Koalitionspartner Horst Seehofer, der eine deutschlandweite Verlegung der Stromkabel unter die Erde fordert, sollte er alsbald handeln. Ein Besuch im Osnabrücker Land wäre ideal, um sich vor Ort ein Bild von dem konfliktbehafteten Vorhaben zu machen. Montag will André Berghegger die Post aus seiner Region dem Wirtschaftsminister überreichen. Auf dessen Reaktion sind die Menschen hier gespannt. 5000 Rote Karten″: ein überragendes Ergebnis und ein deutlicher Auftrag.
Autor:
Simone Grawe


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