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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Baumarkt für die Rheiner Landstraße?
 
Hartes Ringen um neuen Baumarkt
Zwischenüberschrift:
Stadt will Park+ride-Plätze mitplanen und keine grelle Fassadengestaltung
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück An der Rheiner Landstraße soll ein Baumarkt entstehen. Die Globus-Gruppe aus dem Saarland verhandelt deshalb schon seit einem Jahr mit der Stadt Osnabrück. Nach Informationen unserer Redaktion müssen noch gravierende Gegensätze ausgeräumt werden. Die Stadt will an der Rheiner Landstraße eine Fläche für den Park+ ride-Verkehr ausweisen und hofft auf eine Kooperation mit dem Baumarkt. Bei Globus scheint es daran allerdings wenig Interesse zu geben. Noch nicht geklärt ist, ob die Rheiner Landstraße den zusätzlichen Verkehr überhaupt verkraften kann, der durch einen neuen Publikumsmagneten entstehen würde. Bisher wurde nur in nicht öffentlichen Sitzungen über den Baumarkt gesprochen. Jetzt soll auch die Öffentlichkeit informiert werden.

In Hellern will die Globus-Gruppe einen Baumarkt eröffnen. Schon seit einem Jahr verhandelt das Unternehmen mit der Stadt, aber in zentralen Fragen gibt es bislang keine Einigung. Nun sollen die strittigen Themen in einem Bebauungsplanverfahren geklärt werden.

Osnabrück Nach der Schließung von Max Bahr vor fünf Jahren vermissen viele Kunden aus den westlichen Stadtteilen einen Baumarkt. Die Globus-Gruppe aus dem saarländischen St. Wendel will diese Lücke schließen. Als Standort favorisiert sie ein vier Hektar großes Grundstück an der Rheiner Landstraße, das sich an das Gewerbegebiet Hellern-Nord anschließt.

Die Fläche wird von den Planern aber auch als einer der letzten potenziellen Park+ ride-Plätze am Stadtrand angesehen. Aus diesem Grund liegt der Verwaltung viel daran, beide Vorhaben unter einen Hut zu bringen. Schon mehrfach wurde die Problematik im Ausschuss für Stadtentwicklung und Umwelt erörtert, bislang nur in nichtöffentlichen Sitzungen, um die Interessen des Investors zu schützen.

Die Pläne seien noch in einem sehr frühen Stadium″, sagt Franz Schürings, der Leiter des Fachbereichs Städtebau. Er kündigt aber schon ein Bebauungsplanverfahren an, das die offenen Fragen in einem transparenten Prozess beantworten soll. Schon in den nächsten Wochen solle es gestartet werden.

Bei der Handelskette hält man sich mit offiziellen Stellungnahmen ebenfalls bedeckt: Derzeit können wir uns zu diesem Thema nicht äußern″, lautet die knappe Antwort von Jörg Lehmann, dem Leiter der Abteilung Marketing und Marktforschung bei Globus in Völklingen. Aus beiden Antworten lässt sich jedoch ablesen, dass um das Bauvorhaben derzeit intensiv gerungen wird.

Nach Informationen unserer Redaktion hat die Stadt ihre Zustimmung an Bedingungen geknüpft, auf die Globus offenbar nur teilweise eingegangen ist. Dabei geht es auch um eine Park+ ride-Anlage. Nach Ansicht der Planer sollten die ins Auge gefassten 200 Stellplätze mit dem Parkplatz des Baumarkts kombiniert werden, um den Flächenverbrauch zu begrenzen. Globus soll dazu allerdings nicht bereit sein.

Ein weiterer Knackpunkt ist offenbar, ob die Parkplätze vor oder hinter dem Baumarkt angeordnet werden sollen. Aus städtebaulichen Gründen drängen die Planer darauf, dass der Blick nicht allzu großflächig vom Autoblech bestimmt wird. Wie die Baukörper im benachbarten Gewerbegebiet soll das Hauptgebäude von Globus möglichst nah an die Rheiner Landstraße herangezogen werden. Aber der Investor hat auch zu diesem Punkt offenbar andere Vorstellungen.

Auch bei der Fassadengestaltung scheint es noch keine Annäherung zu geben. Dass die Globus-Baumärkte üblicherweise mit schrillen Farben auf sich aufmerksam machen, ist den Stadtplanern ein Dorn im Auge. Bislang hat das saarländische Unternehmen allerdings wenig Bereitschaft erkennen lassen, von seiner bisherigen Linie abzuweichen.

Bildtexte:
Hier könnte ein P+ R-Platz oder ein Baumarkt entstehen, vielleicht auch beides. Über die Fläche an der Rheiner Landstraße wird schon seit einem Jahr intensiv verhandelt.
Globus-Baumarkt in Hofheim (Hessen).
Fotos:
David Ebener, imago/ Ralph Peters

Kommentar
Verkraftet das die Rheiner Landstraße?

Manchen Heimwerker dürfte die Nachricht freuen, dass die Baumarktkette Globus in Hellern eine Niederlassung plant. Kurze Wege sind ja immerhin ein wichtiges Kriterium, wenn die Stadt das Vorhaben prüft. Allerdings nicht das einzige. Sämtliche Vor- und Nachteile einer Ansiedlung müssen auf den Tisch. Dafür will die Stadt jetzt ein Bebauungsplanverfahren einleiten. Das klingt zwar ein bisschen bürokratisch, und im Schnelldurchgang geht es auch nicht, aber es schafft die beste Grundlage für eine sachgerechte Abwägung.

Globus wäre nicht das erste Einkaufszentrum an der Rheiner Landstraße, das Kunden in einem weiten Umkreis anspräche. Schon für Ikea mussten Ampelsysteme optimiert und Kreisverkehre angelegt werden, um dem Andrang gerecht zu werden. Inzwischen sind weitere Geschäfte dazugekommen, die auf motorisierte Käufer setzen. Und jetzt also auch ein Baumarkt.

Ob damit für das Verkehrssystem Rheiner Landstraße die Grenze der Belastbarkeit überschritten wird? Dieser Frage müssen die Planer vorbehaltlos nachgehen. Dann wird abgewogen, und der von den Bürgern gewählte Rat trifft eine Entscheidung.

Zum Wesen eines Bebauungsplanverfahrens gehört, dass es ergebnisoffen geführt wird. Ob das bei einem solchen Investitionsvolumen am Ende noch geschieht, ist eine andere Frage.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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