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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Osnabrücker Bier aus dem Emsland
Zwischenüberschrift:
Landhaus-Brauerei aus Lünne braut für die Friedensstadt Dunkles und Helles
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Eigentlich ist das Osnabrücker Bier am Ende des vergangenen Jahres vom Markt verschwunden. Doch in die Bresche springt jetzt die Landhaus-Brauerei Borchert aus dem emsländischen Lünne. Warum die Brauerei jetzt ein Osnabrücker Bier braut und ab wann es das Bier zu kaufen geben soll, hat Friederike Köhl, Brauerin der Familienbrauerei, im Gespräch erklärt.

Osnabrück Ende 2018 drohte Osnabrück, was Bier angeht, in einen Dornröschenschlaf zu sinken. Die Radeberger-Gruppe kündigte an, die Produktion des Osnabrücker Bieres einzustellen und die Marke Osnabrücker Pils″ vom Markt zu nehmen. Auch wenn das Osnabrücker Bier seit 1987 in Dortmund gebraut wurde und seitdem ohnehin nur noch als Marke existierte, bedauerte mancher das Erlöschen eines weiteren Stücks Lokalkolorit.

Gleichzeitig schloss mit dem Hopsession Craftbeerstore″ der einzige lokale Laden, der auf Craft- und Kreativbier spezialisiert war. Einzig die Hausbrauerei Rampendahl und die Craftbier-Brauerei Beura bieten derzeit in Osnabrück ein regional gebrautes Bier abseits der Supermärkte und Getränkemärkte an.

Jetzt soll die kulinarische Lücke von der Landhaus-Brauerei Borchert im emsländischen Lünne geschlossen werden. Für die 30-jährige Brauerin Friederike Köhl gehört Osnabrück zur Region: Wenn wir von Lünne aus direkt nach Osnabrück oder Papenburg fahren würden, sind wir fast schneller in Osnabrück. Wir sind der Meinung, dass Osnabrück ein gutes, regionales Bier gebrauchen könnte. Ein leckeres Frischbier, das den Markt vor Ort wieder ein bisschen beleben kann.″

Den Grundstein für die einzige Brauerei im Emsland legten die Eltern von Friederike Köhl. 1997 gründeten Ewald und Maria das Unternehmen in Lünne. Der umtriebige Brauer, der zwischenzeitlich auch die Hüvener Mühle nördlich von Haselünne und das Moin″ in Lingen geführt hat, ist mit der Brauerei durch einige Höhen und Tiefen gegangen. 2007 musste Borchert sogar zwischenzeitlich Insolvenz anmelden. Aber mein Vater hat den Karren aus eigener Kraft aus dem Dreck gezogen″, sagt Friederike Köhl mit Stolz, die die Brauerei gemeinsam mit ihrem Vater seit 2017 führt.

Sie selbst hatte ihre Liebe zum Bier erst im zweiten Anlauf entdeckt: Direkt nach dem Abitur studierte sie in München und Köln erst einmal Englisch und Theologie auf Lehramt. Aber die älteste der vier Köhl-Töchter orientierte sich nach dem ersten Staatsexamen um und begann eine Brauer- und Mälzer-Lehre bei der Brauerei Früh in Köln als erste Frau in der Firmengeschichte.

Derzeit werden in Lünne 110 000 Liter Bier pro Jahr in sechs verschiedenen Sorten gebraut. Das Osnabrücker″ soll es als unfiltriertes und unpasteurisiertes Frischbier in den Variationen Helles″ und Dunkles″ geben und ab Mitte März in ausgewählten Gastronomien und Getränkemärkten zu kaufen sein.

Von der Stadt Osnabrück habe die Brauerei schnell ein positives Feedback bekommen: Wir haben uns sehr gefreut, dass die Stadt Osnabrück unser Vorhaben von Anfang an unterstützt hat″, betont Köhl.

Am längsten dauerte die Prüfung, ob die emsländische Brauerei ein Produkt mit der Regionalbezeichung Osnabrücker″ vermarkten und dabei das rechtlich geschützte Stadtwappen verwenden darf. Immerhin liegt die Landhaus-Brauerei Borchert ungefähr 55 Kilometer von der Stadtgrenze entfernt.

Doch schließlich gab es grünes Licht. Die Bedingung: Das Bier trägt einen eindeutigen entlokalisierenden″ Hinweis. So muss auf dem Etikett der Hinweis hergestellt in der Brauerei Borchert in Lünne″ stehen, und zwar in unmittelbarer Nähe zu der Bezeichnung Osnabrücker Dunkel″ und dem Osnabrücker Rad. So soll eine mögliche Irreführung der Verbraucher vermieden werden.

In Lünne wird derweil eifrig produziert, damit der Osnabrücker Biertrinker bald wieder ein frisches, regionales Bier trinken kann.

Bildtexte:
Erst auf dem Westerberg, dann in Dortmund und bald aus Lünne das neue Osnabrücker Bier″ kommt aus der Landhaus-Brauerei Borchert im Emsland.
Frederike Köhl und ihr Vater Ewald Borchert sind die Gesichter hinter dem emsländischen Familienbetrieb.
Fotos:
David Ebener
Autor:
Bastian Klenke


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