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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Sie waren unsere Nachbarn
Zwischenüberschrift:
Halbzeit für die Osnabrücker Stolperstein-Verlegung
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Als der Kölner Künstler Gunter Demnig seine ersten Stolpersteine verlegte, konnte er nicht ahnen, dass daraus ein Lebenswerk werden würde. Gut zehn Jahre später liegen in mehr als 500 Kommunen rund 22 000 Messingtafeln in den Bürgersteigen vor den ehemaligen Wohnungen von Opfern des Nationalsozialismus. In Osnabrück sind es bisher 108 von insgesamt geplanten 240 beinahe Halbzeit also.
Vor drei Jahren fiel der Blick von Fußgängern zum ersten Mal auf einen Stolperstein in Osnabrück auf den Namen im Bürgersteig und auf das dazugehörige Haus. Die Gedanken darüber stolpern zu lassen ist ein Zweck des Projekts mit dem Leitspruch: Sie waren unsere Nachbarn.″ Sie wurden verfolgt und ermordet, weil sie Juden waren, Sinti oder Deserteure, aus politischen und religiösen Gründen, wegen ihrer sexuellen Orientierung, einer psychischen Erkrankung oder einer Behinderung.
Als der Rat der Stadt 2006 beschloss, sich dem Projekt von Gunter Demnig anzuschließen, war dies der Start für eine Zusammenarbeit von Ehrenamtlichen und Profis. Professor Dr. Gerhard Kothmann engagiert sich seitdem als Sprecher des Initiativkreises, Dr. Michael Schubert begleitet den 17- köpfigen Arbeitskreis Opferrecherche, Clemens Gruber macht die Öffentlichkeitsarbeit, und bei Christine Grewe vom städtischen Büro für Friedenskultur laufen alle Fäden zusammen. Dirk Ohde vom städtischen Fachdienst Geodaten betreut einen Online-Stadtplan mit Hinweisen über die bisher verlegten Steine unter www.osnabrueck.de/ stolpersteine.

Große Zustimmung

Paten finanzieren die Stolpersteine mit je 95 Euro und sind oft auch Akteure bei der Verlegung. Ein Aufruf war kaum nötig. Rund 220 potenzielle Paten wandten sich bis jetzt an das Friedensbüro darunter auch viele Zeitzeugen sowie Schulklassen. Gerhard Kothmann berichtet von anfänglichen Befürchtungen, dass Hauseigentümer etwas gegen die Stolpersteine vor ihren Eingängen haben würden. Doch: Das Gegenteil ist eingetreten. Die Zustimmung ist groß.″
Michael Schubert, der die Opferrecherche als Wissenschaftler begleitet, berichtet von Lücken in vielen Biografien. Während es bei einigen Opfern sehr viele Informationen gibt, finden sich bei anderen kaum mehr als Geburts- und Sterbedaten. Das Niedersächsische Staatsarchiv unterstützt die Recherchen mit wiedergefundenen Akten und Karteien. Viele Unterlagen waren vernichtet worden, andere bis in die 80er-Jahre hinein verschollen.″ Auch Zeitzeugen helfen bei der Recherche.
Bei der Verlegung vertreten Schüler vom Berufsschulzentrum Westerberg meist den Künstler. Denn Gunter Demnig ist fast immer auf Achse von Kommune zu Kommune. Doch einmal im Jahr ist er selbst in Osnabrück, um Stolpersteine zu verlegen. Am Dienstag, 19. Oktober, ist er wieder zu Besuch.

Bildtext:
Stolpersteine sind Messingplatten, die auf einem Betonwürfel befestigt sind.
Foto:
Stadt
Autor:
jweb


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