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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Das Provisorium im Blick
Zwischenüberschrift:
Amprion verbaut Anwohnern mit neuem Strommast die Aussicht
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Seit Dienstag steht der neue provisorische Mast in Borgloh am Pöhlenweg. Die Anwohner sind alles andere als begeistert, denn der Mast wurde ihnen direkt vor den Garten gesetzt und verbaut ihnen nun die Aussicht.

Hilter Er ist schwindelerregend hoch, nur als Provisorium geplant und aus einer Stahlgitterkonstruktion. Die Rede ist nicht vom Pariser Eiffelturm, dieser Turm steht in Borgloh und ist ein Strommast. Er gehört zur Stromleitung 220 kV, die mitten durch den Ort führt. Zwei Masten der Leitung mussten jetzt ausgetauscht werden. Sie bestehen aus minderwertigem Thomasstahl und sind in die Jahre gekommen. Die neuen Masten sind nicht direkt an gleicher Stelle wiederaufgebaut worden.

Familie Hörmeyer blickt nun statt mit freier Sicht auf Wiesen, Wälder und Felder erst einmal direkt auf den Strommast. Keine hundert Meter vom Haus entfernt steht nun die 43 Meter hohe Stahlkonstruktion. Die Hörmeyers und ihre Nachbarn nehmen es mit Humor: Wir haben schon gesagt, das ist Borglohs neuer Eiffelturm″, sagen sie. Ändern könne man das alles jetzt ohnehin nicht mehr, denn Amprion habe sie vor vollendete Tatsachen gesetzt. Das Grundstück, auf dem der Mast nun steht, gehört einem Landwirt.

Den Aufbau der Konstruktion hat die Familie genau dokumentiert. Mit einer Digitalkamera haben sie von der Terrasse aus die einzelnen Arbeitsschritte festgehalten. Erst wurde das Gelände abgesteckt, dann kamen Betongewichte und der Bagger. Rund zwei Wochen haben die Arbeiten gedauert. Beeindruckend sei vor allem, mit welcher scheinbaren Leichtigkeit die Männer in der Höhe arbeiten, so die Hörmeyers. Etwa sechs Jahre soll die Konstruktion stehen bleiben, bis sie abgebaut und durch die neue 380-kV-Leitung ersetzt wird. Und wer weiß, vielleicht läuft es ja ähnlich wie anfangs beim Eiffelturm: Der sollte auch nur als Provisorium dienen, als er dann doch bleiben sollte, liefen die Menschen Sturm gegen die Stahlkonstruktion. Jetzt ist er das Wahrzeichen der Metropole.

Bildtexte:
ZIMMER MIT AUSSICHT: In dem weißen Haus auf der linken Seite wohnt Familie Hörmeyer. Der alte Mast hinter dem Provisorium wird abgebaut.
Hoch ist er, doch an den Eiffelturm kommt er nicht ran - der ist 324 Meter hoch.
Fotos:
Jörn Martens, David Ebener
Autor:
Kathrin Pohlmann


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