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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Breiterer Schutzstreifen gefordert
Zwischenüberschrift:
Verbände: Mehr Gewässerschutz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Das Umweltforum Osnabrücker Land kritisiert als Dachverband der Umweltverbände in der Region, dass Landrat Michael Lübbersmann, CDU und SPD die Schutzstreifen beim Spritzen von Pestiziden auf Äckern in Landschafts- und Naturschutzgebieten von fünf auf nur noch einen Meter begrenzen wollen.

Osnabrück Hintergrund ist, dass in einem Entwurf der Verordnung, der zunächst von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises verfasst worden war, noch ein fünf Meter breiter Randstreifen vorgesehen war, um eine Naturschutz-Richtlinie der Europäischen Union im Landschaftsschutzgebiet Else und Obere Hase″ einzurichten. Nach einem Gespräch mit dem Chef des Bauernverbands Landvolk im Kreis Osnabrück, Albert Schulte to Brinke, hatte Landrat Michael Lübbersmann (CDU) den Wortlaut der Verordnung jedoch ändern lassen und schlug nur noch einen Ein-Meter-Schutzstreifen an dem Gewässer im Landschaftsschutzgebiet Else und Obere Hase″ vor. Im Kreis-Umweltausschuss wurde dieser Verwaltungsvorschlag mit großer Mehrheit beschlossen.

Was sagt die Öko-Partei? Das Ausschussmitglied der Grünen, Anna Kebschull, hatte sich vergeblich für den Kompromiss eines nur drei Meter breiten Randstreifens an Gewässern ausgesprochen und will dafür auch noch einmal in der Sitzung des Kreistags am 11. März werben. Sie begrüßt zwar, dass Gebietsmanager der Unteren Naturschutzbehörde Proben auf dem verbleibenden Ein-Meter-Schutzstreifen nehmen wollen, um zu kontrollieren, ob die Vorgaben eingehalten werden. Dennoch betont sie: Durch einen drei Meter breiten Gewässerrandstreifen wäre das Risiko, dass Pflanzenschutzmittel in das Gewässer gelangt, verringert worden.″ Nach dem Votum des Kreis-Umweltausschusses gilt es als wahrscheinlich, dass die neue Verordnung auch den Kreistag passiert.

Darum geht es: Das Gebiet Else und Obere Hase ist eines von 26 Fauna-Flora-Habitat-Gebieten (FFH-Gebieten) im Landkreis Osnabrück. FFH-Gebiete sind europäische Schutzgebiete, die nach der Fauna-Flora-Habitat-Richtlinie ausgewiesen wurden und dem Schutz von Pflanzen, Tieren und Lebensräumen dienen. An Else und Oberer Hase sollen feuchte Uferflächen, Unterwasserpflanzen und die seltenen Fischarten Neunauge, Steinbeißer und Groppe geschützt werden. Streit gibt es nun darum, wie breit der Randstreifen sein muss, um Gewässer vor Pestiziden zu schützen.

Welche Bereiche des Landkreises sind betroffen? Wenn die Verordnung für das Meller FFH-Gebiet durchgesetzt wird, ist davon auszugehen, dass sie auch in den anderen FFH-Gebieten im Landkreis Anwendung finden wird. Der CDU-Fraktionschef Martin Bäumer sprach davon, dass die Festsetzung für das Schutzgebiet in Melle Signalcharakter für den gesamten Landkreis″ haben wird. Er kündigte an: Auch in den Schutzgebietsverordnungen, die in den kommenden Monaten noch erlassen werden, wird es diesen Ein-Meter-Streifen geben. Das gilt damit auch für die Bäche und Flüsse im Artland.″

Wie reagiert das Umweltforum? Der Vorsitzende des Umweltforums Osnabrücker Land, Andreas Peters, zeigt sich entsetzt und kritisiert, dass die Naturschutzbehörde des Landkreises sich von einzelnen Nutzergruppen die rechtlich vorgegebene Umsetzung des europäischen Naturschutzes diktieren lässt″. Der zweite Vorsitzende des Umweltforums, Matthias Schreiber, prognostiziert in einer Mitteilung, dass der Landkreis Osnabrück als Modellregion für eine mangelhafte und unwillige Umsetzung der FFH-Richtlinien dienen werde″. Die FFH-Gebiete würden nur vier Prozent der Landkreisfläche ausmachen. Daher fordert er die Politik auf, in diesen Gebieten dem Naturschutz den Vorrang einzuräumen. Wer meine, die Naturentwicklung und Artenvielfalt auf einen einen Meter breiten Streifen reduzieren zu dürfen, der müsse sich über das Insekten- und Bienensterben nicht wundern.

Bildtext:
Einen zehn Meter breiten Gewässerrandstreifen hat die Gemeinde Bissendorf erworben und sieht es als ökologische Aufwertung, dass dieser Streifen an der Hase im Ortsteil Nemden nicht mehr landwirtschaftlich genutzt wird.
Foto:
Michael Gründel
Autor:
Jean-Charles Fays


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