User Online: 1 | Timeout: 06:25Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Fünf Millionen Euro für das Nettebad
 
Mehr Wasser für das ganze Jahr
Zwischenüberschrift:
Stadtwerkeaufsichtsrat gibt grünes Licht für Außenbeckenüberdachung
Artikel:
Kleinbild
 
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Das Nettebad in Osnabrück kommt an seine Kapazitätsgrenzen. Die jährlichen Besucherzahlen liegen mit 758 000 zahlenden Gästen etwa 300 000 über den ursprünglich veranschlagten Zahlen. Das ist gut, weil das Bad so die Zuschussquote pro Besucher weit unter den Bundesdurchschnitt drückt, schafft aber auch Probleme, weil die Wasserflächen knapp werden.

Der Aufsichtsrat des Badbetreibers Stadtwerke Osnabrück hat am vergangenen Wochenende beschlossen, etwa fünf Millionen Euro in die Überdachung des 30-Meter-Außenbeckens zu investieren. Die Arbeiten sollen noch in diesem Herbst beginnen und im Sommer 2020 abgeschlossen sein.

Mit dem Umbau könnte auch die Tarifstruktur eine Neuausrichtung erfahren, wie Bäderchef Wolfgang Hermle sagt.

Das Nettebad bekommt eine zusätzliche Halle. Überdacht wird das bestehende Außenbecken. Der Freizeitbereich wird damit vergrößert, aber auch Schulen und Vereine profitieren. Der Stadtwerkeaufsichtsrat hat dem Projekt seinen Segen erteilt. Und auch die Preisstruktur könnte am Ende renoviert werden.

Osnabrück Als das frisch überarbeitete Nettebad im Jahr 2005 nach der Umbauphase wieder ans Netz ging, wurde mit 450 000 Besuchern per anno gerechnet. Diese Zahl wurde schon im ersten Jahr mit 498 000 Gästen übertroffen. 2018 zählten Bäderchef Wolfgang Hermle und sein Team 758 000 Badegäste. Mehr geht kaum. Die Kapazitätsgrenze ist erreicht.

Wenn wir jetzt den Außenbereich überdachen, ist nicht das primäre Ziel, die 900 000er-Marke zu knacken″, so Hermle. Vielmehr gehe es darum, die Qualität weiter auszubauen. Dazu zählt auch der geplante Hallenbau über dem 33-Meter-Becken mit derzeit noch acht Bahnen, die allerdings durch den Umbau auf sieben reduziert werden. Mit dem Umbau schafft das Nettebad gleichzeitig die Basis für eine Neuausrichtung der Badpreise. Dazu später mehr.

Die zusätzliche Halle mit dem alten″ Becken wird inhaltlich dem Freizeitbereich zugeschlagen. Rutsche und Aquacross sind ebenso bereits fest eingeplant wie das 3-D-Schnorcheln. Die Rutsche, die vom derzeitigen Freizeitbereich in die neue Halle führen wird, ist zwar nicht einzigartig, dürfte aber als Stehrutsche den bestehenden Rutschenspaß gut ergänzen. Mit dem Aquacross, einer Art Tiefseilgarten über Wasser, hat das Bäderteam einen weiteren, bislang noch nicht vorhandenen Badespaß in das Angebot aufgenommen. Die Halle selber wird bei gutem Wetter an den Fronten in großen Teilen zu öffnen sein, sodass der Freibadcharakter ein Stück weit erhalten bleibt.

Die dann mögliche ganzjährige Nutzung des Beckens kommt auch den Vereinen und Schulen entgegen″, sagt Hermle mit Verweis auf die Kapazitätsgrenzen, die sich unter anderem darin zeigen, das zum Beispiel die Seepferdchenkurse immer wieder innerhalb kürzester Zeit ausgebucht sind.

Überdacht wird neben dem großen Becken auch der Kleinkindbereich, was wie die gesamte Überdachung vor allem auch den zur Verfügung stehenden Ruheflächen im Freizeitbereich zugutekommt. Derzeit nutzen noch viele Spaßbadbesucher die Ruheflächen im Sportbereich. Das wird nach Abschluss der Baumaßnahmen nicht mehr nötig sein. Damit besteht die Möglichkeit, in Zukunft Freizeit- und Sportbereich stärker zu trennen. Hier sind die Würfel noch nicht gefallen, vorbehaltlich der dann noch zu treffenden Aufsichtsratentscheidung ist aber vorstellbar, beide Bereiche tariflich zu trennen. Das wäre dann der Weg von einer rein zeitdefinierten Preisstaffelung hin zu thematischen Eintrittspreisen. Mit anderen Worten: Wer Bahnen ziehen will, müsste nur den günstigeren Sportbadpreis bezahlen. Wer hingegen die Rutschengaudi haben möchte, bucht den Freizeitbereich, und wer das ganze Programm will, könnte mit einem Kombiticket dabei sein. Moderne Kassensysteme und Drehkreuze an den Übergängen zwischen den Badbereichen lassen hier viele Optionen offen.

Wir können so auf die Wünsche unserer Kunden reagieren″, sagt Bäderchef Hermle und bezieht sich damit auf eine Kundenbefragung, der zufolge 70 Prozent den Faktor Entspannung als Besuchsmotiv nannten, 56 Prozent die Lust auf Rutschen und 43 Prozent der Befragten ins Nettebad gehen, um Bahnen zu schwimmen. Und von diesen 43 Prozent haben immerhin 42 Prozent keinerlei Interesse an den Rutschen. Ein nutzungs- oder motivabhängiges Tarifsystem würde diesen Bedürfnissen der Badbesucher Rechnung tragen.

Zunächst einmal muss aber der Hallenbau vollendet sein. Hermle rechnet mit einem Baubeginn noch in diesem Herbst, mit der Fertigstellung dann im Sommer kommenden Jahres. Die gesamten Baukosten werden etwa fünf Millionen Euro betragen.

Bildtexte:
Aquacross nennt sich der Tiefseilgarten mit Abkühlungsgarantie, der in der neuen Halle für zusätzlichen Badespaß sorgen soll.
Es braucht Geschick und eine gute Körperhaltung, um die Stehrutsche zu bewältigen.
Fotos:
Roth & Challier, Erlebnisanlagen, AquaMagis Plettenberg

Kommentar
Und dann zahlt jeder, was er bestellt hat

Die Eintrittspreise im Nettebad sind von jeher ein Zankapfel. Ob sich die Gemüter durch eine neue, sich nach den Interessen der Badbesucher richtende Tarifstruktur nun endlich beruhigen lassen, bleibt abzuwarten.

Gerechter fühlt es sich auf alle Fälle an, wenn jeder das bezahlt, was er bestellt, und der Bahnenzieher nicht für einen Rutschenspaß zur Kasse gebeten wird, der ihm um im Bild zu bleiben den Buckel runterrutschen kann. Zumindest die aus dieser Richtung kommenden Beschwerden wären mit einer nutzungsabhängigen Tarifstruktur hinfällig.

Natürlich wird es auch dann noch die ewig Unzufriedenen geben. Ihnen sei vorgerechnet, dass in Osnabrück die Zuschussquote pro Badbesucher mit etwa drei Euro erheblich unter dem Zehn-Euro-Bundesdurchschnitt liegt. Einen guten Teil zu diesem positiven Ergebnis, das vor allem Vereinen und Schulen zugutekommt, tragen ebenjene Besucher bei, die aus einem weiten Umkreis ins Nettebad fahren, um hier ihren feuchten Freizeitspaß zu erleben.

Diese Attraktivität aufrechtzuerhalten wird die Aufgabe für die Zukunft sein.
Autor:
Dietmar Kröger


Anfang der Liste Ende der Liste