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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
„Es soll ein lebendiges Haus werden″
Zwischenüberschrift:
Ein Jahr nach dem Umbau der „Olle Use″ zieht der neue Besitzer Bilanz
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Die Traditionskneipe erhalten, aber ein modernes Konzept realisieren mit diesem Ziel baute Andreas Bernard 2017 die Olle Use″ im Osnabrücker Heger-Tor-Viertel um. Zwölf Monate nach der Wiedereröffnung stellt sich die Frage: Ist sein Plan aufgegangen?

Osnabrück Hohe Stühle, sanfte Beleuchtung, ein hölzerner Tresen und ein gut gefülltes Spirituosen-Regal. Keine Frage: Den Bar-Charakter hat sich die Olle Use″ auf den ersten Blick erhalten. Doch ansonsten hat sich viel getan, seitdem Andreas Bernard das Lokal im Jahr 2016 übernahm.

Kneipe auf drei Etagen

Der Geschäftsführer des angrenzenden Hotels kaufte das denkmalgeschützte Haus 2016 von der Stadt und begann im folgenden Frühjahr mit dem Umbau. Von der Raumaufteilung bis zur Statik wurde alles grundlegend neu gemacht″, erklärt Bernard. Im Erdgeschoss befindet sich zwar weiterhin die Bar. Doch im Obergeschoss, wo einst die Einliegerwohnung des Wirtes war, können die Gäste der Olle Use″ jetzt speisen. Noch ein Stockwerk höher ist die Küche untergebracht.

Bernard verschweigt nicht, dass die Modernisierung ihn eine Menge Geld gekostet hat. Aber: Das alte Konzept wäre auf Dauer nicht mehr tragfähig gewesen″, da ist er sich sicher. Und wie würde er das Konzept der neuen Ollen Use″ beschreiben?

Im Walhalla sind Küche und Service etwas klassischer, in der Olle Use′ lockerer und moderner. Hier wollen wir auch alle ansprechen und offen für jedermann sein.″ Wie zum Beweis zeigt Bernard seine Bierdeckel, die mit jeweils mit einem grünen und einem roten Schriftzug versehen sind. Die Gäste können selbst entscheiden, ob sie in der Gastronomie geduzt oder gesiezt werden wollen, erklärt Bernard.

Die Idee dazu hatte Bernard selbst. So wie er auch gemeinsam mit seiner Frau die Entwürfe für die Inneneinrichtung der Olle Use″ zeichnete. Überhaupt steckt viel von seiner eigenen Kreativität in diesem Projekt. Ein weiteres Beispiel dafür ist der Use Gin″, den Bernard für die eigene Bar und wenige ausgesuchte Händler in einer Steinfurter Destillerie brennen lässt.

Hommage an das Viertel

Auf dem Etikett ist ein kleiner Eichelhäher abgebildet. Der Vogel ist das Wappentier der Heger Laischaft, deren Gruß Olle Use″ („ Alles unser″) dem Traditionslokal einst seinen Namen gab.

Geschmacklich, sagt Bernard, ist der Use Gin″ besonders zart und frisch, weil er auf Basis eines Weindestillats hergestellt wird. Aromen von Wacholder, Koriander, Lavendelblüte, Ingwer, Zitrone und Zimt vervollständigen das Bild. Bernard selbst trinkt seinen Gin am liebsten mit Limone und einem trockenen Tonic, damit der Geschmack besonders gut durchkommt. In der Olle Use″ werden aber auch Cocktails auf Gin-Basis serviert, wie etwa der Fabiana″, den der Barkeeper selbst kreiert und nach einer Kollegin benannt hat.

So entwickele sich die Olle Use″ ständig weiter, sagt Andreas Bernard. Es soll ein lebendiges Haus werden″, in dem neben der Gastronomie auch Kunst, Musik und Literatur ihren Platz finden.

Bernard plant, die Räumlichkeiten demnächst öfter für Konzerte oder Lesungen zur Verfügung zu stellen. Die Wände der Olle Use″ sind schon jetzt eine Galerie, die verschiedene Künstler für ihre Ausstellungen nutzen. Auch einige Bilder von Bernards Vater, einem passionierten Maler, hängen derzeit aus.

Andere Projekte hat Bernard dagegen bisher keine im Sinn. Derzeit laufen seine beiden Geschäfte das Hotel und die Gastronomie gut, wie er selbst betont. Aber: Wir warten jetzt erst mal ab, was mit den ganzen neuen Hotels in Osnabrück passiert. Da müssen wir sehr vorsichtig sein. Ich habe großen Respekt vor dem, was da auf uns zu kommt″, sagt Bernard mit Blick auf die vielen Neueröffnungen, die in der Hotellerie-Branche angekündigt sind.

Gastronomie beleben

Auch die Entwicklung in seiner direkten Nachbarschaft beobachtet er sehr aufmerksam. Bernard würde sich freuen, wenn das Heger-Tor-Viertel unter anderem nach der Schließung des La Vie gastronomisch wiederbelebt werden würde.

Potenzial ist aus seiner Sicht vorhanden: Die Heger Straße hat durchaus Durchlauf. Am Wochenende kommt der ganze Westerberg hier runter.″ Insbesondere hochwertige Gastronomie könne noch mehr Menschen in die Altstadt locken und für die nötige Frequenz sorgen. Natürlich sind das Mitbewerber, aber wenn alle einen guten Job machen, befruchten sie sich gegenseitig″, sagt Bernard. Er selbst sieht sich mit seiner modernen Traditionskneipe gut vorbereitet.

Bildtexte:
Über drei Etagen erstreckt sich die neue Olle Use″. Im Erdgeschoss befindet sich die Kneipe, im ersten Stock das Restaurant und ganz oben die Küche.
Der Use Gin″ wird extra für die Olle Use″ gebrannt.
Du oder Sie? Bei Andreas Bernard wählen die Gäste.
Fotos:
Hermann Pentermann
Autor:
Louisa Riepe


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