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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Wie die Sommerhitze die Stadtverwaltung kalt erwischte
Zwischenüberschrift:
2018 bleibt unvergessen: Locker gekleidet ins Büro, häufiger geduscht und den Ventilator eingeschaltet
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Den Rekordsommer 2018 werden die Mitarbeiter der Stadtverwaltung nicht so schnell vergessen. Welch ein dramatischer Kampf da gegen die Hitze ausgefochten wurde, offenbart sich in einem Sachstandsbericht, mit dem sich der Organisations-, Personal- und Gleichstellungsausschuss heute befasst.

Sie haben Wasserspender genutzt, Ventilatoren eingeschaltet und Gleitzeitregelungen genutzt. Die Mitarbeiter der Stadt und ihrer Tochtergesellschaften wurden von den hohen Temperaturen kalt erwischt. Für den Flughafen Münster/ Osnabrück (FMO) wurden sogar Kühlschränke mit Eisfächern angeschafft. Und wenn das mit der Hitze so weitergeht, sollen demnächst Klimaanlagen her.

Der Sachstandsbericht Hitze und Verwaltungsarbeit″ geht auf einen Antrag der Grünen zurück. In dem dreiseitigen Papier taucht das Wort Maßnahme″ 14-mal auf. Wie bedeutend das Thema für die Stadt ist, unterstreicht der Hinweis auf ein Rundschreiben des Oberbürgermeisters vom 1. August. Wolfgang Griesert, so heißt es da, habe den Dienststellen empfohlen, in Eigenverantwortung die jeweils örtlich geeigneten Wege zur Umsetzung abzustimmen″.

Der Anlage 1 ist zu entnehmen, wie die Maßnahmen gegriffen haben. Im Osnabrücker Service-Betrieb wurden vermehrt Duschen benutzt. Es liegt nahe, dass sich im Rekordsommer 2018 auch die Mitarbeiter anderer Eigenbetriebe häufiger als sonst diesem Reinigungsritual unterzogen haben könnten. Haben sie aber nicht, wie dem Bericht zu entnehmen ist.

Den Folgen intensiver Sonneneinstrahlung begegneten auch andere Organisationseinheiten mit Entschlossenheit und geeigneten Hilfsmitteln. Aufgelistet werden Sonnenmilch, Sonnenbrillen und Kopfbedeckungen, herausgegeben an Mitarbeiter der Stadtwerke, der Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft (OPG) und des Flughafens. Müllwerkern oder Stadtgärtnern kam dieser Service allerdings nicht zugute. Von ihnen wird offenbar erwartet, dass sie selbst aktiv werden, um ihre Haut vor Sonnenbrand zu schützen.

Weil die Sonneneinstrahlung vor Büros nicht haltmacht, durften Beschäftigte der Stadt, der Osnabrücker Wirtschaftsförderung (WFO) und des Flughafens ihre Arbeitsräume mit Rollos abdunkeln, nicht jedoch Angestellte der Volkshochschule. Das Stüvehaus steht nämlich unter Denkmalschutz, und deshalb blieb den VHS-Mitarbeitern nur, verstärkt die Gleitzeit zu nutzen oder Ventilatoren aufzustellen. Eine erhöhte Nachfrage nach Kopfbedeckungen, Sonnenbrillen oder Sonnenmilch wird ihnen im Bericht allerdings nicht bescheinigt.

Fast alle Verwaltungsabteilungen im Stadtkonzern geben an, dass sie ihre Belegschaften mit Erfrischungsgetränken und Wasserspendern vor der Austrocknung bewahrt haben. Einzige Ausnahme ist die Osnabrücker Parkstätten-Betriebsgesellschaft. In der Übersicht fällt auf, dass sie der Hitze als einzige Dienststelle mit der Bereitstellung von E-Rädern begegnete. Aber wie die OPG den Flüssigkeitsmangel ihrer Mitarbeiter kompensierte, geht aus dem Bericht nicht hervor.

Oder hat sich vielleicht die Lockerung der Bekleidungsregeln hilfreich ausgewirkt? Nicht nur bei der OPG, auch in städtischen Amtsstuben, bei der Wirtschaftsförderung und bei den Stadtwerken wurden Abstriche an der vorgeschriebenen Garderobe hitzebedingt toleriert. Sogar am FMO durften Mitarbeiter ihren Dienst ohne die sonst übliche Krawatte verrichten.

Das soll nicht wieder vorkommen. In Zukunft will sich der Flughafen mit Klimaanlagen vor der Überhitzung schützen. Dann müssen die Bekleidungsregeln wenigstens nicht mehr gelockert werden.
Autor:
Rainer Lahmann-Lammert


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