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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Konzept für mehr Wohnungen
 
Wo kann noch gebaut werden?
Zwischenüberschrift:
Stadt soll Konzept entwickeln / Ratsmehrheit lehnt CDU/BOB-Antrag für 5000 weitere Wohneinheiten ab
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Viel hilft viel? CDU/ BOB wollten im Osnabrücker Rat Baurecht für 5000 neue Wohnungen als Ziel vorgeben statt wie bisher 3000. Das lehnten die übrigen Fraktionen ab. Stattdessen soll nun ein gesamtstädtisches Konzept her.

Osnabrück braucht mehr Wohnungen: Darin sind sich alle Fraktionen im Rat einig. Trotzdem lehnte eine Mehrheit am Dienstagabend den Antrag der CDU/ BOB-Gruppe ab, die Zielvorgabe von Baurecht für 3000 neue Wohneinheiten bis 2020 auf 5000 zu erhöhen.

Osnabrück Klasse statt Masse: So lässt sich das neue Motto zusammenfassen, das die Regenbogenmehrheit aus SPD, Grünen, FDP, Linken und UWG/ Piraten jetzt stattdessen vorgegeben hat. Denn die Stadt hat kaum noch Freiflächen zur Verfügung, die sich bebauen lassen, ohne dass es zu Konflikten kommt beispielsweise, weil die Areale als Frischluftschneisen eine wichtige Rolle für das Stadtklima spielen.

Anstatt weiterhin blindlings″ zu versuchen, Baurecht für immer mehr Wohneinheiten zu schaffen, soll die Verwaltung jetzt ein integriertes Stadtentwicklungsprogramm″ vorlegen: So hat es die Regenbogenkoalition formuliert eine Reaktion auf den CDU/ BOB-Vorstoß, fortan für 5000 neue Wohneinheiten Baurecht zu schaffen.

Volker Bajus, Fraktionschef der Grünen, betonte, Viel hilft viel″ sei ein Mythos. Nur eine qualitative Debatte führt uns am Ende weiter.″ In den vergangenen Jahren sind in Osnabrück 2653 neue Wohngebäude entstanden aber nur 4652 Wohnungen, berief sich Bajus auf eine Antwort der Verwaltung auf eine Anfrage der Grünen. Es entstanden nur 250 Gebäude mit drei und mehr Wohnungen. Bajus: So schaffen wir die benötigten Wohneinheiten nicht.″

Die Zauberworte der Regenbogengruppe lauten stattdessen optimierte Flächennutzung″ und vertikale Verdichtung″ zu Deutsch: in die Höhe bauen. Sogenannte grüne Finger, das sind Freiflächen, die aus den Randbezirken in die Stadt hineinragen, sollen ebenso wie Kaltluftschneisen, Naturschutz- und Erholungsgebiete weitestgehend freigehalten″ werden. Miet- und vor allem Sozialwohnungsbau soll den Vorrang haben, und die Stadt soll außerdem grenzübergreifende Planungen mit den Nachbargemeinden anpeilen.

Erst wenn die Stadt solch ein Konzept vorlegt, können gegebenenfalls neue Zielzahlen für die Baulandentwicklung beschlossen werden″, lautet der Beschluss.

CDU für mehr Dynamik

Für die CDU-Fraktion der falsche Weg. Wir brauchen eine Verstetigung und Dynamisierung der Zahl der Wohnungsbauten in Osnabrück″, betonte CDU-Fraktionschef Fritz Brickwedde. Sonst werden wir eine soziale Sprengbombe schaffen. Bei wachsender Bevölkerungszahl ist es nötig, dass wir mehr bauen.″ Er wehrte sich gegen den Vorwurf, der CDU/ BOB-Ansatz sei rein quantitativ″. Es gebe schließlich eine Arbeitsgruppe bestehend unter anderen aus Ratsmitgliedern –, in der alle potenziellen Baugebiete besprochen würden – „ und da haben wir uns im Zweifel auch für Erhalt von Grün entschieden″, so Brickwedde.

Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) verwies auf Aufwand und Kosten für die Erstellung eines solchen integrierten Stadtentwicklungskonzeptes. Ein Jahr würde das dauern. Griesert: Wir müssen auch schnell sein und gucken, dass die Flächen überhaupt verfügbar sind.″ Überstimmt wurden OB und CDU/ BOB trotzdem.

Bei der Suche nach Baumöglichkeiten rücken nun übrigens auch Gewerbeimmobilien stärker in den Fokus. Im Mai 2018 hatte der Rat schon beschlossen, dass die Stadt auf Handelsketten wie Aldi oder Lidl zugehen soll, um zu prüfen, ob Wohnungen direkt über den Supermarktflächen möglich sind. UWG/ Piraten wollten das jetzt auf sämtliche Gewerbeimmobilien ausdehnen und zwar verpflichtend. Mit diesem Zwang konnte der restliche Rat allerdings nichts anfangen. Das Gremium beschloss stattdessen, dass die Stadt bei neu geplanten Gewerbeimmobilien in Mischgebieten mit den Bauherren reden soll, um die Möglichkeit einer Aufstockung mit Wohnungen zu prüfen.

Einstimmig und ohne Diskussionen brachte der Rat noch das nächste große Baugebiet in Voxtrup auf den Weg: Direkt an der Autobahn 30 sollen auf einem zehn Hektar großen Acker an der Steiniger Heide Wohnungen und Häuser entstehen. Nach dem Landwehrviertel (37 Hektar) wird dies das aktuell zweitgrößte Baugebiet in Osnabrück. Der Aufstellungsbeschluss dafür ist gefasst jetzt geht es an die Detailarbeit.

Bildtext:
Aus diesem zehn Hektar großen Acker in Voxtrup soll ein Baugebiet werden. Einstimmig fasste der Rat dafür den Aufstellungsbeschluss. Es ist eine der letzten freien Flächen. Wie es danach weitergehen könnte, soll die Verwaltung in einem gesamtstädtischen Konzept zeigen.
Foto:
Gert Westdörp
Autor:
Sandra Dorn


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