User Online: 1 | Timeout: 19:47Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
NUSO-Archiv - Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Streusalz: Sicherheit kontra Umweltschutz?
Zwischenüberschrift:
Auf Gehwegen verboten, auf Privatgrundstücken zulässig / Viele Supermärkte machen davon Gebrauch
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Womit und wann die Wege vor dem eigenen Grundstück eisfrei gehalten werden sollen, geben Kommunen vor. Der Einsatz von Streusalz ist in Osnabrück verboten und kann mit Geldbußen bis 5000 Euro geahndet werden. Auf Privatgrundstücken sieht es anders aus.

Osnabrück Dort wird kräftig mit Tausalzen gestreut, um der Verkehrssicherungspflicht nachzukommen so handhaben es augenscheinlich viele Verbrauchermärkte. Ein Zwiespalt zwischen Sicherheit und Umweltschutz.

Die Temperaturen in Osnabrück und im Landkreis sanken zuletzt häufig unter den Gefrierpunkt. Um bei eventuell aufkommenden Niederschlägen der bestehenden Räum- und Streupflicht nachzukommen oder Glatteis erst gar nicht entstehen zu lassen, streuen Übereifrige trotz aller Bedenken und kommunaler Verbote eimerweise Auftaumittel auf die Wege.

Stadt rät zu Kies

Die Stadt weist darauf hin, dass Privatleute Flächen, die öffentlich gewidmet sind, grundsätzlich nicht mit Salz bestreuen dürfen, und empfiehlt, der Umwelt zuliebe abstumpfende Mittel wie Kies, Sand, Blähton oder Lavagranulate zu verwenden. An abstumpfenden Mitteln ist alles erlaubt, solange es keine Chemie ist″, erläutert Jürgen Wiethäuper vom Ordnungsamt der Stadt Osnabrück. Er rät von präventivem Salzen ab.

Auf den Grundstücken großer Verbrauchermärkte scheinen ökologische Bedenken jedoch keine große Rolle zu spielen: Weiße Salzschlieren und grobkörnige Kristalle von Auftausalzen zieren die Eingangsbereiche und Parkplätze, so beispielsweise bei der Kaufland-Filiale am Kurt-Schumacher-Damm in Osnabrück.

Scheinbar unreflektiert werden Streumittel auf die versiegelten Flächen gekippt, ungeachtet der Tatsache, dass die Chemie in den Regenkanal und somit auch ins Grundwasser gelangen und Bäume und Sträucher schädigen kann.

Martin Barnewitz, zuständig für Haustechnik und Sicherheitsberatung der Kaufland-Filiale, verweist auf den Dienstleister: Unsere Vertriebszentrale kümmert sich um die Ausschreibung und erteilt den Auftrag. Die Filialen vor Ort rufen bei der beauftragten Firma frühmorgens an und lassen das Betriebsgelände streuen, um der Verkehrssicherungspflicht Genüge zu tun. Der ökologische Aspekt fällt nicht in unseren Bereich.″

Auf Nachfrage teilte die Konzernzentrale aus Neckarsulm unserer Redaktion schriftlich mit, dass die Sicherheit der Kunden im Vordergrund stehe: Der von uns beauftragte Dienstleister ist im Sinne unserer Verkehrssicherungspflicht tätig und geht ressourcenschonend sowie umweltbewusst mit dem Streugut um″, schreibt eine Mitarbeiterin der Unternehmenskommunikation.

Verkehrssicherungspflicht und Umweltbewusstsein: für manchen Konzern ein Zwiespalt. Denn kommt ein Besucher etwa durch einen Sturz zu Schaden, haftet der Streupflichtige und muss gegebenenfalls für Arzt- und Krankenhauskosten sowie für Verdienstausfall und Schmerzensgeld aufkommen in Extremfällen bis hin zu einer Strafe wegen gefährlicher Körperverletzung.

Wann Salz erlaubt ist

Außergewöhnliche Witterungsverhältnisse wie plötzlich einsetzender Eisregen oder gefährliche Stellen wie Treppen, Rampen sowie starke Gefällestrecken bilden eine Ausnahme und rechtfertigen den Salzgebrauch das gilt auch für öffentlich gewidmete Flächen wie beispielsweise Gehwege.

Bevor ein Fußgänger etwa durch einen Sturz zu Schaden kommt, darf hier gestreut und die Fläche somit verkehrssicher gehalten werden. Jedoch nicht nach der Devise Viel hilft viel″.

Bildtext:
Geht es nach Umweltschutzverbänden, ist jedes Gramm zu viel, denn durch Streusalz werden Bäume und Sträucher massiv geschädigt, das Grundwasser wird belastet, und Tiere bekommen wunde Pfoten.
Vor den Eingangsbereichen von Supermärkten ist das Streuen von Taumitteln nicht verboten aber ist es auch angebracht?
Die Stadt empfiehlt abstumpfende Mittel als Alternative zu Streusalzen. Dazu gehören: Kies, Sand, Splitt oder Tongemische.
Fotos:
Monika Vollmer
Autor:
Monika Vollmer


Anfang der Liste Ende der Liste