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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Salto mortale auf dem Todesrad
Zwischenüberschrift:
Circus Krone zeigt faszinierende Jubiläumsschau an der Halle Gartlage
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
OSNABRÜCK. Eine faszinierende, schillernde Show im Rhythmus unserer Zeit″, so der Untertitel das ist das seit 2005 zum 100-jährigen Jubiläum gespielte Weltklasse-Programm des Circus Krone in der Tat. Clowns, zwei- und vierbeinige Artisten und ein tolles Ballett ernteten schon bei der ersten Premiere gestern Nachmittag begeisterten Applaus.

Prachtvolle Kostüme schon bei der turbulenten Eröffnung mit Tanz auf der künstlichen Geburtstagstorte stimmten auf ein rasantes Fest für alle Sinne ein. Da wirbelten die Sägespäne in der Manege, Musik erfüllte das Zelt, Pfauenfedern wippten, der Duft von Popcorn und Tieren lag in der Luft, und im gleißenden Scheinwerferlichter glitzerten Tressen und Pailletten um die Wette. Und schon wurde es akrobatisch: Mit Salti, Schrauben und Handstand auf dem Kopf des obersten Mannes der Pyramide beeindruckte die Gruppe Catana: Schleuderbrett-Artistik vom Feinsten.

Elefantenballett

Glamourös nicht nur das Zirkus-Ballett zu Melodien aus A Choros Line″, sondern auch James Puydebois aus Frankreich mit den Wappentieren des Hauses Krone, den Elefanten. In einer harmonischen Choreografie zeigte er, wie aus drei schwergewichtigen Dickhäuter-Damen und dem mächtigen Bullen Colonel Joe″ im Verein mit leichtfüßigen Showgirls MusicalStars werden.
Verrückt normal oder normal verrückt? Das ist die Frage bei Val de Funs Kampf mit der Tücke des Objekts. Als Vollblutkomödiant mit dem Schalk im Nacken hatte der Ukrainer mit bürgerlichem Namen Valeriy Serebryakov natürlich sofort die Kinder auf seiner Seite, ebenso wie die klassischen Clowns der Toni-Alexis-Familie.
Martialische Exotik, perfekt choreografiert und absolut synchron in atemberaubendem Tempo dargeboten das sind die chinesischen Kampfspiele von Chy Fu Dey und der Shaolin-Kung-FuTruppe. Höhepunkt war der Sprung mit verbundenen Augen durch einen rotierenden, mit Messern gespickten brennenden Reifen.
Erst recht den Atem anhalten mussten große wie kleine Zuschauer bei den halsbrecherischen Stunts des Kolumbianers Wilson Dominguez, der als Crazy Wilson im, auf und über dem rotierenden Riesenrad in luftiger Höhe für Hochspannung pur sorgte. Sensationell sein Salto mortale auf der Außenseite des Todesrades begeisterter Applaus, der kaum enden wollte.
Und dann kamen sie, die Krone-Juwelen″, die herrlichen Araber-Pferde aus dem Marstall unter der Regie von Tierlehrerin Jana Mandana Sembach-Krone. Insbesondere zwei Grauschimmel wollten an diesem Nachmittag aber immer mal wieder aus der Reihe ihrer rein weißen Artgenossen tanzen.
Umso beeindruckender dann im zweiten Teil Jana Mandanas Karawane der Exoten und vor allem die hohe Schule par excellence auf dem Lipizzaner Favory Servola″.
Eine Augenweide insbesondere für die Großen waren die Ballettmädchen in den orientalischen Fantasien, gefolgt von wagemutiger
Beduinenreiterei der russischen Gruppe Iriston.
Zu den Höhepunkten der Show aber gehörte zweifellos die Löwendressur von Martin Lacey junior. Der 30 Jahre junge Brite, dessen Bruder Alexander unlängst als Dompteur im Zirkus Charles Knie zu bewundern war, gewann mit seiner RaubtierAction den Goldenen Clown beim internationalen ZirkusFestival von Monte Carlo. Star seiner Show aber ist der weiße Löwe King Tonga. Aber auch Nashorn-Bulle Tsavo folgt Lacey aufs Wort.

Kraft und Eleganz

Als Meister der Körperbeherrschung mit geradezu mystischer Ausstrahlung voller Kraft und zugleich perfekt durchchoreografierter Eleganz erwiesen sich die Akrobaten der ukrainischen Gruppe Atlantis, ihre Nummer märchenhaft in Szene gesetzt als Reise in Neptuns Reich.
Ein wenig enttäuschend war die als atemberaubendes Luftschauspiel angekündigte Trapeznummer der Truppe Borzovi, immerhin Goldmedaillen-Gewinner bei den Zirkus-Festivals von Mailand, Monte Carlo und Verona. Obwohl sich hier Eleganz und artistisches Können paarten, landeten zwei Akteure nach Fehlgriffen im Netz.Vielleicht sind manche zwei- und vierbeinige Artisten mitunter etwas unkonzentriert, weil sie schon seit fünf Jahren im selben, jetzt auslaufenden Programm auftreten. Aber man darf schon jetzt gespannt sein auf die nächste Show des größten Zirkus Europas.

Weitere Fotos von der Nachmittagsvorstellung finden Sie unter www.neue-oz.de

Bildtexte:
Blind durch rotierende, mit Messern gespickte und brennende Reifen springt dieser Artist der Shaolin-Kung-Fu-Gruppe.
Kraft und Eleganz im Verein mit einer mystischen Inszenierung: die Truppe Atlantis.
Seine Damen arbeiten unten, der Pascha guckt zu und lässt sich zum Schluss herab, um mit Martin Lacey jr. zu schmusen.
Mit waghalsiger Beduinenreiterei fasziniert die Truppe Iriston aus Russland.
Fotos:
Klaus Lindemann
Autor:
Angelika Hitzke


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