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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
BOB fordert Neubewertung der Westumgehung
Zwischenüberschrift:
Diskussion um Berliner Kissen / „Verkehrskonzept des Runden Tisches gescheitert″
Artikel:
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Originaltext:
Osnabrück Der Bund Osnabrücker Bürger (BOB) fordert eine Wiederaufnahme der Diskussion um die sogenannte Entlastungsstraße West. Das Konzept des Rundes Tisches″ zur Verkehrsberuhigung am Westerberg sei vermutlich gescheitert, zudem mit veränderten Rahmenbedingungen zu rechnen.

Vor rund fünf Jahren sprachen sich die Osnabrücker bei einer unverbindlichen Bürgerbefragung mit knapper Mehrheit gegen den Bau der Entlastungsstraße West aus. Geht es nach dem Bürgerbund, soll die Diskussion nun ergebnisoffen mit Befürwortern und Gegnern wieder aufgenommen werden.

Der Zeitpunkt kommt nicht von ungefähr: In der vergangenen Woche wurde der Abbau der sogenannten Berliner Kissen auf der Gluckstraße und der Händelstraße beschlossen, die eigentlich als Teil des Plans zur Verkehrsberuhigung am Westerberg dienen sollten. Allerdings waren sie von Anfang an umstritten beispielsweise verhindern sie eine rüttelfreie Anfahrt von Rettungswagen zum Klinikum.

Durch die Berliner Kissen seien die Durchschnittsgeschwindigkeiten zwar von 38 auf 36 Kilometer pro Stunde reduziert worden, heißt es in einer am Montag versendeten BOB-Pressemitteilung. Dennoch sei es nicht zu einer deutlichen Reduktion der Verkehrsmenge gekommen, da eine Nord-Süd-Tangente durch die Stadt weiterhin fehle.

Anwohner, Verkehrsexperten, Interessenvertreter und Politiker hatten sich im Rahmen eines Runden Tisches über die Bremsbuckel und weitere Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung verständigt. In der Pressemitteilung bezeichnet BOB das Konzept des Runden Tisches jetzt eher als gescheitert″.

Der BOB-Vorstoß, die Entlastungsstraße West wieder zur Diskussion zu stellen, hat laut Mitteilung aber noch weitere Gründe: Zwar bestünden erhebliche Zweifel an der Sinnhaftigkeit der derzeitigen Stickoxidgrenzwerte, diese seien aber rechtsverbindlich und strafbewehrt. Ergebnisse aus anderen Städten hätten gezeigt, dass Fahrverbote und vermehrte E-Mobilität nicht zwingend geeignet seien, Immissionen effektiv zu senken.

Auch die Ergebnisse des geplanten umweltsensitiven Verkehrsmanagements in Osnabrück seien völlig offen, zumal die mögliche Neumarkt-Schließung zu schwer zu kalkulierbaren Verdrängungseffekten der Verkehre im innerstädtischen Bereich führen werde.

In der Mitteilung heißt es weiter: Aus den Untersuchungen zur Entlastungsstraße West wissen wir, dass diese Nord-Süd-Tangente den Wall und die innerstädtischen Bereiche entlasten wird.″

Schon im Masterplan Mobilität 2010 sei festgehalten, dass eine Neumarktsperrung ohne Entlastungsstraße West kaum realisierbar sei. Die neuen Baugebiete am Klinikum und auf dem Gebiet der alten Westumgehung warten ebenfalls auf die Erschließung. Es ist der Wunsch aller politischen Parteien, den Radfahrverkehr in Osnabrück zu stärken: Auch eine Fahrradstadt wie Groningen funktioniert nur mit einem äußeren und inneren Verkehrsring.″

BOB fordert außerdem, die Notwendigkeit eines geschlossenen inneren Rings zu prüfen und neu zu bewerten.

Bildtext:
Berliner Kissen auf der Gluckstraße.
Fotos:
Gert Westdörp


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