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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Inhalt:
Überschrift:
Mit dem Rolli über die Gartenschau
Zwischenüberschrift:
Behinderten-Forum testet Gelände und ist zufrieden
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
BAD ESSEN/ WALLENHORST. Unter einer speziellen Aufgabenstellung haben Mitglieder und Freunde des Forums der Menschen mit Behinderung Wallenhorst/ Bramsche die Landesgartenschau (LGS) in Bad Essen besucht. Sechs Frauen, davon eine im elektrischen Rollstuhl und eine mit Rollator, testeten, ob die Anfahrt mit dem Bus und der Gang über das Gelände für Menschen mit Behinderung problemlos zu bewältigen sind.
Bettina Fietz, Vorsitzende des Forums, erläutert den Hintergrund der Aktion: Das Gesetz sieht vor, dass Behinderte am normalen Leben teilhaben sollen. Wir wollen untersuchen, ob das auch funktioniert.″ Die spätere Bilanz der Rollstuhlfahrerin aus Wallenhorst: Bis auf die Anfahrt hat uns die Tour sehr gut gefallen. Wir haben alles gesehen von der Landesgartenschau und konnten alles problemlos erreichen. Uns ist dort nichts Negatives aufgefallen. Es war ein guter Tag.″
Dabei hatte der Ausflug beim Start in Wallenhorst zäh begonnen nämlich mit einer Odyssee″, so das einhellige Urteil der Damen. Der erste Bus konnte seine Rampe für Rollstühle nicht ausklappen, daher musste die Delegation auf den nächsten Wagen der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück warten. Beim zweiten Versuch hat es gut geklappt. Der Busfahrer war sehr freundlich″, berichtet Fietz. Im Solepark angekommen, wird spontan problemlos ein Rollator für eine Teilnehmerin ausgeliehen. Das passt ins Bild einer guten Organisation. Nebenbei loben die Damen die klare Strukturierung der Landesgartenschau-Internetseite. Die Seite sei sehr informativ, haben sie im Vorfeld bemerkt.
Nachdem sich die Gruppe in Gang gesetzt hat, fällt ihr schon auf den ersten Metern positiv auf: Die vielen in die Landschaft integrierten Sitzecken sind jeweils mit Rampen versehen, sodass Rollstuhl- und Rollator-Fahrer die Stufen umgehen können. Auch die Sole-Arena ist problemlos befahrbar.
Auf dem Weg zur Blumenhallenschau im ehemaligen Hallenbad wird ein kurzer Abschnitt mit Rollsplitt passiert. Der feine Kies ist nicht optimal″, bemerkt Elfriede Niemann mit ihrem Rollator, doch sie meistert die Herausforderung. Das ist der neuralgische Punkt, das ist uns bekannt″, sagt LGS-Pressesprecherin Imma Schmidt. Wer an seinem Gefährt keinen Elektroantrieb hat, werde die kleine Steigung hinaufgeschoben. Da sich an der Stelle eigentlich ein Parkplatz und eine Straße befinden, die nach Angaben der LGS als solche auch wieder benutzt werden sollen, seien die gestalterischen Möglichkeiten begrenzt gewesen. Der daher aufgetragene Splitt sei zur besseren Passierbarkeit jetzt noch einmal verdichtet worden.
Vor der Eröffnung der Schau hat ein Rundgang mit Gerd Strombach von der Landesvertretung Selbsthilfe Körperbehinderter Niedersachsen″ stattgefunden. Der Experte gab Hinweise auf mögliche Problemstellen, die dann vom LGS-Team nachgebessert wurden. Jetzt können Rollstuhlfahrer auch in die hinteren Winkel des Ippenburg-Geländes gelangen. Dennoch ist die LGS Bad Essen nicht als behindertenfreundlich zertifiziert worden. Das gibt das am Wiehengebirge gelegene und daher unebene Gelände nicht her″, so Schmidt.
Die Reiseteilnehmerinnen vom Forum der Menschen mit Behinderung testen jede Attraktion auf ihre Wegbarkeit, auch zur Ippenburg fahren sie per Shuttle.
Ich bin bisher angenehm überrascht. Die Wege sind alle breit genug angelegt. Das kenne ich nicht aus dem Alltag. Deutschland ist eigentlich barriereunfrei, anders als Schweden oder Dänemark, wo ich oft Urlaub mache″, sagt Fietz bei ihrer Halbzeit auf der LGS.
Wir wollen den Blick auf das Thema Barrierefreiheit lenken. Zwar ist natürlich nicht jeder Mensch behindert, aber jeder wird irgendwann älter″, stellt Fietz ihr Anliegen heraus, die Belange der Menschen mit Behinderung grundsätzlich stärker zu berücksichtigen.

Bildtext:
Mitglieder des Behinderten-Forums Wallenhorst/ Bramsche haben die Landesgartenschau getestet.
Foto:
Heike Dierks
Autor:
hedi


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