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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Kunstschatz für Osnabrück
Zwischenüberschrift:
Dürer-Stifter Konrad Liebmann mit 91 Jahren gestorben / Sammlung von internationalem Rang
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Konrad Liebmann ist tot. Der Kunsthändler und Antiquar stiftete 250 Kupferstiche und Holzschnitte Albrecht Dürers, die im Kulturgeschichtlichen Museum Osnabrück aufbewahrt und ausgestellt werden. Der Kunstschatz hat internationalen Rang.

Er hat für die Stadt Osnabrück und das Land Niedersachsen Großes geschaffen″, würdigte Lavinia Francke, Generalsekretärin der Stiftung Niedersachsen in Hannover, die Verdienste Liebmanns, der, wie jetzt bekannt wurde, am 4. Januar 2019 im Alter von 91 Jahren verstorben ist. Die rund 250 Grafiken umfassende Dürer-Sammlung, die Liebmann zusammengetragen hatte, sei von internationalem Rang″, sagte Francke auf Anfrage weiter. Sie habe Liebmann als nicht immer einfachen, aber für seine Sache sehr engagierten Gesprächspartner″ kennengelernt, sagte die Generalsekretärin weiter.

Der 1927 geborene Liebmann hatte seine Kollektion der großen Werke Albrecht Dürers (1471–1528) über viele Jahre lang zusammengetragen. Der Fund von mehreren Blättern in einem Londoner Antiquariat brachte den Sammler Liebmann auf sein Lebensthema. Diskret und aus dem Hintergrund heraus trug er 250 Werke Dürers zusammen, darunter nicht nur große Grafikfolgen wie das Marienleben″, die Apokalypse″ sowie die kleine und die große Passion, sondern auch Exemplare von Dürers berühmten Meisterstichen Ritter, Tod und Teufel″, Adam und Eva″ sowie Hieronymus im Gehäus″. 1996 stellte Liebmann seinen Schatz der Stadt Osnabrück als Dauerleihgabe zur Verfügung. Damals wurde die Sammlung auf 3, 5 Millionen DM geschätzt. Es ist kein Pappenstiel, das Gesamtwerk Dürers fast vollständig zusammenzutragen. Die Kollektion ist in ihrer Breite und Vollständigkeit bemerkenswert″, schätzt Dürer-Experte Thomas Schauerte den kunsthistorischen Wert der Kollektion als sehr hoch ein.

Konrad Liebmann hat große Bedeutung für Osnabrück″, sagte Sven Jürgensen, Sprecher der Stadt, auf Anfrage. Er habe seine hochwertige und vollständige Sammlung″ für Ausstellungen in den Museen der Stadt überlassen. Er hat damit Gutes für Osnabrück als Kulturstandort getan″, resümierte Jürgensen und lobte das strategische Geschick des Kunstkenners: Über Jahre wusste niemand, dass er Dürer sammelt.″ Auf diese Weise war es Liebmann gelungen, seine Dürer-Blätter zu vergleichsweise gemäßigten Preisen zu erwerben. Konrad Liebmann hat durch seine Stiftung das Kulturleben Osnabrücks um einen großen Schatz bereichert: Seiner Großzügigkeit verdankt das Museumsquartier die großartige Dürer-Sammlung –- eine Sammlung, die mir sehr am Herzen liegt″, hat auch Nils-Arne Kässens, Direktor des Osnabrücker Museumsquartiers, den Sammler gewürdigt.

Die Kollektion Liebmanns bildete die Grundlage für mehrere große Ausstellungen. Nach der von dem Dürer-Experten Thomas Schauerte eingerichteten Ausstellung Albrecht Dürer. Das große Glück. Kunst im Zeichen des geistigen Aufbruchs″ anlässlich Dürers 475. Todestages im Jahr 2003 wurde es allerdings für einige Zeit still um Liebmanns Sammlung. 2011 folgte mit MariaMaria″ eine Ausstellung im Museum Montanelli in Prag, 2015 eine Präsentation im österreichischen Gmünd.

Nils-Arne Kässens nahm sich als neuer Direktor des Osnabrücker Museumsquartiers auch der Dürer-Kollektion neu an. Er ließ die Designer Jessica und Milen Krastev 2018 den Ausstellungsraum der Sammlung im Museum neu einrichten und organisierte gemeinsam mit Sven Jürgensen auch die Ausstellung Dürer + Ich″ mit Reaktionen zeitgenössischer Künstler auf Dürers Werke. Ich bin sehr froh darüber, dass auch Herr Liebmann in letzter Zeit wieder häufig das Dürer-Kabinett besucht und sich an Dürers Meisterwerken erfreut hat. Auch unsere Treffen in seiner Villa, die nicht ohne Zigarre und Whisky denkbar waren, werden mir in Erinnerung bleiben″, blickt Kässens jetzt auf die Begegnungen mit Konrad Liebmann zurück.

Bildtex:
Die Dürer-Samlung war sein Lebenswerk: Im Januar 2018 trug sich Konrad Liebmann (links) im Beisein von Oberbürgermeister Wolfgang Griesert (CDU) ins Goldene Buch der Stadt Osnabrück ein.
Foto:
André Havergo
Autor:
Stefan Lüddemann


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