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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Warum senkt Vonovia die Mieten doch nicht?
Zwischenüberschrift:
Norddeutschland-Chef nannte 10,50 Euro pro Quadratmeter am „Markt vorbei″ / Vermieter rudert zurück
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Am Markt vorbei″ nannte der Norddeutschland-Chef von Vonovia, Ulrich Schiller, die von Vonovia geforderte Kaltmiete von 10, 50 Euro pro Quadratmeter für Wohnungen in der Thomasburgstraße in Osnabrück-Schinkel bei der NOZ-Podiumsdiskussion. In der Lage seien solche Preise wohl nicht zu erzielen. Wochen später korrigiert eine Sprecherin den Kurs wieder.

Osnabrück Sowohl Osnabrücker Kommunalpolitiker verschiedener Couleur als auch die Geschäftsführer des Eigentümerverbands Haus und Grund Osnabrück und des Osnabrücker Mietervereins hatten bei der Podiumsdiskussion im NOZ-Medienzentrum deutlich gemacht, dass sie eine Kaltmiete von 548 Euro für eine 52 Quadratmeter große Wohnung in einem Haus des Baujahrs 1938 für deutlich überzogen halten, selbst wenn diese modernisiert neu vermietet werde.

Sie wiesen auf den Mietspiegel der Stadt Osnabrück hin. Demnach ist eine Kaltmiete von 6, 20 Euro pro Quadratmeter für eine Wohnung zwischen 40 und 60 Quadratmeter, die bis 1965 fertiggestellt wurde, ortsüblich. Selbst bei einer Fertigstellung der Wohnräume ab 2010 etwa infolge von Modernisierungen liegt die ortsübliche Kaltmiete demnach bei 7, 91 Euro pro Quadratmeter. Der Geschäftsführer des Osnabrücker Mietervereins, Carsten Wanzelius, hatte bei der Debatte zudem darauf hingewiesen, dass eine Miete von maximal sieben Euro pro Quadratmeter für eine Wohnung in einem komplett modernisierten Haus an der Thomasburgstraße im Schinkel gerechtfertigt sei, weil diese Straße unmittelbar an der Schinkelschleife liege, auf der bis tief in die Nacht hinein Zugverkehr zu verzeichnen sei. Nach der Kritik hatte der Vonovia-Geschäftsführer für die Region Nord, Ulrich Schiller, eingeräumt, dass die geforderte Miete von 10, 50 Euro pro Quadratmeter in der Lage am Markt vorbei″ sei.

Allerdings findet sich auf der Webseite von Vonovia weiterhin eine Wohnung in der Thomasburgstraße 24, die zu einem Preis von 10, 50 Euro pro Quadratmeter angeboten wird. Auf die Frage unserer Redaktion, ob Osnabrücks größter Wohnungsvermieter den Preis für Wohnungen, die in dem Quartier zwischen 10 und 10, 50 Euro pro Quadratmeter angeboten werden, noch senken wird, antwortet Vonovia-Sprecherin Bettina Benner, dass die höhere Miete dort mit höheren Investitionen in die Wohnung zu begründen sei, und fügt hinzu: Das wird aber erst mal die einzige Wohnung in diesem Quartier bleiben, bei der wir diese Umbauten prüfen.″ Auf Nachfrage unserer Redaktion, warum die Preise am Markt vorbei sind″, Vonovia aber weiterhin nicht nur in der Thomasburgstraße 24, sondern auch in der Thomasburgstraße 8 und in der parallel verlaufenden Carl-Legien-Straße Wohnungen zu einem Preis von zehn Euro pro Quadratmeter und mehr anbietet, rudert Benner komplett zurück. Keine Rede mehr von einer nicht marktgerechten Miete. So absolut hat Herr Schiller das nicht gemeint″, will Benner die Aussage herunterspielen. Vonovia biete Wohnraum in vielen Preisklassen an. Einige wenige Wohnungen würden umfangreicher modernisiert. Aber auch für diese Wohnungen finden wir Mieter″, zeigt sich Benner überzeugt.

Schiller hatte in der Podiumsdiskussion zudem zugesichert, dass kein Mieter, der sich die Wohnung nach einer Mietsteigerung um bis zu knapp 50 Prozent wegen einer Modernisierung nicht mehr leisten könne, auf die Straße gesetzt werde. Der Vermieter stehe mit Mieterinnen wie den Alleinerziehenden Janine Wochnik, Heike Schierenbeck und Hartz-IV-Bezieherin Yvonne Fischer in der Dodesheide in Kontakt. Eine Lösung werde gefunden. Schiller, der in Norddeutschland die Verantwortung für 80 000 Vonovia-Wohnungen trägt, hatte es als Option bezeichnet, dass angekündigte Mieterhöhungen für Härtefälle auch wieder gesenkt werden können.

Bildtexte:
Vonovia-Norddeutschland-Chef Ulrich Schiller sagte, dass Mieten von 10, 50 Euro pro Quadratmeter " am Markt vorbei" seien. Jetzt rudert eine Sprecherin zurück.
Vonovia verlangt in der Thomasburgstraße eine ungewöhnlich hohe Miete von 10, 50 Euro pro Quadratmeter.
Fotos:
Swaantje Hehmann, André Havergo
Autor:
Jean-Charles Fays


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