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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Der Müllvermeidungszirkus
Zwischenüberschrift:
Roncalli-Direktor Paul über den Verzicht auf Tiere und Nachhaltigkeit
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Seit einem Jahr verzichtet Roncalli auf Tiere in der Vorstellung. Darüber hinaus bezeichnet sich der Zirkus neuerdings als plastikfrei. Und auch beim Thema Energiesparen geht die Kölner Traumfabrik mit selbst entwickelten LED-Lampen vorweg. Fragen an Direktor Bernhard Paul.

Herr Paul, warum verzichtet Roncalli auf Tiernummern?

Man muss wie beim Schach immer ein paar Züge vorausdenken. Bis 2018 haben wir fast 30 Jahre lang nur noch Pferde in der Show eingesetzt. Diese wurden mit den jeweiligen Tierlehrern engagiert. Die Zeiten haben sich aber geändert, ebenso die äußeren Umstände. Roncalli hat sich zum Großstadt-Zirkus entwickelt. Auf Tour gastieren wir zum Beispiel auf dem Rathausplatz in Wien oder dem Neumarkt in Köln. Dort wurde aus dem Grün viel Beton, die Tierhaltung damit schwieriger.

Wie hat das Publikum auf den Tiernummern-Verzicht reagiert?

Zu 95 Prozent positiv. Wir haben über 30 000 E-Mails, Social-Media-Nachrichten und Briefe bekommen. Und das aus aller Welt. Statt auf lebende Tiere setzen wir jetzt auf solche aus Licht: Unsere Weltpremiere der 300-Grad-Holografie war in allen Medien von Japan bis Argentinien. Das ist für mich artgerechte Tierhaltung mit Betonung auf Art wie Kunst.

Roncalli bezeichnet sich selbst nicht nur als tierfreien, sondern auch als plastikfreien Zirkus. Was genau ist damit gemeint?

Als Zirkus komplett plastikfrei zu werden ist gar nicht so einfach. Man muss sich ja auch an Hygiene-Vorschriften halten. Daher passiert das nach und nach. Als Erstes haben wir die Plastiktüten für Popcorn und Souvenirs durch recycelbare Papiertüten ersetzt. Auch die Trinkbecher sind aus verrottbarem Material.

Gerade der Roncalli-Weihnachtscircus in Osnabrück lebt nicht zuletzt vom Lichtermeer, das ihn umgibt. Bislang wurden dafür Tausende Glühbirnen verwendet. Welchen Weg geht Roncalli jetzt, um auch hier stromsparend und umweltfreundlich zu sein?

Mir war wichtig, dass wir unseren Beitrag zum Klimaschutz leisten, ohne dabei den Roncalli-Zauber zu verlieren. Gemeinsam mit der Firma Paulmann habe ich deshalb über zwei Jahre eine LED-Birne entwickelt, die aussieht wie eine klassische Glühbirne, aber nur noch zehn Prozent der Energie verbraucht.

Bildtext:
Setzt auf Licht statt auf lebende Tiere: Roncalli-Direktor Bernhard Paul in einem seiner historischen Zirkuswagen.
Foto:
NOZ-Archiv/ Katja Steinkamp
Autor:
Sebastian Stricker


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