User Online: 1 | Timeout: 10:49Uhr ⟳ | Ihre Anmerkungen | NUSO | Info | Auswahl | Ende | AAA  Mobil →
Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
Datensätze des Ergebnis
Suche: Auswahl zeigen
Treffer:1
Sortierungen:
Anfang der Liste Ende der Liste
1. 
(Korrektur)Anmerkung zu einem Zeitungsartikel per email Dieses Objekt in Ihre Merkliste aufnehmen (Cookies erlauben!)
Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Auf dem Weg zur Unsterblichkeit?
Zwischenüberschrift:
Fritz-Wolf-Jubiläumsjahr zeigt enge Verbundenheit der Osnabrücker mit dem Karikaturisten
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Ein Feuerwerk von13 Ausstellungen, davon fünf neu konzipierte, brannte die Fritz-Wolf-Gesellschaft 2018 ab. Eine Mammutaufgabe für die ehrenamtlich tätigen Vereinsmitglieder. Fritz Wolf, der bislang bekannteste Osnabrücker Karikaturist, um den sich alles drehte, wäre in diesem Jahr100 Jahre alt geworden. Haben sich die Mühen gelohnt?

Osnabrück Das aufwendigste Projekt war dabei nach den Worten von Hermann Queckenstedt sicherlich die große Ausstellung Er war ein Osnabrücker″ im Diözesanmuseum Osnabrück. Anhand der eingereichten Zeichnungen, Karikaturen und Arbeiten aus Privatbesitz habe sich einmal mehr gezeigt, über welch unglaublich große Netzwerke Fritz Wolf zu seinen Lebzeiten verfügt habe.

Queckenstedt als Sprecher des Fritz-Wolf-Kuratoriums und stellvertretender Vorsitzender der Fritz-Wolf-Gesellschaft hätte zusammen mit dem Vorsitzenden Marcus Wolf, dem Neffen des verstorbenen Künstlers, gerne noch mehr getrommelt. Mit Genugtuung habe man schließlich stets das Schmunzeln vieler Ausstellungsbesucher zur Kenntnis genommen, die sich mit den Zeichnungen des am 23. Dezember 2001 überraschend gestorbenen Künstlers beschäftigten. Dazu hätte sich beispielsweise die Landesgartenschau in Bad Iburg geeignet.″ Leider habe man dort aber nicht vertreten sein können. Die organisatorischen und personellen Kapazitäten seien nun einmal begrenzt.

Die Landesgartenschau wäre zudem eine gute Möglichkeit gewesen, den ehemaligen Hauskarikaturisten″ der Neuen Osnabrücker Zeitung nochmals weit über die Grenzen seiner Wahlheimat hinaus bekannt zu machen. Was Fritz Wolf zu seinen Lebzeiten mit den Zeichnungen im Stern″ oder der Brigitte″ bereits gelungen war.

Beliebtheit ungebrochen

Das Jubiläumsjahr sei speziell ein Ü-40-bis-Ü-50-Thema gewesen″ für die Menschen gewesen, die Fritz Wolf noch aus eigenem Erleben oder durch seine Karikaturen in der Zeitung gekannt hätten. Auch fast 20 Jahre nach seinem Tode sei die Beliebtheit ungebrochen. Das ist schon sehr erstaunlich″ und spreche für die Fähigkeiten von Fritz Wolf, der mit Wort- und Bildwitz ebenso wie einem genialen Grundhumor″ ausgestattet gewesen sei. Die Projekte im Jubiläumsjahr hätten dank systematischer Erschließung aller Quellen auch die vielfach unbekannte Entwicklung des Künstlers vom Illustrator zum politischen Karikaturisten aufgezeigt. Unter wissenschaftlichen Gesichtspunkten hat es viele neue Erkenntnisse gebracht.″ Das Ausstellungsinteresse des Wilhelm-Busch-Museums (Hannover) zeige weiter das vorhandene überregionale Interesse.

Zukünftige Aufgabe der Fritz-Wolf-Gesellschaft sowie der Stiftung sei die Fortsetzung des erfolgreichen Versuchs, die Karikaturisten unter neuen Blickwinkeln in der Öffentlichkeit zu positionieren. Man kann das nicht an der einzelnen politischen Karikatur festmachen, weil Themen wie Waldsterben oder Personen wie Landwirtschaftsminister Ignaz Kiechle vielen nicht mehr bekannt sind.″ Durch thematische Klammern bekomme man einen aktualitätsbezogenen Zugang zu den unterschiedlichsten Themen. Doch die Herausforderung bleibt, Fritz Wolf in die wissenschaftliche Rezeption zu bekommen, um ihn so dauerhaft in Erinnerung zu halten″, so Queckenstedt weiter. Der ehemalige Osnabrücker Oberbürgermeister Hans-Jürgen Fip habe immer mit der Idee geliebäugelt, mit den Karikaturen von Fritz Wolf die politische Geschichte der Bundesrepublik Deutschland mit einer gehörigen Portion Humor″ im Wesentlichen nachzuzeichnen – „ quasi als illustrierte Geschichte der Bundesrepublik″, so Queckenstedt, der sich inzwischen sicher ist: So etwas ist möglich.″ Erschlossenes Material sei genug vorhanden. Allein im Besitz der Stiftung befänden sich rund 10 000 Karikaturen. Insgesamt dürfte sich das größtenteils nicht im Original überlieferte Gesamtwerk auf über 30 000 Zeichnungen belaufen. Bereits die speziell konzipierte Ausstellung zum Thema Mode″ im Bramscher Tuchmachermuseum habe vor allem durch die Zeichnungsfolgen für die Bilder aus der Provinz″ des Magazins Stern″ die Geschichte der bundesrepublikanischen Alltagsmode erzählt und solle Anfang 2019 in Heftform publiziert werden. Die Aktivitäten im Jubiläumsjahr wären ohne die erheblichen Finanzspritzen des Osnabrücker Verkehrsvereins, der Egerland-Stiftung und der Sparkassen-Stiftung überhaupt nicht zu realisieren gewesen. Künftig gelte es, auch überregionale Stiftungen und Geldgeber für Fritz Wolf und sein Werk zu begeistern.

Bildtext:
Alle Hände voll zu tun hatten Hermann Queckenstedt (links) und Marcus Wolf im Fritz-Wolf-Jubiläumsjahr.
Foto:
PR/ Hermann Pentermann
Autor:
Berthold Hamelmann


Anfang der Liste Ende der Liste