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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hier haben alle Lust auf Inklusion
Zwischenüberschrift:
500 Menschen mit und ohne Behinderung bei der White Night der Patsy & Michael Hull Foundation
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Alica Marie Eckhardt tanzt für ihr Leben gern. Hip-Hop und Salsa sind ihre Favoriten. Darin hat sie schon Weltcup und Deutsche Meisterschaft gewonnen. Niemanden stört es, dass sie im Rollstuhl sitzt.

Osnabrück Die 25-Jährige ist eine von rund 500 Tanzbegeisterten, die zur inklusiven White Night″ der Patsy & Michael Hull Foundation ins Alando gekommen sind. Dabei sind Menschen mit und ohne Behinderung. Für Alica Marie zählt dabei eins: Alle haben Lust auf Inklusion.″

Eine cerebrale Bewegungsstörung ist der Grund dafür, dass die junge Frau nicht ohne Hilfe gehen kann und ihre Bewegungen verzögert sind. Das gilt aber nicht für den Kopf. Ihren Sekundar-I-Abschluss hat sie an der Alexanderschule in Wallenhorst mit der Bestnote 1, 3 gemeistert. Inzwischen arbeitet die gelernte Kauffrau für Bürokommunikation im Wallenhorster Pillashop.

Aber ganz normal seien die Begegnungen mit Menschen ohne Behinderung nicht immer verlaufen, erzählt ihre Mutter Petra Eckhardt. Deshalb war sie auch zunächst etwas skeptisch, als sie vor zwölf Jahren in der NOZ einen Bericht las, dass die Tanzschule Hull Menschen mit und ohne Behinderung für ein inklusives Musical sucht. Sie befürchtete eine Enttäuschung bei zu hoher Erwartung. Doch dann war es ganz einfach: Wir sollten gleich bleiben″, erzählt sie.

Seit diesem Tag ist Alica Marie vom Tanzvirus befallen. Sie tanzt Hip-Hop in der kleinen Gruppe Y-Nited und in der Formation Stay Phazzed. Mit ihrer Partnerin Anna Lena Ritter tanzt sie Para-Hip-Hop und macht außerdem bei der Salsa-Formation Silla de Rueda mit. Der spanische Name sagt schlicht, worum es geht: Sitzen auf Rollen.

Ihre Wochenenden sind ganz dem Tanzen gewidmet. Wenn es um das Training vor Meisterschaften geht, tritt sie samstags und sonntags auch schon mal um 8 Uhr morgend an. Ohne meine Mutter würde ich das nicht hinkriegen″, lacht die junge Frau.

In den Jahren seien feste Freundschaften entstanden, erzählt Alica Marie: Wir machen viel zusammenö.″ Badminton hat sie schon mit ihren Freunden gespielt. Auf der Wunschliste steht ein Besuch im Kletterwald Gütersloh, in dem auch Rollstuhlfahrer klettern.

Für Fahrten zu Meisterschaften und anderen inklusiven Veranstaltungen hat die Patsy & Michael Hull Foundation einen Bulli beantragt. Dass die Stiftung Mensch das Fahrzeug nur finanziell fördert, wenn es ausschließlich für Rollstuhlfahrer umgebaut wird, ärgert Alica Marie und ihre Mutter maßlos. Wie bisher wollen die Rollstuhlfahrer mit allen anderen zusammen reisen und im Bus Karten spielen. Ein Bulli nur für Rollstuhlfahrer sei alles andere als inklusiv.

Das unterlaufe die Arbeit der Patsy & Michael Hull Foundation, unterstreicht die zweite Vorsitzende Birthe Klumpe. Hier wird immer inklusiv gedacht und gehandelt″, ergänzt Petra Eckhardt. Jeder wird so angenommen, wie er ist″, betont Alica Marie.

Schwer in Ordnung

Im vergangenen Jahr nahmen 400 Gäste an der White Night″ im Alando teil. In diesem Jahr verzeichnete die Foundation 500 Anmeldungen unter dem Motto Nicht schwer behindert, sondern schwer in Ordnung″. Sie alle waren eingeladen von Alando-Besitzer Frederik Heede. Eintritt und alkoholfreie Getränke waren für die Tanzbegeisterten mit und ohne Behinderung frei.

Nach dem Motto der Weihnachtsparty waren die Besucherinnen und Besucher aufgefordert, weiße Kleidung zu tragen, kombiniert mit kreativen Weihnachtsmützen. Der beste Kopfschmuck wurde prämiert.

Bildtext:
Eine von 500 tanzbegeisterten Menschen mit und ohne Behinderung, die zur inklusiven White Night der Patsy & Michael Hull Foundation ins Alando gekommen waren, war Alica Marie Eckhardt (links).
Foto:
Swaantje Hehmann
Autor:
Ulrike Schmidt


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