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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Stadtwerke erhöhen Strompreis
 
Strompreis zieht an: Lohnt sich ein Wechsel?
Zwischenüberschrift:
Stadtwerke erhöhen nach sechs Jahren um 6,9 Prozent
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Der Strom wird 2019 teurer: Die Stadtwerke Osnabrück erhöhen zum 1. Februar den Strompreis um 6, 9 Prozent. Betroffen ist, wer keinen Vertrag mit Preisgarantie hat. Das sind etwa 50 000 der 110 000 Stadtwerke-Kunden. Es ist die erste Strompreiserhöhung der Stadtwerke seit sechs Jahren. Der Strompreis für Kunden in der Grundversorgung steigt zum 1. Februar um 1, 96 Cent pro Kilowattstunde (kWh) brutto, also einschließlich Mehrwertsteuer. Die Kilowattstunde Strom kostet ab Februar im Grundtarif 30, 08 Cent. Die Stadtwerke Osnabrück befinden sich mit der Strompreiserhöhung in guter Gesellschaft. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox drehen bundesweit 218 Versorger zum Jahreswechsel an der Preisschraube. Im Durchschnitt zieht der Preis um 5, 3 Prozent an.

Etwa 50 000 der 110 000 Stadtwerke-Kunden bekommen in diesen Tagen Post: Der Strom wird teurer. Viele werden sich fragen, ob sie den optimalen Tarif nutzen oder sich gar ein Anbieterwechsel lohnen würde.

Osnabrück Es ist die erste Preiserhöhung der Stadtwerke seit sechs Jahren. Der Strompreis für Kunden in der Grundversorgung steigt zum 1. Februar um 1, 96 Cent pro Kilowattstunden (kWh) brutto, also einschließlich Mehrwertsteuer. Die Kilowattstunde Strom kostet dann im Grundtarif 30, 08 Cent. Das entspricht einer Erhöhung um 6, 9 Prozent.

Für einen Zwei-Personen-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 2000 Kilowatt sind das Ausgaben von 601, 60 Euro im Jahr und damit 39 Euro mehr als bisher. Eine vierköpfige Familie mit einem Jahresverbrauch von 4000 Kilowattstunden zahlt aufs Jahr gerechnet 78, 60 Euro mehr (nämlich 1203, 20 Euro).

Höherer Einkaufspreis

Die Erhöhung betrifft nur Kunden in der Grundversorgung. Grundversorger ist per Gesetz der Strom- und Gasanbieter, der im jeweiligen Netzgebiet die meisten Haushalte versorgt. In der Stadt Osnabrück sind das die Stadtwerke. Grundversorgung bezeichnet den Strom- und Gastarif, in den Kunden automatisch eingestuft werden, wenn sie sich nicht aktiv für einen anderen Tarif entscheiden. Die Stadtwerke versorgen in der Region Osnabrück etwa 110 000 Haushalte. Etwas mehr als die Hälfte der Stadtwerke-Kunden hat einen Tarif mit Preisgarantie und fällt daher nicht unter die Grundversorgung.

In der Rangliste einschlägiger Vergleichsportale wie Verivox oder check.24 tauchen die Stadtwerke Osnabrück mit ihren Preisen weit hinten auf, wenn überhaupt. Warum? Die Stadtwerke verzichten auf Sonderboni, wie sie einige Anbieter Neukunden offerieren. Diese Sonderzahlungen drücken den Preis für das erste Vertragsjahr deutlich, im zweiten Jahr wird dann der Normalpreis fällig. Die Anbieter setzen darauf, dass die Kunden vergessen, rechtzeitig zu kündigen″, sagt Klaus Siedhoff. Wer also wirklich sparen will, muss regelmäßig den Anbieter wechseln, um den jeweiligen Sonderbonus mitzunehmen.

Die Stadtwerke befinden sich mit der Strompreiserhöhung um rund sieben Prozent in guter Gesellschaft. Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox drehen bundesweit 218 Versorger zum Jahreswechsel an der Preisschraube, darunter auch die Stadtwerke Georgsmarienhütte und die Teutoburger Energie Netzwerk (TEN) in Hagen. Im Durchschnitt zieht der Preis um 5, 3 Prozent an. Ein zentraler Preistreiber sind die steigenden Beschaffungskosten an den Energiemärkten″, sagt Klaus Siedhoff.

Der Preis an der Strombörse ist nach seinen Angaben in den vergangenen zwei Jahren um mehr als 50 Prozent gestiegen und befindet sich derzeit auf dem höchsten Stand seit sieben Jahren. Eine Ursache sind die gestiegenen Preise für Öl, Gas und Kohle, die immer noch die Basis der Stromversorgung in Deutschland sind. Der Gaspreis zog im heißen Sommer dramatisch an, als in Frankreich Atomkraftwerke wegen Niedrigwassers heruntergefahren wurden und Gaskraftwerke die Energielücke schließen mussten. Der Preis für eine Tonne Kohle ist von 40 Euro in 2016 auf 100 Euro im Herbst 2018 gestiegen. Grund ist der steigende Kohleverbrauch in China. Die Preise der fossilen Brennstoffe zeigen seit November wieder sinkende Tendenzen.

Preistreibend wirken auch die steigenden Kosten für Kohlendioxid-Zertifikate. Mit diesen Zertifikaten erkauft sich ein Energieerzeuger das Recht, Kohlendioxid freizusetzen. Sie machen schmutzigen Strom teurer und weniger wettbewerbsfähig. Jahrelang dümpelte der Preis bei fünf Euro pro Tonne. Anfang 2018 begann die Europäische Union, die Zertifikate zu verknappen, was die Händler aufschreckte und zu Hamsterkäufen führte. Aktuell wird eine Tonne Kohlendioxid für 20 Euro gehandelt. Diese zusätzlichen Kosten trägt am Ende der Stromverbraucher.

Wird Gas auch teurer?

Auch beim Gas erhöhen zahlreiche Anbieter die Preise zum Jahreswechsel. Die Stadtwerke nicht: Wir wollen den Markt zunächst weiter beobachten″, sagt Siedhoff. Der Trend sei bei Gas im Moment wieder rückläufig. Siedhoff versichert: In dieser Heizperiode werden wir den Gaspreis nicht anfassen.″ Mindestens bis März bleibe der Preis stabil.

Bildtext:
Graffito mit dem Logo der Stadtwerke an der Sandstraße (Zufahrt zum Busbetriebshof) in Osnabrück.
Foto:
David Ebener

Kommentar
Der Fiskus greift doppelt zu

Sechs Jahre haben die Stadtwerke den Strompreis stabil halten können, jetzt ist eine Anpassung unvermeidlich. Die Stadtwerke reichen die steigenden Kosten beim Stromeinkauf an die Kunden weiter, wie viele andere Anbieter auch. Wer sich darüber ärgert, sollte einmal genauer auf die Zusammensetzung des Strompreises blicken.

Der Einkauf macht 25 Prozent des Gesamtpreises aus. Das ist die einzige Komponente, auf die die Stadtwerke Einfluss nehmen können, das auch nur sehr begrenzt. Sie können versuchen, an der Strombörse hart zu handeln und günstig einzukaufen.

Alle anderen Preisbestandteile sind staatlich vorgeschrieben. Das gilt für die Netznutzungsentgelte also die Gebühren für das Durchleiten des Stroms –, die immerhin 20 Prozent des Endpreises ausmachen. Das gilt auch für all die Umlagen und Steuern, derer es viele gibt. Nur mal so zum Genießen: Der Verbraucher zahlt die EEG-Umlage, NEV-Umlage, Abschalt-Umlage, Offshore-Haftungsumlage, KWK-Umlage, Konzessionsabgabe und die Stromsteuer. Und dann kommt obendrauf die Mehrwertsteuer von 19 Prozent. Jedwede Erhöhung gleich welcher Position bringt dem Fiskus mittels der Mehrwertsteuer noch einen zusätzlichen Ertrag.

Das sollte wissen, wer angesichts der aktuellen Preiserhöhungen über seinen Anbieter schimpft.
Autor:
Wilfried Hinrichs


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