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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Hochschule expandiert in Haste
 
Hochschule kauft Coca-Cola-Gelände
Zwischenüberschrift:
Expansionspläne am Campus Haste
Artikel:
Kleinbild
 
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Originaltext:
Osnabrück Die Hochschule Osnabrück hat das ehemalige Coca-Cola-Gelände an der Oldenburger Landstraße gekauft. Es soll in den kommenden Jahren für Forschung und Lehre nutzbar gemacht werden. Auch Wohnungen seien möglich, erklärten die Verantwortlichen am Freitag. Konkrete Pläne wolle man im kommenden Jahr schmieden.

Das Grundstück am nördlichen Autobahnzubringer ist 16 500 Quadratmeter groß und grenzt direkt an den Campus Haste. Dort befindet sich die sogenannte Grüne Fakultät. Doch nicht nur sie soll profitieren.

Drei Jahre nach Schließung der Osnabrücker Coca-Cola-Fabrik wechselt das Werksgelände in Haste den Besitzer: Die Hochschule Osnabrück hat es gekauft, um sich dort weiter ausbreiten zu können. Die Möglichkeiten sind groß.

Osnabrück Seit wenigen Tagen ist es offiziell: Die Hochschule erwirbt ein Erweiterungsgelände an der Oldenburger Landstraße in unmittelbarer Nähe des Campus Haste. Auf dem 16 500 Quadratmeter großen Grundstück befand sich früher ein Coca-Cola-Werk.

Was die Hochschule mit der Fläche vorhat, steht noch nicht fest. Das Präsidium werde im kommenden Jahr einen Plan entwerfen, teilte Sprecher Ralf Garten mit.

Über die verschiedenen Nutzungsmöglichkeiten sowie über die Hintergründe des Grundstückskaufs informierte die Hochschule am Freitag bei einem Ortstermin. Der Deal mit Coca-Cola sei vor anderthalb Jahren eingefädelt worden, berichtete Stiftungsratsvorsitzender Manfred Hülsmann. Nach intensiven Verhandlungen hätten sich beide Seiten dann Ende November auf einen Verkauf geeinigt. Preis: zwei Millionen Euro.

Labors und Wohnungen

Es bestand die einmalige Gelegenheit, die Hochschule Osnabrück am Campus Haste im großen Stil weiterzuentwickeln″, sagte Hülsmann. Auf der benachbarten Industriebrache solle etwas richtig Gutes und Vernünftiges″ entstehen. Denkbar seien Forschungslabors, Büros, Seminar- und Werkstatträume, aber auch Studentenwohnungen sowie Appartements für Professoren.

Hochschulpräsident Andreas Bertram erklärte, dass von der Erweiterung nicht nur die ansässige Grüne Fakultät (Agrarwissenschaften und Landschaftsarchitektur) profitieren solle, sondern die gesamte Hochschule. Bedarf bestehe in allen Bereichen. Wir haben jede Menge Themen und wussten bislang nicht, wohin damit.″ Mit dem Grundstückserwerb biete sich zudem die Chance, in der Stadt verstreute Einrichtungen auf den Campus zurückzuholen″. Laut Bertram mietet die Hochschule zurzeit dezentral Flächen im Umfang von 10 000 Quadratmeter an.

Zugleich verwies der Präsident auf den 2014 vorgestellten Masterplan Lerngut Haste Osnabrück″. Darin wird beschrieben, wie der weitläufige Campus, der im Norden bis zum zwei Kilometer entfernten Versuchsbetrieb Wabe-Zentrum in Wallenhorst reicht, besser strukturiert werden kann. Und wie sich die Hochschule besonders im Bereich der ehemaligen Brausefabrik ein schöneres Gesicht geben kann. Bislang liegt sie dort versteckt hinter einer Kurve, und Besucher werden zuerst von alten Gewächshäusern begrüßt.

Für Oberbürgermeister Wolfgang Griesert ein Unding angesichts der immensen Bedeutung″ der Hochschule für Osnabrück und ganz Niedersachsen. Die Hochschule muss sich hier in Zukunft richtig zeigen″, forderte er beim gemeinsamen Rundgang durch die Werkshallen und Verwaltungsgebäude. Die Lage am Autobahnzubringer sei so prominent, dass sie bereits Begriffe geprägt habe Stichwort Coca-Cola-Kreuzung. Ich wünsche mir, dass die Leute in ein paar Jahren nicht mehr von Coca-Cola-Kreuzung, sondern von Hochschulkreuzung sprechen.″

Als es nach dem Aus für die Getränkeabfüllung Ende 2015 um die baurechtliche Überplanung des Grundstücks ging, sei die Hochschule als erster und größter Nachbar von Anfang an der Wunschpartner der Stadt gewesen, so Griesert weiter. Doch nach Angaben von Stiftungsrat Hülsmann war ein Ankauf zum damaligen Zeitpunkt preislich nicht machbar″. Und auch ein langfristiges Mietverhältnis, wie es einem zwischenzeitlich am Gelände interessierten brasilianischen Investor vorgeschwebt sei, kam laut Präsident Bertram für die Hochschule nicht infrage. So vergingen am Ende knapp drei Jahre, bis Coca-Cola einen Abnehmer für sein stillgelegtes Osnabrücker Werk fand.

Bildtexte:
Verwuchert zeigt sich das Coca-Cola-Werk in Haste drei Jahre nach der Schließung. Künftig will die Hochschule Osnabrück das Gelände für ihre Zwecke nutzen.
Im ehemaligen Verwaltungstrakt von Coca-Cola gaben (von links) Hochschulpräsident Andreas Bertram, Oberbürgermeister Wolfgang Griesert und Stiftungsratsvorsitzender Manfred Hülsmann Auskunft über den Grundstückskauf.
Fotos:
Selina Dey

Kommentar
Aushängeschild statt Ruine

Schon vor drei Jahren, als Coca-Cola in Haste seine Pforten schloss, drängte sich ein Grundstücksdeal mit dem großen Nachbarn Hochschule geradezu auf. Doch damals war die Zeit nicht reif. Erst jetzt, wo der Preis und andere Bedingungen aus Sicht des Käufers stimmten, wurden sich die Partner handelseinig.

Der mittlerweile aus allen Nähten platzenden Hochschule gibt das die Chance zu wachsen. Viele für Forschung und Lehre dringend benötigte Räume können so neu geschaffen werden, was enorm wichtig ist, um mitzuhalten im Wettbewerb um die klügsten Köpfe und meisten Mittel. Dass auf diese Weise außerdem eine Reihe dezentral untergebrachter Einrichtungen auf den Campus zurückgeholt werden kann, ist ebenfalls eine gute Nachricht: Der Hochschule spart das hohe Mietkosten. Und auf dem Immobilienmarkt ergeben sich Möglichkeiten für andere. Besonders, was Wohnungen angeht. Denn am Rand der Campus-Erweiterung in Haste können sich die Verantwortlichen auch Appartements für Studenten und Professoren vorstellen.

Nicht zuletzt verspricht die Expansion der Hochschule die Beseitigung eines Schandflecks. An einem der größten Eingangstore der Stadt künftig von einem Leuchtturm der Wissenschaft begrüßt zu werden ist für Besucher doch etwas ganz anderes, als auf eine verfallene Brausefabrik zu blicken.
Autor:
Sebastian Stricker


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