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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
So viel kostet Busfahren ab 1. Januar
Zwischenüberschrift:
Nur kleinere Fahrpreiserhöhungen bei der VOS / Keine Verteuerung nach dem „Gießkannen-Prinzip″ mehr
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Osnabrück Die Stadtwerke Osnabrück heben zum 1. Januar ihre Preise für bestimmte Busfahrkarten an. Teurer werden etwa die Acht-Fahrten-Karte sowie Wochen- und Monatstickets. Die meisten Tarife bleiben aber unverändert Ausdruck einer neuen Strategie zur Kundengewinnung.

Geschont werden sollen vor allem Gelegenheitsfahrer und Abonnenten. Eine einzelne Busfahrt in der Preisstufe 0 (Osnabrück/ Belm) kostet auch im nächsten Jahr 2, 80 Euro. Kinder zwischen 6 und 14 Jahren zahlen die Hälfte, jüngere wie gehabt nichts. Für Tagestickets werden weiterhin 5, 60 Euro fällig, für die Familien-Variante 6, 90 Euro. Auch die Preise für Gruppentickets (1, 40 Euro) und Fahrradtickets (1, 70 Euro) bleiben gleich. Dasselbe gilt beim 63-plus-Abo (30 Euro), Basis-Abo (44, 40 Euro), Premium-Abo (47, 80 Euro), Mobil-Abo (59, 90 Euro).

Für das Acht-Fahrten-Ticket (künftig 17, 90 Euro) und das Sozialticket (12 Euro) hingegen verlangen die Stadtwerke ab Neujahr umgerechnet 5 Cent pro Fahrt mehr. Auch Vielfahrer, die keine Abonnenten sind, werden etwas kräftiger zur Kasse gebeten. So steigt der Preis für ein Wochenticket auf 19, 30 Euro und für ein Monatsticket auf 58, 90 Euro. Doch auch regelmäßige Fahrgäste können Geld sparen und zwar mit dem Handyticket: Wer seinen Fahrschein mit der Smartphone-App VOS Pilot″ kauft, zahlt weiterhin je nach Angebot zwischen 10 Cent und 1 Euro weniger. Ausnahme Kurzstreckenticket: Das kostet 1, 50 Euro, egal ob digital oder aus Papier.

Teil einer Strategie

Der Fahrpreis soll kein Grund mehr sein, nicht den Bus zu nehmen″, sagt Werner Linnenbrink, bei den Stadtwerken Leiter des Mobilitätsangebots. Vorbei seien die Zeiten, in denen Tarife beim Verkehrsbetrieb und seinen Partnern in der VOS nach dem Gießkannen-Prinzip erhöht wurden.

Stattdessen fänden sogenannte Anpassungen jetzt und auch in Zukunft nur noch sehr dosiert″ statt. Auf diese Weise solle Vertrauen in den öffentlichen Nahverkehr aufgebaut werden. Zumal Busse gerade in Osnabrück wegen ihrer großen, staubedingten Verspätungsanfälligkeit ein Akzeptanzproblem hätten. Wir dürfen die Preisschraube nicht überdrehen″, erklärt der Stadtwerke-Chef. Auch wenn den ÖPNV-Anbietern durch ihren Verzicht auf jährliche, großflächige Erhöhungen viel Geld durch die Lappen″ gehe.

Mit den für 2019 in Stadt und Landkreis aufgerufenen Ticketpreisen verfolge die Verkehrsgemeinschaft Osnabrück (VOS) konsequent ihr Ziel weiter, die ÖPNV-Nutzung so leicht wie möglich zu machen″.

Bestpreis-Abrechnung

Nach der Tarifstruktur-Reform 2017, die das frühere Fahrschein-Wirrwarr beseitigte und neue Sonderangebote etwa für Familien und Senioren schuf, nach der Einführung des Handytickets elf Monate später sowie der zurzeit erfolgenden Umstellung auf Abo-Chipkarten werde im kommenden Jahr als Höhepunkt die Bestpreis-Abrechnung eingeführt, so Linnenbrink. Dann heißt es für die Fahrgäste: Beliebig oft einsteigen, aber nur einmal im Monat bezahlen und zwar nie mehr als absolut nötig, nämlich pro Sieben-Tage-Intervall maximal den Preis für ein Wochenticket. Einfacher geht Busfahren nicht.″

Auch die Landesnahverkehrsgesellschaft Niedersachsen (LNVG) in Hannover, welche sämtliche Tarifänderungen absegnen muss, ist mit der VOS-Preistabelle für 2019 einverstanden. Die Anpassung fällt mit durchschnittlich 1, 6 Prozent recht moderat aus, was zusätzliche Nutzer vor allem Gelegenheitsfahrer in die VOS-Busse locken soll″, sagt Sprecher Rainer Peters. Zum Vergleich: Der Hamburger Verkehrsverbund (HVV) erhöhe seine Fahrpreise im Mittel um 2, 1 Prozent, der Großraum-Verkehr Hannover (GVH) sogar um 2, 25 Prozent.

Für die Genehmigungsbehörde seien auch die Argumente der Verkehrsgemeinschaft Osnabrück für eine Preiserhöhung nachvollziehbar.

Und die Preise im Landkreis Osnabrück? In den Preisstufen 1 bis 9 verteuern sich die Busfahrkarten nach Angaben der Stadtwerke Osnabrück um ein bis vier Prozent. Einzeltickets etwa kosten durchweg 10 Cent mehr. Stabil bleiben die Preise für das Kinder-Einzelticket, Gruppenticket, Schüler-Freizeitticket und Fahrradticket.

Kritik vom VCD

Kritik am Tariftableau kommt vom Verkehrsclub Deutschland (VCD), Kreisverband Osnabrück. Sprecher Jörn Keck stellt fest: Osnabrück ist flächenmäßig klein. Doch das Preisniveau ähnelt dem in Städten, die zwei- bis dreimal so groß sind.″ Einzel- und Tagestickets seien schon jetzt völlig überteuert″.

Auch eine Mehrfahrtenkarte dürfe in Osnabrück anteilig nur 1 Euro pro Fahrt″ kosten. In der französischen Partnerstadt Angers etwa gebe es Zehnerkarten für 12, 60 Euro außerdem eine neue Straßenbahn. Und Hannover mit seinem dichten ÖPNV-Netz biete aktuell eine Tageskarte für 5, 40 Euro an.

Bildtext:
Mit Bargeld direkt im Bus bezahlen ist nur eine von mehreren Möglichkeiten, den Fahrpreis zu entrichten. Die VOS setzt derzeit zunehmend auf alternative Methoden wie das Handy-Ticket.
Foto:
Archiv/ Michael Gründel
Autor:
Sebastian Stricker


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