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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Profi-Sprayer stehlen illegalen Sprühern die Show
Zwischenüberschrift:
Die „Bunten Hunde″ machen graue Wände schön
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Graffiti mit Graffiti bekämpfen: Das ist das Geschäftsmodell der Bunten Hunde″ aus Osnabrück. Sie meldeten sich bei unserer Redaktion nach der Berichterstattung über Schmierereien im Stadtteil Wüste.

Osnabrück Freie Flächen locken illegale Sprayer - wie das Haus von Cornelia Fröhle und Michael Rahe an der Wiesenbachstraße in der vorderen Wüste. Sie hatten gerade von einem Fachbetrieb die Fassade streichen lassen, da prangten vier Tage später schon wieder Graffiti großflächig auf der Straßenfront. Fachleute raten, die Flächen immer wieder zu überstreichen, bis die Sprayer die Lust verlieren. Oder professionelle Sprüher ans Werk zu lassen.

Marcel Ostendorf (25), Max Fuhrmann (38) und Christian Aretz (35) bieten sich als Profis mit der Spraydose an. Die drei haben gerade im Auftrag der Firma eyes + more″ in der Stubengasse eine Hauswand bemalt, die zuvor von illegalen Sprühern verhunzt worden war. Es war der erste größere Auftrag für ihre neue Firma mit dem Namen Die bunten Hunde″.

Auftrag bei Hellmann

Kennengelernt hatten sich die Sprüh-Künstler im vergangenen Jahr, als sie Seite an Seite eine 160 Meter lange Wand bei Hellmann Worldwide Logistics im Hafen neu gestalteten. Auch diese Front war Spielwiese illegaler Sprayer geworden. Beim Gestalten der gut 3000 Quadratmeter entwickelten sie den Gedanken weiter, ihre Graffiti-Malerei gegen ein Entgelt anzubieten.

Der Preis? Ganz unterschiedlich″, sagt Christian Aretz, je nach Aufwand und Lieferumfang. Einen pauschalen Quadratmeterpreis können wir nicht nennen, das müssen wir in jedem Einzelfall besprechen.″

Michael Rahe und Cornelia Fröhle sind sich nicht sicher, ob sie die 32 Meter lange Straßenfront ihres Hauses den Profi-Graffiti-Sprayer anvertrauen wollen. Sie haben gerade erst dem Malerbetrieb 2500 Euro für den neuen Anstrich gezahlt. Und sie sind nicht sicher, ob die gewollten Graffiti tatsächlich die illegalen Sprayer abschrecken.

Ostendorf ist vom Verdrängungseffekt überzeugt: Hier in Osnabrück funktioniert das.″ Das zeige die Erfahrung mit den schon gestalteten Flächen in der Stadt. Anders sei die Situation in Metropolen wie Berlin oder Frankfurt oder Großstädten wie Hannover. Dort seien die Sprayerszenen größer und unübersichtlicher als in Osnabrück.

In der Vorwoche waren in einer Nacht mindestens zehn Häuser im Stadtteil Wüste besprüht worden. Die Polizei nahm die Ermittlungen auf, hat aber bisher keine Erkenntnisse über die Täter, wie ein Sprecher sagte.

Beispiel Rene Turrek

Dass das Geschäftsmodell der Bunten Hunde″ funktionieren kann, zeigt das Beispiel Rene Turrek. Der 41-Jährige begann mit 16 mit dem Sprühen, mit 20 nahm er erste Aufträge an. Inzwischen ist er ein anerkannter Künstler mit Ausstellungen in aller Welt. Turrek engagiert sich in Zusammenarbeit mit der Polizei in der Aufklärungsarbeit. Er vermittelt Schülern Spaß am Graffiti-Malen, macht ihnen aber auch gleichzeitig klar, dass illegales Sprühen eine Straftat ist und der Graffiti-Kultur schadet.

Bildtexte:
Profis an der Spraydose (von links): Max Fuhrmann, Marcel Ostendorf und Christian Aretz haben die Wand an der Stubengasse gestaltet.
So sah es in der Stubengasse aus, bevor die Bunten Hunde″ zur Spraydose gegriffen hatten.
Fotos:
Gert Westdörp, Christian Aretz
Autor:
Wilfried Hinrichs


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