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Nachhaltigkeit und Umweltbildung in der Stadt Osnabrück (NUSO)
Umweltgeschichtliches Zeitungsarchiv für Osnabrück
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Erscheinungsdatum:
aus Zeitung:
Überschrift:
Warnsystem gegen tödliche Unfälle startet
Zwischenüberschrift:
Blinksignal im Straßenverkehr: „Bike Flash″ soll Radfahrer beim Rechtsabbiegen schützen
Artikel:
Kleinbild
Originaltext:
Zwar schaut der Lkw-Fahrer beim Abbiegen in den Spiegel, den Radler im toten Winkel aber sieht er nicht. Oft enden diese Unfälle tödlich. Ein Warnsystem soll das verhindern.

Garbsen Erst gestern überrollte ein Lastwagen eine 16-jährige Radfahrerin beim Abbiegen in Burgdorf bei Hannover. Um tödliche Unfälle wie diesen zu verhindern, startete kaum zwei Stunden später in Garbsen ein deutschlandweit einmaliger Pilotversuch. Ein neues Schutzsystem namens Bike Flash soll Radler vor abbiegenden Lastwagen schützen.

Wie genau funktioniert Bike Flash? Bike Flash wird an Abzweigungen oder Kreuzungen installiert. Mithilfe einer Wärmesensorik können Radfahrer und auch Fußgänger ab einer Entfernung von 40 Metern erkannt werden. An einem Mast an der Kreuzung blinken dann vier Leuchten, die vor allem abbiegende Lastwagenfahrer, aber auch Autofahrer warnen sollen. Die Testanlage kostet 34 000 Euro.

Was halten Spediteure von dem Bike-Flash-Versuch? Ich finde das schon sinnvoll″, sagt Christian Richter von der Fachvereinigung Güterkraftverkehr und Entsorgung in Niedersachsen. Grundsätzlich begrüße die Branche jede technische Unterstützung, die für mehr Verkehrssicherheit sorgt. Viele Firmen installierten freiwillig zusätzliche Sicherheitstechnik in Lastwagen. Richter appelliert aber auch an Radfahrer, sich der Gefahr bewusst zu sein und Lkw nicht auf der rechten Seite zu überholen. Am besten sei, Blickkontakt herzustellen.

Stichwort Sicherheitstechnik: Warum ist die nicht schon Vorschrift für Lastwagen? Längst gibt es elektronische Abbiege-Assistenten, die vor Unfällen im toten Winkel warnen, und Hersteller bauen sie oft bereits in Neufahrzeuge ein. Die EU will eine Pflicht für neue Lastwagen ab 2022 erlassen. Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer (CSU) will den Einbau dieser technischen Systeme bei Lastwagen in Deutschland beschleunigen dies geschieht aber zunächst auf freiwilliger Basis der Speditionen und Logistikunternehmen. Die Systeme kosten zwischen 800 und 1300 Euro pro Lastwagen. Auch Osnabrücker Spediteure haben sich freiwillig verpflichtet.

Welche Rolle spielen Lastwagen bei tödlichen Fahrradunfällen? 382 Fahrradfahrer kamen laut Statistischem Bundesamtes im Jahr 2017 bei Verkehrsunfällen ums Leben. Besonders schwere Folgen haben Unfälle mit Lastwagen, dabei starben im vergangenen Jahr 76 Radler. Und: Bei solchen Unfällen trugen Radfahrer in nur 20 Prozent der Fälle die Hauptschuld. Bei etwa jedem dritten Unfall mit Personenschaden, an dem ein Fahrrad und ein Lastwagen beteiligt waren, handelte es sich um einen Abbiege-Unfall weil Lastwagenfahrer oft Radler im toten Winkel übersehen.

Bildtext:
Warnung für Lkw- und Radfahrer: An Masten angebrachte Leuchten blinken, sobald Gefahrensituationen wegen eines toten Winkels drohen.
Foto:
dpa/ Hauke-Christian Dittrich

Kommentar
Gesetz muss schnell kommen

Bei Verkehrsunfällen im Jahr 2017 gab es 382 tote Radfahrer die Zahl ist viel zu hoch. Am gefährlichsten wird es, wenn Lkw beteiligt sind. Abbiege-Assistenten können helfen, sind aber leider noch lange nicht gesetzlich vorgeschrieben. Das muss sich ändern. Die Stadt Garbsen geht nun mit gutem Beispiel voran und installiert mit dem Bike Flash″ ein wirksames Warnsystem für Rechtsabbieger. Hoffentlich ziehen andere Städte trotz der relativ hohen Kosten von 15 000 bis 20 000 Euro pro Stück nach.

Längst haben die Autobauer auch eigene Assistenzsysteme entwickelt, die auf einen Verkehrsteilnehmer im toten Winkel hinweisen. In Autos der Oberklasse sind sie schon Standard, auch große Spediteure in Deutschland haben sich auf Initiative von Verkehrsminister Andreas Scheuer selbst verpflichtet, ähnliche Sicherheitssysteme zu verbauen. Gesetzgebend kann der Bund jedoch wenig machen. Das Thema ist Europa-Angelegenheit. Die EU will eine Pflicht für neue Lkw aber erst im Jahr 2022 erlassen. Viel zu spät. Die lahmenden Mühlen der Bürokratie werden bis dahin noch zahlreiche Menschenleben kosten zumal die Zahl der Radfahrer durch den E-Bike-Trend weiter steigen wird. Der Bike Flash″ wäre ein probates Mittel für die Übergangszeit und würde Radfahrer auch gegen die alten Lkw langfristig schützen. Da ist jeder Euro gut investiert.

Toter Winkel

Habt Ihr an der Ampel schon einmal neben einem Lkw gestanden? Ganz schön groß, oder? Auch die Spiegel sind größer als bei einem Auto. Leider kann der Fahrer trotzdem nicht immer den ganzen Bereich neben seinem Lkw sehen. Es gibt immer einen Bereich, den er nicht sieht, egal ob er in den Spiegel oder aus dem Fenster schaut. Das ist der tote Winkel″. Vor allem Radfahrer, die im Vergleich mit Autos sehr klein sind, werden schnell unsichtbar. Wenn die Ampel auf Grün springt und der Radfahrer geradeaus fahren und der Lkw nach rechts abbiegen will, kann dann sehr schnell ein Unfall passieren.
Autor:
dpa, Konstantin Stumpe


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